Konditionierung: Wenn Rauchen zum Automatismus wird

Rauchgewohnheiten festigen durch immer wieder rauchen

Je öfter ein Raucher in einer bestimmten Situation raucht, desto dringender braucht er solche Ritualzigaretten

Mit jeder Zigarette verknüpft ein Raucher den Zug am Glimmstängel unbewusst mit bestimmten inneren und äußeren Reizen. Wissenschaftler nennen solch einen Vorgang Konditionierung. Nach dem Essen geraucht und sich wohl dabei gefühlt? Das merkt sich das Gehirn und wird bei der nächsten Mahlzeit wieder an eine Zigarette denken. Je öfter ein Raucher nach dem Essen raucht, desto mehr werden diese beiden Vorgänge miteinander verknüpft in den Nervenzellen. Im Laufe der Zeit führt das dazu, dass sich beim Essen automatisch das Gefühl einstellt, eine Zigarette zu brauchen. Wer oft genug diese Ritualzigarette raucht, wird bald schon beim bloßen Anblick eines Essens das unbändige Verlangen nach einer Zigarette verspüren. Ganz so wie bei den berühmten Pawlow’schen Hunden, denen das Wasser schon im Munde zusammenlief, obwohl es noch gar kein Futter gab, aber ein Signal darauf hinwies.

Unser Gehirn und unser Körper verknüpfen die Zusammenhänge ebenso. Der Glückskick im Hirn ist mit dem Rauchen verbunden – und in bestimmten Reizsituationen greifen wir immer zur Zigarette. Nicht nur beim Essen. Situationen für Ritualzigaretten gibt es viele: nach dem Aufstehen, beim Autofahren, nach dem Kaffee, bei Feierabend, nach dem Sex. Sobald die Situation eintritt, verlangt das Gehirn nach Nikotin. Das funktioniert übrigens auch mit inneren Reizen: Aufkeimender Ärger, Stress im Büro oder ein anstehender Arzttermin zum Beispiel.

Die Konditionierung entsteht durch häufiges Wiederholen einer Reiz-Reaktions-Abfolge, durch die eine Verknüpfung mit dem Rauchen entsteht. In der Folge wird ein bestimmtes Verhalten (das Rauchen) von einem bestimmten Reiz (Kaffee, Pause, Ärger, etc.) ausgelöst – oft ohne, dass man sich dessen bewusst ist und selbst dann, wenn der Nikotinspiegel im Blut noch hoch ist.

Unterm Strich nährt diese Konditionierung die Illusion, Zigaretten zu brauchen, nur noch mehr. Wie gesagt: Ein Teufelskreis, der mit jeder Zigarette ein kleines bisschen an Fahrt aufnimmt.

Leider ist die Geschichte mit der Sucht an dieser Stelle noch nicht zu Ende. Es gibt noch einen Aspekt, den wir besprechen müssen: den Einfluss der Zigarettenhersteller. Mehr dazu in der nun folgenden Lektion.

Ihr Fortschritt im Kurs Mit dem Rauchen aufhören
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Text In bestimmten Reizsituationen greifen wir immer zur Zigarette
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aktualisiert am 25.06.2015, erstellt am 03.11.2014
Bildnachweis: Shotshop/Frank Roeder, W&B

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