Tipps für den Alltag mit Osteoporose

Frau steht im Flur

Helle Umgebung: Gut ausgeleuchtete Räume birgen weniger Gefahren zu stolpern

Sie wissen bereits: Ein gesunder Speiseplan und ausreichend Bewegung sind wichtig, um Osteoporose in Schach zu halten. Es gibt aber noch mehr, was Sie im Alltag gegen die Krankheit tun können.

Ganz oben auf der Liste steht dabei das Thema Sturzprävention.

NCHOOKWer stürzt läuft Gefahr, sich etwas zu brechen – und das passiert bei osteoporotischen Knochen leider schneller als bei gesunden. Brüche aber bedeuten Schmerzen, schränken die Mobilität zeitweilig stark ein und machen es gerade älteren Menschen oft schwer, wieder zurück in ein aktives Leben zu finden.

Manch einer bleibt nach einem Sturz pflegebedürftig. Damit es gar nicht erst soweit kommt, sollten Sie Ihre Umgebung sturzsicher machen – egal, wie alt Sie sind. Schließlich passieren weit mehr als 80 Prozent aller Unfälle im Haushalt.

Wenn Sie folgende einfache Tipps berücksichtigen, können Sie das Risiko aber deutlich senken:

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  • Teppiche sind eine häufige Stolperfalle. Am besten verzichten Sie ganz darauf. Ansonsten helfen Klebestreifen oder Gummiraster zum Unterlegen dabei, sie fest am Boden zu fixieren. Auch Kabel sind im Alltag gerne mal im Weg. Sie sollten immer an der Wand, hinter Fußbodenleisten oder über Türrahmen verlegt werden, damit sie nicht zur Stolperfalle werden. Überhaupt sollten Sie darauf achten, alle Laufwege in der Wohnung aufgeräumt und frei von Hindernissen zu halten.

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  • Sie wissen es ja bereits aus dem Bilderrätsel: eine gute Beleuchtung ist wichtig. Gerade bei Fluren, Kellertreppen und dunklen Ecken lohnen sich oft Bewegungsmelder. So kommen Sie gar nicht erst in Versuchung, durch die Dunkelheit zu tappen. Im Badezimmer wiederum sorgen Griffe zum Festhalten an der Wand und Anti-Rutschmatten auf dem Boden für mehr Sicherheit.

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  • Ein potenzielles Sturzrisiko bergen Treppen. Sie sollten deshalb immer eben, rutschfest, gut beleuchtet und aufgeräumt sein. Blumenvasen, Zeitschriften oder Deko haben nichts darauf zu suchen. Gummistreifen hingegen können Ihren Füßen mehr Halt geben, sie gibt es zum Aufkleben in jedem Baumarkt. Und natürlich sollte jede Treppe – egal wie kurz – ein Geländer oder wenigstens einen Handlauf haben.

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  • Lassen Sie Ihre Sehstärke regelmäßig überprüfen und tragen Sie eine Brille oder Kontaktlinsen, wenn Sie diese benötigen. Eine gute Sicht mindert das Sturzrisiko ebenso wie flache Schuhe mit rutschfester Sohle.

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  • Achten Sie bei der Einnahme von Medikamenten darauf, ob diese Ihre Reaktionen beeinträchtigen. Manche Medikamente können Schwindel verursachen und so das Sturzrisiko erhöhen. Wer zum Beispiel eine Opiattherapie beginnt, muss gerade in den ersten Wochen mit solche Nebenwirkungen rechnen.

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  • Leider lassen sich Stürze nicht immer vermeiden. Im Falle eines Falles bieten Protektoren Schutz. Es gibt spezielle Hüftschützer für Osteoporosepatienten, die wie seitlich gepolsterte Unterwäsche aussehen und unter der Kleidung getragen werden. Bei einem Aufprall dämpfen sie den Sturz und schützen effektiv vor Oberschenkelhalsbrüchen. Solche "hip pads" können das Risiko für Frakturen um bis zu 40 Prozent senken – für sturzgefährdete Menschen sind sie deshalb sehr empfehlenswert. Zugegeben sind sie anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber sonst nicht weiter auffällig. Das Tragen kann sich also durchaus lohnen, auch wenn die Optik nicht gerade an Reizwäsche erinnert.

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  • Bei fortgeschrittener Osteoporose bietet sich das Tragen von Orthesen an. Das sind medizinische Hilfsmittel, die der Stabilisierung und Entlastung der Wirbelsäule dienen. Sie können sowohl in elastische Kleidungsstücke eingearbeitet sein als auch als eine Art Korsett umgeschnallt werden. Bei chronischen Rückenschmerzen leisten Orthesen ebenso gute Hilfe wie bei akuten Schmerzen durch Kompressionsfrakturen an den Wirbeln. Am besten fragen Sie einen Physiotherapeuten, ob eine Orthese für Sie sinnvoll ist. Weil Sie die Haltung korrigiert und die Rumpfmuskulatur kräftigt, kann Sie nämlich auch zeitweise zu Trainingszwecken getragen werden.

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  • Achten Sie im Alltag darauf, das Tragen schwerer Gegenstände ebenso zu vermeiden wie häufiges Bücken oder Heben. Wer auf eine gerade Haltung achtet, schont den Rücken und die Wirbelkörper.

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  • Vermeiden Sie längeres Sitzen in einer Position und versuchen Sie, Belastungen wie langes Sitzen oder Stehen mit Ausgleichsbewegungen zu kompensieren. Auch beim Aufstehen aus dem Bett können Sie sich einen rückenfreundlichen Bewegungsablauf angewöhnen: Winkeln Sie dazu beim Aufstehen die Beine an,  spannen Sie dann die Bauchmuskeln und den Beckenboden an und drehen Sie anschließend Schultern und Becken gleichzeitig zur Bettkante. Stützen Sie sich dort mit einer Hand ab und hebeln Sie sich hoch, während Sie Bauchmuskeln und Beckenboden angespannt lassen und die Füße gleichzeitig auf den Boden stellen.

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Der vielleicht wertvollste Tipp für den Alltag ist jedoch folgender: Schließen Sie sich einer Selbsthilfegruppe an. Dort können Sie sich mit anderen Betroffenen austauschen, von deren Erfahrungswerten profitieren und über Ihre Sorgen und Beschwerden sprechen. Die Gruppen organisieren außerdem oft Angebote wie Osteoporose-Gymnastik, Fachvorträge oder Sporttreffen und stellen fundierte Informationen zur Verfügung. Sie bieten Betroffenen also einen echten Mehrwert – und vielleicht finden Sie echte Verbündete im Kampf gegen die Krankheit.

Ging es bisher um Maßnahmen ohne Medikamenteneinnahme, sollen Sie in den nun folgenden Lektionen die Arzneien kennenlernen, die bei Osteoporose zum Einsatz kommen.

Ihr Fortschritt im Kurs Osteoporose
82%
Zahl 80
Schriftgroesse Zahl 85
Subtext Prozent
Text rechts aller Unfälle passieren im Haushalt
Schriftgroesse Text 20
Wartezeit in Millisekunden 2000
Variante (delay oder ishow) delay

aktualisiert am 08.04.2015, erstellt am 15.05.2015
Bildnachweis: Masterfile/Kablonk! RM, W&B / Röper

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