Osteoporose-Schmerzen effektiv behandeln

Frau mit Schmerzen

Schmerzen bei Osteoporose: Häufig ist der Rücken- und Kreuzbereich betroffen

Je nachdem, in welchem Stadium sich Osteoporose befindet, kann die Krankheit Schmerzen verursachen. Das liegt daran, dass Veränderungen im Skelett spürbar sind. Nicht nur, wenn tatsächlich ganze Knochen brechen. Sondern auch, wenn Knochengewebe einbricht, die Knochenhaut verletzt wird, die Nervenbahnen involviert sind oder es zu Einblutungen kommt. Manchmal sind auch Sehnen, Bänder, Muskeln und Sehnenansätze das Problem. Werden sie chronisch überlastet, weil sich der Zug auf sie ändert oder man Fehl- und Schonhaltungen einnimmt, quittieren sie die Belastung mit Schmerz. Häufig ist davon der Rücken- und Kreuzbereich betroffen, denn Veränderungen an den kleinen Wirbelkörpern führen in vielen Fällen zu Verkrümmungen der Wirbelsäule und einer buckligen Haltung.

Vielleicht kommt Ihnen der stöhnende Griff in den Rücken ja bekannt vor – er plagt viele Osteoporose-Patienten. Je nach Ursache variiert allerdings die Schmerzart, was Arzt und Patient wichtige Hinweise geben kann. Bei Einblutungen in den Knochen zum Beispiel entsteht typischerweise ein bohrender Schmerz, der sich bei Ruhe und im Liegen verschlimmert. Überlastungen in Sehnen und Bändern äußern sich hingegen eher brennend und treten wellenförmig nach Belastungen wie Bücken, Heben oder Tragen auf. Die Rückenmuskulatur wiederum macht sich normalerweise nach längerem Liegen bemerkbar. Es ist wichtig, den Schmerz und seine Ursache zu kennen, um möglichst gezielt dagegen vorgehen zu können. Sprechen Sie deshalb ausführlich mit Ihrem Arzt darüber, führen Sie ein Schmerztagebuch und versuchen Sie, Ihre Beschwerden möglichst präzise zu beschreiben. Entscheidend ist, dass Schmerzen ausreichend früh und ausreichend stark behandelt werden, damit nicht der typische Teufelskreis aus Schmerz, zu wenig Bewegung, Schon- und Fehlhaltungen und noch mehr Schmerzen entsteht.

Eine Behandlung besteht üblicherweise aus der Kombination von vier verschiedenen Ansätzen: die physikalische Therapie, Medikamenteneinnahme, neurochirurgische Eingriffe und die psychologische Schmerztherapie.

 

Mit den Pfeilen links und rechts
können Sie die Textblöcke
hin- und herbewegen

 

  • Die Möglichkeiten der physikalischen Therapie haben Sie bereits kennengelernt. Damit lassen sich Schmerzen sehr spezifisch bekämpfen. An erster Stelle sind hier Physiotherapie und Krankengymnastik sowie Thermotherapien zu nennen. Mit einer Kräftigung der Rumpfmuskulatur können Therapeuten zum Beispiel Schmerzen lindern, die von den Sehnen und Sehnenansätzen rund um die Wirbelkörper herrühren. Auch spezielle Rotationsübungen helfen. Bei überlasteten Muskeln wiederum sind Wärme, Massagen und Dehnübungen wirkungsvoll, während Schmerz durch Einblutungen kühle Auflagen und leichte Bewegung erfordert. Sie sehen: Wenn Sie Ihre Beschwerden zuordnen können, lassen sie sich gezielter behandeln und im Idealfall verhindern. Mit einem guten Physiotherapeuten an Ihrer Seite ist bereits viel gewonnen.

    1/5

  • Um Arzneistoffe kommt man meistens nicht herum. Sind die Schmerzen nicht zu stark und treten nur gelegentlich auf, eignen sich die bekannten Wirkstoffe Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac oder Acetylsalicylsäure. Sie wirken am peripheren Nervensystem und unterbinden dort Schmerzreize, weshalb sie meist schnelle Linderung verschaffen. Das Problem: Die meisten dieser Schmerzmittel stammen aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) und haben eine therapeutische Obergrenze. Das bedeutet, dass sich ihre Wirkung trotz höherer Dosierung irgendwann nicht mehr steigern lässt. Außerdem sind sie nicht für eine dauerhafte Einnahme geeignet, weil sie in diesem Fall den Magen-Darm-Trakt schädigen können.

