Migräne vorbeugen mit Medikamenten

Frau beim Arzt

Migränemedikamente zur Vorbeugung werden üblicherweise über einen längeren Zeitraum eingenommen

So gut Vorbeugung mit Bewegung, gesunde Ernährung und Stressvermeidung ist: Bei so manchen Patienten reicht das nicht aus.

Treten Migräneattacken besonders häufig auf - also öfter als dreimal im Monat - oder halten sie mehrere Tage an und beeinträchtigen die Lebensqualität stark, kann es für den Betroffenen sinnvoll sein, Medikamente zur Anfallsprophylaxe einzunehmen. Dabei handelt es sich nicht in erster Linie um Schmerzmittel, sondern um Substanzen aus verschiedenen Anwendungsbereichen, die aber die gemeinsame Eigenschaft aufweisen, Migräne vorzubeugen. Dazu müssen sie allerdings täglich eingenommen werden - also nicht nur im akuten Bedarfsfall.

Arzt und Patient sollten daher abwägen, ob Attackenfrequenz und Leidensdruck hoch genug sind, um eine Dauermedikation - mit möglichen Nebenwirkungen - zu rechtfertigen. Für eine Prophylaxe spricht aber auch, dass es durch sie gelingen kann, den Bedarf an Schmerzmitteln zu reduzieren. Werden solche nämlich an mehr als zehn Tagen im Monat eingenommen, kann es zum sogenannten Analgetikakopfschmerz kommen: Chronischer Schmerz, der durch die dauerhafte Einnahme bestimmter Schmerzmittel überhaupt erst entsteht. Außerdem drohen Nebenwirkungen wie Schäden an Magen, Leber oder Nieren. Solche Probleme lassen sich durch die erfolgreiche Vorbeugung von Schmerzen verhindern.

Die Prophylaxe gilt dann als wirksam, wenn es gelingt, die Anfallshäufigkeit innerhalb von zwei Monaten wenigstens zu halbieren. Das muss ein Patient vorab sauber dokumentieren, also ein Tagebuch führen - von dem hier jetzt schon einige Male die Rede war. Hieraus lässt sich dann ersehen, ob das eingesetzte Medikament den gewünschten Effekt aufweist. Unter Umständen müssen verschiedene Mittel ausprobiert werden.

Die Entscheidung zur Prophylaxe und zur Art ihrer Umsetzung erfolgt also individuell. Auch besonders schwere und komplizierte Migräneattacken, die beispielsweise zu zeitweiligen Lähmungen führen, begründen in manchen Fällen eine vorbeugende Pharmatherapie.

Nach einem Jahr kann der Patient in Absprache mit seinem Arzt das Medikament absetzen, um zu überprüfen, ob die Anfälle wieder zunehmen, ob die Prophylaxe also noch nötig ist.

In der nächsten Lektion werden Sie die Substanzen kennenlernen, die sich für eine Vorbeugung eignen.

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aktualisiert am 09.07.2015, erstellt am 09.07.2014
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