Wie Werbung die Sucht verstärkt

So hilft die Industrie dabei die Scheinwelt aufzubauen

Zigarettenwerbung: So subtil, dass sie sogar ohne Markennennung funktioniert

Ein einsamer Cowboy, der in den Sonnenuntergang reitet. Laszive Lippen, die sich um eine Zigarette schließen, bunte Verpackungen mit markigen Sprüchen – solche Motive für Zigarettenwerbung kennt jeder. Obwohl Rauchen in Radio und Fernsehen schon lange nicht mehr beworben werden darf, sind Zigaretten im Alltag doch präsent: als Plakat an der Bushaltestelle, am Kiosk um die Ecke oder abends im Kino.

Die Werbeindustrie verknüpft die Glimmstängel geschickt mit einem bestimmten Lebensgefühl und positiven Attributen – und tut damit im großen Stil, was Raucher durch Ritualzigaretten im Kleinen tun. Die Industrie macht uns glauben, dass Rauchen etwas mit Freiheit, Unabhängigkeit, Individualität, Wagemut, Abenteuerlust, Rebellion und Entspannung zu tun hat. Rund 200 Millionen Euro lässt sich die Tabakindustrie das in Deutschland nach eigenen Angaben jährlich kosten.

Sie glauben, das ist Geldverschwendung und beeinflusst ihr Verhalten nicht? Studien zur Werbewirkung belegen das Gegenteil: Sie zeigen, dass Werbung den Raucheinstieg insbesondere bei Jugendlichen fördert und ihre drei Hauptziele durchaus erfüllt: das Interesse potenzieller Einsteiger wecken, Raucher in ihrem Verhalten bestärken und Aufhörwillige von diesem Schritt abhalten. Beispiele von Ländern mit umfassendem Tabakwerbeverbot zeigen, dass Werbung tatsächlich Auswirkung auf das Rauchverhalten hat und ein Verbot den Tabakkonsum reduziert. Die Weltgesundheitsbehörde WHO und das Deutsche Krebsforschungszentrum appellieren deshalb seit Langem an die Politik, ein solches Verbot durchzusetzen. Schätzungen gehen davon aus, dass damit der Zigarettenkonsum in der Europäischen Union um etwa acht Prozent reduziert werden könnte.

Werbung wirkt aber nicht nur bei Einsteigern und Jugendlichen, sondern auch bei gestandenen Rauchern. An dieser Stelle sollen Sie wieder einmal ein bisschen mitarbeiten. Was die Hersteller mit ihren Werbekampagnen erreichen wollen, wissen Sie ja schon. Es sollte deswegen kein Problem für Sie sein, den folgenden Lückentext mit den richtigen Wörtern aus der Spalte rechts zu füllen. Klicken Sie dafür einfach in der richtigen Reihenfolge auf die Wörter rechts.







Allerdings wächst das Gesundheitsbewusstsein der Gesellschaft, die Warnhinweise auf  Zigarettenpackungen werden immer größer und die Bilder drastischer. Die Tabakindustrie setzt daher mittlerweile vermehrt auf vermeintlich harmlose Produkte. Zigaretten mit speziellen Filtern etwa, mit weniger Zusatzstoffen oder geringeren Mengen an Nikotin und Teer. Sie werden mit Bezeichnungen wie "natural", "pure", "organic" oder "free" beworben und kommen passend dazu im ökobraunen Verpackung. Das suggeriert dem Verbraucher ein gesünderes Produkt. Eine hübsche Werbelüge, denn tatsächlich enthalten auch solche Zigaretten Zusatzstoffe, selbst Papier und Filter sind damit durchtränkt. Aber der Trick funktioniert: Studien belegen, dass sowohl Raucher als auch Nichtraucher solche Produkte für gesünder als herkömmliche Zigaretten halten.

Die Werbung ist jedoch nicht der mächtigste Einflussfaktor auf die Sucht seitens der Hersteller. Noch einflussreicher sind die Zusatzstoffe. In der nächsten Lektion erfahren Sie warum.

Ihr Fortschritt im Kurs Mit dem Rauchen aufhören
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Text In bestimmten Reizsituationen greifen wir immer zur Zigarette
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aktualisiert am 25.06.2015, erstellt am 03.11.2014
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