Was ist Migräne?

Frau mit Kopfschmerzen

Frauen leiden dreimal häufiger unter Migräne als Männer

Wussten Sie, dass es mehr Kopfschmerzformen gibt als Schmetterlingsarten? In der Medizin unterscheidet man heute über 252 Formen von Kopfschmerzen! Den Begriff Migräne kennt dabei jeder. Unter den 252 Kopfschmerzarten zählt Migräne zu den häufigsten Varianten. Zehn bis 15 Prozent aller Deutschen sind davon betroffen. Zwar kann Migräne während der gesamten Lebensspanne auftreten, die meisten Patienten gibt es aber in der Altersgruppe der 35- bis 45-Jährigen, wobei Frauen dreimal häufiger unter Migräne leiden als Männer.

Doch was genau ist Migräne eigentlich? Man kann sie nicht einfach als Kopfschmerz abtun. Migräne ist eine komplexe, neurologische, chronische Schmerzerkrankung. Diagnose und Therapie erfordert daher ein umfassendes und spezifisches Vorgehen, das alle Faktoren berücksichtigt, die in die Schmerzerkrankung Migräne reinspielen: Verhalten, Erleben, Emotionen, Tagesrhythmus, Hormone, Ernährung, Stoffwechsel … all das und noch vieles andere mehr ist wichtig mit einzubeziehen, um Migräne zu verstehen - und sie dadurch wirkungsvoll behandeln zu können.

Migräne wird definiert als eine Erkrankung des Nervensystems, bei der es anfallsweise zu heftigen Kopfschmerzen kommt. Typischer Weise äußern sich diese pulsierend-pochenden, konzentrieren sich auf eine Seite des Kopfes und nehmen an Intensität zu, wenn man sich bewegt. Die Migräne-Kopfschmerzen halten zwischen vier und 72 Stunden an.

Chartbreite 600
Boxhoehe 430 Charthoehe 350
Anzahl der Werte 6
Y-Achse Beginnwert der Skala 0 Y-Achse Einteilung Skala 10 Y-Achse Anzahl der Einteilungen 10
Überschrift Weitere Symptome einer Migräneattacke
Vorspann Neben den Kopfschmerzen treten oft noch andere Begleiterscheinungen bei einer Migräne auf
Time Delay 15000
Variante (delay/ishow) ishow
Bezeichnung X-Achse Appetitlosigkeit Übelkeit Erbrechen Lichtscheue Lärmempfindlichkeit Geruchsempfindlichkeit
Farbe Rand #0064a5
Farbe Fläche #76a6dd
Werte 100 80 50 60 50 10

Die Kopfschmerzen und ihre Begleitsymptome sind jedoch nur der Gipfel der Migräne und kennzeichnen ihre dritte Phase. Denn Migräne verläuft in mehreren Phasen: Schon zwei bis drei Tage, bevor der Kopfschmerz ausbricht, können typische Symptome wie etwa Gereiztheit, Heißhunger auf Süßes, Müdigkeit aber auch eine besondere Hochstimmung den Migräneanfall ankündigen (Phase 1). Die zweite Phase der Migräne trifft rund zehn Prozent aller Patienten: Rund eine Stunde vor Beginn der Kopfschmerzen leiden sie unter neurologischen Störungen, wie sensible Missempfindungen, Seh-, Sprach- oder  Gleichgewichtsproblemen. Diese Beschwerden werden als "Aura-Symptome" bezeichnet, die Migräne-Phase demnach als Aura-Phase.

Ursachen der Migräne

Woher kommt das alles? Forscher haben herausgefunden, dass Migräne auf genetischen Veränderungen beruht. Erbfaktoren spielen eine entscheidende Rolle, dass Betroffene überempfindlich auf innere und äußere Reize reagieren. Diese Reize – zum Beispiel ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus, hormonelle Schwankungen, Stress, Wetteränderungen oder ungewohnte körperliche Belastung – werden Triggerfaktoren genannt. Selbst wenn die genetische Veranlagung für Migräne weitergegeben wurde, hängt es weitestgehend von solchen Umweltfaktoren ab, ob eine Migräne im Einzelfall auftritt und wenn ja, wie stark und häufig.

Die genetischen Veränderungen stören die Erregbarkeit der Nervenzellen. Das Nervensystem von Migränepatienten steht sozusagen ständig unter Hochspannung. Reize werden daher früher und schneller von ihrem Gehirn aufgenommen und schneller verarbeitet. Strömen Reize zu schnell oder zu lange auf Migränepatienten ein, kommt es zu einer Überlastung der Nervenzellen. In Folge bricht ihre Energieversorgung zusammen; die Steuerung der Nervenfunktion entgleist. Schmerzauslösende Nervenbotenstoffe werden übermäßig freigesetzt. Diese führen zu einer Entzündung der Blutgefäße der Hirnhäute. Das wiederum verursacht dann die hämmernden Kopfschmerzen sowie die Begleitsymptome des Migräneanfalls.

Zwar hat die - noch relativ neue - Kenntnis, dass Migräne eine genetische Erkrankung ist, bisher zu keinen neuen Therapien geführt. Aber für viele Betroffene dürfte diese Tatsache eine wertvolle Information sein. Besagt sie doch: Ja, mein Leiden ist echt, ich bilde mir das nicht nur ein. Mit diesen Vorwürfen werden auch heute noch viele Menschen mit Migräne konfrontiert. "Stell Dich nicht so an", "ein bisschen Kopfweh hat doch jeder".

"Nein, nicht jeder", können Sie jetzt sagen. "Und ich bilde mir das auch nicht ein." Damit Sie anderen Menschen auch erklären können, was genau während einer Attacke im Kopf passiert, lernen Sie in der nächsten Lektion den typischen Ablauf einer Attacke.

Ihr Fortschritt im Kurs Migräne
10%

aktualisiert am 09.07.2015, erstellt am 09.07.2014
Bildnachweis: Glow Images/Cultura/Emely, W&B / Röper

Portal-Logos
© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG
schließen