Migräne-Phase 2: Die Aura

Migräne mit Auraphase

Empfindungsstörungen unterschiedlichster Art sind typisch für eine Migräne-Aura

Nur rund zehn Prozent aller Migränepatienten leiden unter der Auraphase. Ursache ist ein vorübergehender Zusammenbruch der elektrischen Erregbarkeit der Nervenzellen. Die Auraphase hält typischerweise zwischen 30 und 60 Minuten an. Der Begriff "Aura" steht im Altgriechischen für Aurora, der Göttin der Morgenröte. Wie die langsam aufsteigende Morgenröte entwickeln sich die neurologischen Störungen im Laufe der ersten 20 Minuten dieser Phase.

Zu den klassischen Symptomen der Auraphase zählen folgende neurologische Störungen:

  • Sehstörungen

    Sehstörungen kommen am häufigsten vor, insbesondere in Form von einseitigen Gesichtsfeldausfällen. Das Gesichtsfeld ist der Bereich, den wir Menschen beim Geradeausblicken sehen, ohne die Augen zu bewegen. Nach vorne hin sehen wir scharf. Zu den Rändern nimmt die Sicht ab, reicht jedoch noch aus, um Dinge zu erkennen, die sich neben uns befinden. Während der Aura treten verschiedene Störungen auf, die das Gesichtsfeld einschränken. Es beginnt mit Flimmern oder Zickzacklinien im linken oder rechten Teil des Gesichtsfeldes, die auch farbige Randzacken ausbilden können. Diese Sehstörungen können sich zunehmend ausbreiten. Bei manchen Patienten zeigen sich auch Schlieren, Schleier oder Flecken, die aufleuchten, farbig sind oder in denen man nichts mehr sehen kann. Oder das Gesichtsfeld schränkt sich an einem Rand zunehmend ein.

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  • Gefühlsstörungen

    Am Zweithäufigsten leiden Migränepatienten unter Missempfindungen, zum Beispiel in Form von einem Kribbelgefühl bis hin zu Lähmungserscheinungen. Diese Störungen breiten sich bei jedem Patienten meist nach einem festem Muster aus: Es fängt zum Beispiel in den Fingerspitzen an zu kribbeln und zieht sich dann langsam den Arm hoch bis zur Schulter. Oder Lähmungserscheinungen beginnen im Fuß und ziehen sich allmählich das Bein hoch. Oft erfassen nadelstichartige Empfindungen oder ein taubes Gefühl auch das Gesicht. Missempfindungen, die sich mitunter auf eine komplette Körperseite ausbreiten. Nicht selten leiden Menschen über Jahre hinweg anfallsweise an solchen Gefühlsstörungen, ohne dass ihnen klar ist, dass es sich dabei auch um Symptome ihrer Migräne handelt.

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  • Sprachstörungen

    Weniger häufig als Seh- und Gefühlsstörungen treten während der Auraphase Sprachstörungen auf. Diese reichen von Wortfindungsproblemen über verwaschene Aussprache bis hin zum abgehacktem Herausstoßen von Wörtern. Oder der Betroffene kann Wörter nicht mehr richtig einordnen.

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  • Gleichgewichts- und Orientierungsprobleme

    Einige wenige Patienten leiden unter Gleichgewichts- und Orientierungsproblemen. Sie fühlen eventuell auf einer Seite ihres Körpers große Schwäche, können vielleicht nicht mehr präzise geradeaus gehen. Auch Schwindel, Ohrgeräusche oder Hörprobleme treten auf. Zudem kann die Orientierung im Raum eingeschränkt sein, bis hin zu Bewusstseinsstörungen.

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Zahl 60
Schriftgroesse Zahl 70
Subtext Minuten
Text rechts So lange kann ein Aura-Phase dauern
Schriftgroesse Text 20
Wartezeit in Millisekunden 15000
Variante (delay oder ishow) ishow

So unterschiedlich Aura-Symptome sind, sie haben eines gemeinsam: ihr immer gleicher zeitlicher Ablauf. Dank diesem konstanten Ablauf können Ärzte die neurologischen Fehlfunktionen eindeutig einer Migräne zuordnen, was die Diagnose vereinfacht.

Typische Merkmale, dass die für eine Aura typischen Symptome tatsächlich im Rahmen einer Migräne auftreten, sind:

  • Das einzelne Aura-Symptom entwickelt sich allmählich über mindestens fünf Minuten hinweg
  • Es breitet sich langsam aus
  • Es hält höchstens 60 Minuten an
  • Aura-Symptome treten nicht gleichzeitig auf, sondern nacheinander, im Abstand von mindestens fünf Minuten
  • Während der Aura oder spätestens 60 Minuten nach Abklingen ihrer Symptome setzen Kopfschmerzen ein


Wie fast überall im Leben, gibt es Ausnahmen. So kann zum Beispiel ein Aura-Symptom einsetzen, bevor ein anderes abgeklungen ist. Oder die Aura hält länger als eine Stunde an. Mediziner sprechen von einer "prolongierten Aura".


Während Phase 1 und 2 vor allem unangenehm oder unheimlich sind, folgt in Phase 3 der Schmerz - über den Sie in der nächsten Lektion mehr erfahren.

Ihr Fortschritt im Kurs Migräne
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aktualisiert am 23.06.2014, erstellt am 09.07.2014
Bildnachweis: W&B/Dr. Ulrike Möhle, W&B / Röper

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