    2/5

  • Werden dauerhaft Schmerzmedikamente benötigt, wird Ihnen Ihr Arzt deshalb vielleicht eine Opioidtherapie vorschlagen. Obwohl viele Patienten Vorbehalte gegen Opioide haben, weil sie eine Abhängigkeit und starke Nebenwirkungen befürchten, sind diese Medikamente deutlich besser als ihr Ruf. Zum einen schädigen sie Organe wie Magen, Leber oder Nieren auch bei längerer Einnahme nicht und lassen sich sehr gut dosieren. Zum anderen gibt es heute moderne Präparate, die kaum Nebenwirkungen haben. Zwar kann es anfangs zu Übelkeit oder Schwindel kommen, in der Regel verschwinden solche Beschwerden aber innerhalb kurzer Zeit. Was mitunter bleibt, sind Verstopfungen. Dem können Betroffene mit ausreichend Bewegung, einer angepassten Ernährung und gegebenenfalls Abführmitteln entgegenwirken. Wichtig bei einer Opioid-Therapie ist, dass Sie sich genau an die verordnete Dosierung halten und der Arzt ein für Sie passendes Medikament findet.

    3/5

  • Eine weitere Möglichkeit zur Schmerzbekämpfung sind chirurgische Eingriffe. Dabei werden mit minimalinvasiven Methoden – also Operationen, die nur kleine Schnitte erfordern – einzelne Wirbelkörper stabilisiert. Zwei Verfahren sind hier besonders verbreitet. Zum einen die Vertebroplastie, bei der Chirurgen unter lokaler Betäubung ein schnell aushärtender Kunststoff in die eingebrochenen Wirbelkörper spritzen, um diesen zu stabilisieren. Zum anderen die Ballon-Kyphoplastie, bei der Ärzte unter Vollnarkose ein Ballonkatheter in den eingebrochenen Wirbelkörper schieben. Dieser wird anschließend so aufgeblasen, dass der Wirbelkörper sich wieder etwas aufrichtet und ein Hohlraum entsteht, in den ein Kunststoff eingebracht und ausgehärtet werden kann. Beide Methoden sollten allerdings nur nach sorgfältiger Abwägung zum Einsatz kommen.

    4/5

  • Unstrittig ist hingegen der Nutzen des vierten Bausteins der Schmerztherapie, dem psychologischen Ansatz. Chronische Schmerzen sind für Betroffene sehr belastend und können auf Dauer auch über die Osteoporose hinaus krank machen. Erschöpfung, Depressionen, Verzweiflung und Hilflosigkeit kommen häufig vor – es entsteht ein Teufelskreis, der die Schmerzen am Ende noch verschlimmert. Gesprächstherapien, Entspannungsverfahren und Verhaltenstherapien können dabei helfen, besser mit Ihrer Situation umzugehen. Es gibt auch speziell geschulte Schmerztherapeuten, die Patienten im Umgang mit der Krankheit unterstützen. Zieren Sie sich nicht, solche Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen – es ist wichtig, dass der Schmerz nicht Ihr Leben bestimmt.

    5/5

Herzlichen Glückwunsch

Das war die letzte Lektion im Kurs Osteoporose. In der Schule wäre das jetzt Ihr letzter Schultag. Eigentlich ein Grund zu feiern, wenn da nicht noch eine kleine Aufgabe auf Sie warten würde: der Abschlusstest. Mit Ihrem Wissen sollte es aber kein Problem sein, die paar Fragen zu beantworten, die wir für Sie vorbereitet haben. Deswegen sagen wir an dieser Stelle ein letztes Mal: Mit einem Klick unten rechts geht es weiter ... zum Abschlusstest.

100

Ihr Fortschritt im Kurs Osteoporose

aktualisiert am 08.04.2015, erstellt am 15.05.2015
Bildnachweis: W&B, Getty Images/Cultura

Portal-Logos
© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG
schließen