Osteoporose mit Medikamenten behandeln

Frau schaut auf Medikament

Medizinische Immersion: Fiktiver Blick auf ein dreidimensionales Strukturmodell eines Osteoporosemedikaments

Obwohl sich Osteoporose nicht vollständig heilen lässt, können Medikamente den Verlauf der Krankheit wesentlich beeinflussen. Als Basistherapie verordnen Ärzte in der Regel Kalzium und Vitamin D. Im Kapitel über Ernährung haben Sie bereits gelernt, warum beide Stoffe eine zentrale Rolle für den Knochenstoffwechsel spielen: Kalzium ist als Baumaterial der Knochen unerlässlich, Vitamin D wiederum hilft dem Körper bei der Aufnahme des lebenswichtigen Minerals.

Allerdings liefern nur wenige Nahrungsmittel das Vitamin. Die zweite Option – unter Lichteinfluss, also in der Sonne – den Körper das Vitamin selbst bilden zu lassen, ist wegen der gesundheitlichen Risiken problematisch. Für viele Osteoporose-Patienten ist deswegen die Einnahme von Vitamin D in Form von Tabletten, Brausetabletten oder Pulver stets ein Teil der Behandlung. Ähnlich verhält es sich mit dem Kalzium. Bei weitem nicht jedem Osteoporosepatienten gelingt es, eine ausreichende Menge Kalzium über die Nahrung aufzunehmen. Ärzte raten dazu, auch den Mineralstoff als Präparat zuzuführen.

Darüber hinaus gibt es zwei Gruppen von Medikamenten, die sich im Kampf gegen den Knochenschwund bewährt haben:

  • Die erste Gruppe, Antiresorptiva genannt, wirkt dem Abbau von Knochenmasse entgegen. Zu den Antiresorptiva gehören Bisphosphonate, Calcitonin, Denusumab, Östrogene, selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERM) sowie Vitamin-D-Metabolite.
  • Die zweite Gruppe, so genannte Osteoanabolika, unterstützen den Knochenaufbau. Als Osteoanabolika kommen Fluoride, Testosteron, Parathormon und Strontium zum Einsatz.

Obwohl der Gedanke naheliegt, bringt eine Kombination beider Medikamentengruppen keine Vorteile bei der Behandlung, das haben Studien gezeigt. Ihr Arzt wird sich also für eine der beiden Gruppen entscheiden – aufgrund von Nebenwirkungen und Wirksamkeit in der Regel für Antiresorptiva. Welches Präparat für Sie in Frage kommt, ist von vielen Faktoren abhängig, etwa Ihrem Alter und Geschlecht, dem Krankheitsverlauf, Vorerkrankungen und Unverträglichkeiten.

In den folgenden beiden Lektionen stellen wir Ihnen die beiden Gruppen etwas detaillierter vor. Den Anfang machen die Antiresorptiva, also Medikamente, die den den Knochenabbau hemmen.

Ihr Fortschritt im Kurs Osteoporose
85%

aktualisiert am 20.07.2015, erstellt am 15.05.2015
Bildnachweis: Getty Images /Stone, ibandronat/jmol

Portal-Logos
© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG
schließen