Bekommen Rheumatiker einen Schwerbehindertenausweis?

Der neue Schwerbehindertenausweis im Scheckkartenformat

Mitunter haben Rheumatiker Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis

Führt eine rheumatoider Arthritis zu außergewöhnlich starken Schmerzen oder bleibenden Bewegungseinschränkungen, besteht mitunter Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis. Solch ein Ausweis kann Vor- und Nachteile haben, mehr dazu erfahren Sie gleich. Schwerbehindert ist man ab einem Grad der Behinderung (GdB) beziehungsweise Grad der Schädigungsfolgen (GdS) von 50.

Beträgt der GdB/GdS weniger als 50, liegt eine Behinderung vor, jedoch keine Schwerbehinderung. Den Schwerbehindertenausweis gibt es dann nicht. Allerdings haben Menschen ab einem GdB 30 die Möglichkeit bei der Agentur für Arbeit die Gleichstellung mit einem schwerbehinderten Menschen zu beantragen. Dieser "Nachteilsausgleich" verschafft Menschen mit GdB 30 und 40 Vorteile im Hinblick auf eine mögliche Arbeitsplatzkündigung: In diesem Fall müssen erst die zuständige Integrationsbehörde oder das Versorgungsamt zustimmen, damit die Kündigung wirksam werden kann.

Der Weg zum Ausweis


Der Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis müssen Rheumatiker bei Ihrem zuständigen Versorgungsamt stellen. Wer Hilfe beim Ausfüllen benötigt, bekommt diese direkt beim Versorgungsamt, bei den Sozialämtern der Gemeinden oder Patienten-Selbsthilfeorganisationen wie etwa die Deutschen Rheuma-Liga. Am besten Sie legen dem Antrag direkt alles bei, was das Versorgungsamt braucht, um den GdB zu ermitteln. Dazu wird insbesondere herangezogen:

  • Berichte von Ärzten, die Sie ambulant behandelt haben
  • Unterlagen von Krankenhäusern, Kuranstalten oder Rehabilitationseinrichtungen
  • Weitere medizinische Befunde, etwa vom Gesundheitsamt, ärztlichen Diensten (zum Beispiel Amtsarzt oder Betriebsarzt) oder dem Integrationsamt

Nachdem das Amt Ihren Antrag und die Unterlagen geprüft hat, bekommen Sie den "Bescheid über den Grad der Behinderung (GdB)". Wurde ein GdB von mindestens 50 anerkannt, gelten Sie als schwerbehindert. Um den Schwerbehindertenausweis zu erhalten, wenden Sie sich mit dem GdB-Bescheid und einem Passfoto an Ihre Stadt- oder Gemeindeverwaltung.

TWHOOKWurde der Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis abgelehnt, bekommen Sie auch darüber einen Bescheid. Falls Sie nicht einverstanden sind, können Sie innerhalb eines Monats nach Zustellung Widerspruch beim Versorgungsamt einlegen. Lehnt das Amt den Widerspruch ab, besteht die Möglichkeit einer Klage vor dem Sozialgericht.

Auch wenn Ihr Antrag abgelehnt wurde: Sollte sich Ihr Rheuma verschlechtern und/oder Funktionseinschränkungen fortschreiten, können Sie jederzeit einen "Antrag auf Neufeststellung nach dem Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX)" - allgemein auch "Verschlimmerungsantrag" genannt - stellen. Diesen Antrag erhalten Sie wieder beim zuständigen Versorgungsamt.


Vorteile des Schwerbehindertenausweises

  • Besonderer Kündigungsschutz
  • Anspruch auf Zusatzurlaub (fünf Arbeitstage im Jahr)
  • Freistellung von Mehrarbeit (auf Antrag)
  • Steuerfreibetrag bei der Einkommensteuer (eventuell auch schon ab GdB 25)
  • Vorgezogene Altersrente ab dem vollendeten 63. Lebensjahr (unter bestimmten Bedingungen und mit Abschlägen auf die Rente)
  • unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Personenverkehr
  • Ermäßigungen auf Eintrittspreise


Möglicher Nachteil

  • Probleme bei der Stellensuche: Die Schwerbehinderung kann Arbeitgeber abschrecken. Doch es besteht keine Pflicht, den Arbeitgeber über seine Behinderung zu informieren.

Geschafft!

Herzlichen Glückwunsch. Sie sind am Ende der Gesundheitsakademie rheumatoide Arthritis angelangt. In der Schule wäre das jetzt Ihr letzter Schultag. Eigentlich ein Grund zu feiern, wenn da nicht noch eine kleine Aufgabe auf Sie warten würde: der Abschlusstest. Mit Ihrem Wissen sollte es aber kein Problem sein, die paar Fragen zu beantworten, die wir für Sie vorbereitet haben. Deswegen sagen wir an dieser Stelle ein letztes Mal: Mit einem Klick unten rechts geht es weiter ... zum Abschlusstest.

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Ihr Fortschritt im Kurs rheumatoide Arthritis
Text Bei Ablehnung eines Antrags können Sie Widerspruch beim Versorgungsamt einlegen
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aktualisiert am 25.03.2015, erstellt am 05.02.2014
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