Gesunde Ernährung: Auch bei Migräne wichtig

Frauen essen Orangen

Hilft nicht nur bei Migräne: Eine gesunde, ausgewogene Ernährung

Kaffee, Alkohol, Käse, Wurst, Schokolade - folgt man der gängigen Meinung, müssten Menschen mit Migräne all diese Lebensmittel von ihrem Speiseplan streichen. Ein bisschen nach dem Motto: Was schmeckt, muss weg. Aber keine Sorge, so schlimm ist es nicht. Zum einen gehen Experten mittlerweile davon aus, dass Lebensmittel als Auslöser für Migräneattacken überschätzt werden. Zum anderen unterscheiden sich die Auslöser individuell und auch nach ihrer Menge.

Natürlich sind ein Vollrausch oder drei Tafeln Schokolade bei Migräne meist nicht förderlich (für Menschen ohne Migräne übrigens auch). Aber hier gilt eben wie bei Vielem: Die Menge macht’s. Totaler Verzicht ist in den meisten Fällen nicht nötig, bei vielen Betroffenen spielen Lebensmittel sogar überhaupt keine Rolle. Aus diesem Grund gibt es auch keine spezielle Migränediät, mit der man gegen den Kopfschmerz anessen kann.

Je nach Patient kann es aber natürlich trotzdem bestimmte Lebens- und Genussmittel geben, die Migräneanfälle provozieren. Doch statt verdächtige Nahrungsmittel einfach generell vom Speiseplan zu streichen, sollte man gezielt mit einem Arzt nach diesen Triggerfaktoren suchen. Dabei hat sich einmal mehr das Tagebuch bewährt. Wer über einige Wochen hinweg konsequent Häufigkeit und Stärke der Kopfschmerzattacken protokolliert und mögliche auslösende Faktoren notiert, hat gute Chancen, potenziellen Auslösern auf die Spur kommen - das gilt auch für Ernährungsgewohnheiten. Bei den Aufzeichnungen sollte man allerdings bedenken, dass zwischen der Aufnahme des Nahrungsmittels und einer Attacke oft mehrere Stunden liegen. Außerdem ist es möglich, dass ein Nahrungsmittel erst in Kombination mit weiteren Störfaktoren wie Stress oder Schlafmangel schadet. Man spricht dann von einem Kofaktor. Stellen Sie sich deshalb darauf ein, dass die Suche einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Nur wenn ein Nahrungsmittel eindeutig als Triggerfaktor identifiziert werden kann, sollte es tatsächlich vom Speiseplan gestrichen werden.

Lebensmittel, die immer wieder mit Migräne in Verbindung gebracht werden, sind zum Beispiel Rotwein, Eiweißstoffe in Milchprodukten wie Joghurt oder Käse sowie die Inhaltsstoffe bestimmter Früchte wie Bananen. Auch Koffein in Kaffee, Limo oder Cola kann eine Rolle spielen. Wenn der Körper daran gewohnt ist, führt mitunter der Entzug zu Problemen.

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Überschrift Gilt auch bei Migräne: Auf die Zusammensetzung kommt es an
Vorspann Der menschliche Körper braucht Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß aus der Nahrung, aber nicht von allem gleich viel. Soviel sollte es von jedem Nahrungsbestandteil sein (in Prozent)
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Bekannte Triggerfaktoren sind außerdem Konservierungsstoffe in Fertiggerichten - beispielsweise Nitrate - die oft in Würstchen oder konservierten Wurst- und Fleischwaren enthalten sind. Auch der Geschmacksverstärker Glutamat ist mitunter bedenklich. Er steckt häufig in Tütensuppen, Fast Food, Brühwürfeln, Fertiggerichten oder asiatischen Speisen. Vorsichtig sollte man zudem mit stark gewürzten Gerichten sowie sehr fetthaltigen Mahlzeiten umgehen. Doch wie gesagt: Das gilt längst nicht für alle Patienten, weshalb aus wissenschaftlicher Sicht generelle Nahrungstabus nicht empfehlenswert sind. Studien zeigen, dass ein pauschaler Verzicht auf verdächtige Lebensmittel Migräne-Patienten nicht vor Schmerzattacken bewahrt.

Viel wichtiger und wirkungsvoller ist es, auf regelmäßige Mahlzeiten zu achten und den Blutzucker möglichst stabil zu halten. Forscher haben nachgewiesen, dass das Gehirn von Migränepatienten anders mit Energie haushaltet. Experten und Fachgesellschaften wie die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft empfehlen daher disziplinierte Essegewohnheiten. Dazu gehören regelmäßige, häufige und ausgewogenen Mahlzeiten. Vor allem das Frühstück ist wichtig, manchen Patienten hilft außerdem eine kohlenhydratreiche Mahlzeit vor dem Schlafengehen, um Energietiefs in der Nacht und nach dem Aufstehen zu vermeiden. Es gilt, Heißhungerattacken zu umgehen und möglichst keine Mahlzeit auszulassen - fünf am Tag dürfen es schon sein. Zur Not ist ein Müsliriegel zwischendurch besser als in ein Energietief zu fallen.

Etwas Disziplin - und vor allem viel Motivation - erfordert das Thema der nächsten Lektion: körperliche Aktivität, idealerweise sogar Sport. Wirkt Wunder, um Migräne vorzubeugen. Warum? Das erfahren Sie mit einem Klick rechts unten auf den Pfeil.

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Text Kommen Sie verdächtigen Nahrungsmitteln mit dem Schmerztagebuch auf die Schliche
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aktualisiert am 09.07.2015, erstellt am 09.07.2014
Bildnachweis: Mauritius/Bridge, W&B, W&B / Röper

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