Stress vermeiden: Ganz wichtig bei Migräne

Frau mit Kopfschmerzen

Stress ist Gift für Menschen mit Migräne

Ungeplante Überstunden im Büro, Kind krank im Bett, Computer abgestürzt: Unser Alltag steckt voller Stressfaktoren. Ganz vermeiden lässt sich das nicht, aber wir können lernen, entspannter mit der Belastung umzugehen. Für Migräne-Patienten lohnt sich das, denn Stress gilt als ein Hauptauslöser für Schmerzattacken. Er verändert den Hormonhaushalt, macht es schwierig, einen geregelten Alltag zu etablieren und belastet uns psychisch.

Was also können Sie gegen Stress und Überlastung tun? Eine einfache und effektive Maßnahme kennen Sie schon: regelmäßiger Ausdauersport. In der vorangegangenen Lektion haben Sie bereits gelernt, dass Sport den Migräneverlauf positiv beeinflussen kann. Dass er außerdem Stresshormone wie Kortisol hemmt und damit aktiv zum Stressabbau beiträgt, ist ein Grund mehr, regelmäßige Sporteinheiten in den Terminplan einzubauen.

Text Versuchen Sie, gelassener durch den Alltag zu gehen
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Sorgen Sie außerdem dafür, sich in stressigen Zeiten bewusst Pausen und Auszeiten zu nehmen - und sei es nur für einen kleinen Spaziergang in der Mittagspause. Außerdem hilft es, sich bewusst zu machen, dass Stress subjektiv ist und meist erst durch eine individuelle Bewertung entsteht. Es sind unsere Gefühle und Gedanken, die uns eine Situation oder ein Ereignis als belastend empfinden lassen. Versuchen Sie, generell gelassener zu werden, Perfektionismus auch mal über Bord zuwerfen und sich nicht unter Druck setzen zu lassen. Studien zeigen, dass es zwar keine "Migränepersönlichkeit" im engeren Sinne gibt, dass Migräniker aber vermehrt zu Perfektionismus und hohen Ansprüchen an sich selbst neigen - ein potenzieller Stressfaktor.

Viele Patienten profitieren von einem Stressbewältigungstraining, einem Selbstsicherheitstraining oder einer psychotherapeutischen Beratung. Bei einem Stressbewältigungstraining lernen Patienten, ihre individuellen Stressfaktoren zu erkennen und bekommen Strategien an die Hand, diesen zu begegnen. Ein Selbstsicherheitstraining hingegen soll Schmerzpatienten in die Lage versetzen, für ihre Rechte einzustehen und ihre Gedanken, Gefühle und Einstellungen klar auszudrücken. Mehr Selbstsicherheit und soziale Kompetenz können dazu führen, dass man sein Leben mit mehr innerer Gelassenheit und Ruhe führen kann – was einen wichtigen Beitrag zur Migräneverhütung leistet.

Ebenso bewährt haben sich eine Reihe von Entspannungstechniken wie autogenes Training, Yoga, Biofeedback, progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Qi-Gong. All diesen Methoden ist gemein, dass sie den Patienten lehren, aufmerksamer gegenüber sich selbst zu werden und Anspannung gezielt zu begegnen. Viele Fitnessstudios, Selbsthilfegruppen und Volkshochschulen bieten entsprechende Kurse an, erkundigen Sie sich einfach, welche Angebote es in Ihrer Nähe gibt. Jeder Migräniker sollte eine solche Methode parat haben, um Stress abzubauen und negative Kreisläufe zu umgehen.

Wer es gleich sofort angehen will: In der kommenden Lektion bringt Ihnen ein Anleitungsvideo die Progressive Muskelentspannung bei. Lernen Sie in wenigen Minuten, sich jederzeit tief zu entspannen.

Ihr Fortschritt im Kurs Migräne
72%

aktualisiert am 09.07.2015, erstellt am 09.07.2014
Bildnachweis: Thinkstock/istock, W&B / Röper

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