Wichtig bei Migräne: Tagebuch führen

Schmerztagebuch

Ein Migränetagebuch zu führen hilft auch dem Arzt

Eines der wichtigsten Instrumente, dem Arzt die Migräne möglichst detailliert zu beschreiben, ist ein Krankheitstagebuch. Sie als Migräne-Patient sollten solch ein Tagebuch unbedingt führen. Für sich selbst, um Ihre Migräneattacke genau kennenzulernen. Für den Arzt, damit er für Sie die beste Therapie findet. Und für die Therapiekontrolle, um zu überprüfen, ob eine Behandlung auch das bewirkt, was sie soll.

Um gleich loszulegen, bieten wir Ihnen hier eine Tagebuchvorlage zum herunterladen und ausdrucken an. Mit einem Klick auf die Schaltfläche unten können Sie sich den Vordruck im pdf-Format herunterladen.


 

Im Folgenden erklären wir Ihnen, was Sie alles im Tagebuch festhalten sollten und warum:

  • Häufigkeit, Dauer, Charakter

    Natürlich tragen Sie in den Kopfschmerz-Kalender jede Attacke ein - von den ersten Anzeichen bis zum Abklingen. Wann hatten Sie Kopfschmerzen, wie lange, wie stark? Dazu bedient man sich meist einer 4-Punkte Ratingskala: 0 bedeutet "kein Schmerz",1 ist gleich "schwacher Schmerz", 2 "mittelstarker Schmerz" und 3 vergeben Sie bei "starker Schmerz". Notieren Sie zudem, wo und wie Sie den Schmerz empfunden haben: Drückend, ziehen, pochend, pulsierend oder hämmernd. Notieren Sie auch ob er wandert und wenn er sich beziehungsweise seine Intensität verändert. Falls Sie während der Attacke einschlafen und schmerzfrei aufwachen, schreiben Sie auch dies auf: Experten zählen die Zeit bis zum Aufwachen mit in die Attackendauer. Die Kopfschmerzdauer ist für die Diagnosestellung und die Kontrolle der Therapie von zentraler Bedeutung.

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  • Begleitsymptome

    Protokollieren Sie während eines Kopfschmerzanfalls auch alle Begleitsymptome: Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit oder Reizstörungen wie Lärm-, Geruchs- oder Licht-Überempfindlichkeit. Falls Sie eine Aura befällt, gehören ihre typischen neurologischen Störungen natürlich auch im Kopfschmerz-Tagebuch aufgelistet - mit Beginn- und Verlaufsangaben.

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  • Attacken-Therapie

    Schreiben Sie ebenfalls auf, wie Sie der Kopfschmerz-Attacke begegnet sind: Notieren Sie nicht nur die Einnahme von Schmerzmitteln inklusive welches Präparat Sie zu welcher Zeit und in welcher Dosierung gewählt haben, sondern auch alle allgemeinen Maßnahmen: Sich ins Bett zurückziehen, Zimmer verdunkeln, Ohrenstöpsel brauchen, Entspannungstechniken durchführen… Falls Sie Übelkeits-lindernde Medikamente brauchen, notieren Sie auch hier genau, wann und was Sie eingenommen haben.

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  • Lebensführung

    Ein Schmerztagebuch zu führen hilft auch, eine Migräneattacke möglichst früh aufzuspüren. Indem Sie Ihre Lebensführung, Ereignisse und Gefühle auf Papier festhalten, kommen Sie gemeinsam mit dem Arzt auch auf die Spur, ob sich die Migräne bei Ihnen in einer speziellen Form ankündigt. Bei über einem Drittel der Migränepatienten zeigen sich typische Ankündigungssymptome schon bis zu 24 Stunden vor dem Beginn einer Attacke. Dazu zählen:

     

    ▪ Stimmungsschwankungen wie Gereiztheit oder Nervosität

    ▪ Besonders großer Elan

    ▪ Hyperaktivität und große Motivation

    ▪ übertrieben gute Stimmung

    ▪ erhöhter Appetit, insbesondere auf Süßigkeiten

    ▪ Müdigkeit oder ausgeprägtes Gähnen

    ▪ Niedergeschlagenheit

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  • Ernährung

    Auch Speisen oder Getränke können persönliche Trigger sein. Aber auch ein Mangel an bestimmten Nahrungsbestandteilen oder Nährstoffen kann zu Kopfweh führen. Aus diesen Gründen ist es sinnvoll, dass Migränepatienten auch einige Zeit lang ein spezielles Augenmerk auf ihre Ernährung legen. Die Ernährung gegebenenfalls anzupassen zählt ebenfalls zu den Bausteinen, um Migräne vorzubeugen.   

    Bei der Beurteilung, inwieweit Nahrungsmittel jedoch tatsächlich als Triggerfaktoren in Frage kommen, muss man sehr vorsichtig sein. Patienten sollten nicht selbst interpretieren, welche Nahrungsmittel und welche Getränke ihre Trigger sein könnten. Überlassen Sie das am besten den Experten anhand Ihrer Aufzeichnungen. Fachleute können am besten differenzieren, ob es sich bei Speisen und Getränken tatsächlich um Auslöser oder eigentlich um Ankündigungssymptome eines Migräneanfalls handelt.

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Auch wenn Sie beim Führen des Tagebuchs schon selbst das ein oder andere auffällt: Überlassen Sie die Auswertung Ihrem Arzt. Treffen Sie vor allem nicht eigenständig die Entscheidung, Ihre Therapie anzupassen.

Was der im Rahmen der Diagnose mit Ihnen alles anstellt, erfahren Sie übrigens in der nächsten Lektion.

Ihr Fortschritt im Kurs Migräne
41%

aktualisiert am 23.06.2014, erstellt am 09.07.2014
Bildnachweis: Strandperle/Photo Alto, W&B / Röper

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