Bewegungsmangel macht die Knochen dünn

Bewegungsmangel macht die Knochen dünn

Faul auf dem Sofa fernsehen? Mal erlaubt, aber sollte kein Dauerzustand sein

Bei Menschen, die für längere Zeit Bettruhe einhalten müssen oder ein Gipsbein tragen, werden schon nach kurzer Zeit die Gliedmaßen dünner, die Muskulatur schwächer und auch die Knochendichte nimmt ab. Die Ursache: verminderte Muskelspannung. Das schwächt die Knochen. Viel Training ist nötig, um Knochen und Muskeln wieder fit zu machen.

Knochen-
schwund bei Astronauten

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In Bewegung setzen Muskulatur und Schwerkraft ständig Reize am Knochen und darauf reagiert er: Der Knochenstoffwechsel wird angeregt und es bilden sich neue Knochenzellen. Um stabil und gesund zu bleiben, muss der Knochen arbeiten. Am besten so oft wie möglich, jeden Tag.

Bewegung und Sport sind deshalb ein Muss, um Osteoporose zu behandeln, aber auch um ihr vorzubeugen. Gerade wenn die Knochenmasse altersbedingt nachlässt oder bereits eine Osteoporose vorliegt, kann das passende Training vor weiterem Knochenabbau schützen.


Nicht jeder Sport eignet sich gleichermaßen gut bei Osteoporose. Ein kurzer Überblick:

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  • Am besten eignet sich Kraft- oder Muskeltraining, zum Beispiel in einem therapeutischen oder medizinischen Fitnessstudio. Krafttraining an Geräten fordert die Knochen stärker und regt den Knochenstoffwechsel besser an als reines Ausdauertraining.

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  • Joggen oder Nordic Walking eignen sich bei Osteoporose auch zur Vorbeugung nur bedingt, da der Knochenstoffwechsel nicht so stark angeregt wird wie beim Krafttraining.

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  • Von Radfahren raten Experten ab, da die Druck- und Zugbelastung, die der Knochen braucht, bei diesen Sportarten zu schwach ausfällt. Wassersportarten wie Schwimmen eignen sich auch deshalb nicht, weil der Zustand im Wasser dem der Schwerelosigkeit sehr ähnlich ist.

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Wie gesagt: Diese Empfehlungen gelten nur in Bezug auf Osteoporose. Ausdauertraining zum Beispiel ist meist sinnvoll bei Menschen mit Herzproblemen. Bei Osteoporose bewirkt es vergleichsweise wenig. "Welches Training passt zu mit?", werden Sie jetzt vielleicht fragen. Das Antwort sollten Sie am besten mit Ihrem Hausarzt, Orthopäden oder Sportmediziner abklären.

Neben gezieltem Training brauchen unsere Knochen auch im Alltag so viele Reize wie möglich: Treppensteigen, zügiges Spazierengehen oder kurze Gymnastikeinheiten. Die Bewegung fördert außerdem Ausdauer, Gleichgewicht und Koordination – das ist wichtig, um Stürze und Knochenbrüche zu vermeiden.

Denn ein Knochenbruch führt bei Osteoporose zu einem fatalen Teufelskreis: Die Verletzung macht Sport für längere Zeit unmöglich, gleichzeitig nimmt der Knochenabbau durch Bettruhe und Bewegungsmangel massiv zu. Das gilt auch für sogenannte Spontanfrakturen, die ohne erkennbaren Auslöser. Im schlimmsten Fall wird der Knochenbruch nicht erkannt, mitunter mit Rückenproblemen wie einem Hexenschuss verwechselt. Die Betroffenen verfallen dann leicht in ungesunde Schonhaltungen und bewegen sich aufgrund der Schmerzen nur noch so wenig wie möglich.

In den nächsten beiden Lektionen wird es um die Diagnose von Osteoporose gehen. Ein wichtiger Part dabei: Ihre Mitarbeit.

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aktualisiert am 08.04.2015, erstellt am 15.05.2015
Bildnachweis: W&B, ddp Images/Stock

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