Die Rolle der Physiotherapie bei Rheuma

Gymnastik

Physiotherapie: Unter fachkundiger Anleitung lernen Rheumatiker, welche Bewegungen Ihnen gut tun und welche nicht

Gehen Sie bereits zur Physiotherapie? Im Grunde kann man nicht früh genug damit anfangen, denn Krankengymnastik ist die wichtigste Säule der Bewegungstherapie bei Rheumatoider Arthritis. Sie beugt Schäden am Bewegungsapparat vor und verbessert bereits bestehende Beschwerden. Wenn Sie also nicht ohnehin schon fleißig dabei sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber -denn Physiotherapie gibt es nur auf Anordnung vom Arzt und sie findet idealerweise in enger Abstimmung zwischen Patient, Therapeut und Arzt statt.

Als Physiotherapie oder Krankengymnastik bezeichnet man den gezielten und planmäßigen Einsatz von Bewegungsübungen mit dem Ziel, krankheitsbedingte

Funktionseinschränkungen auszugleichen und weitere Schäden zu verzögern. Sprich: Es wird alles dafür getan, Ihre Beweglichkeit und Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern. Dafür wird Ihr Physiotherapeut je nach Therapieziel einen Plan erstellen, der ganz auf Ihren Gesundheitszustand und Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Ausdauer und Belastbarkeit zu trainieren gehört ebenso dazu wie bestimmte Muskelpartien zu stärken oder Atemtechniken zur Entspannung zu lernen. Wichtig für Sie als Patient: Die Bewegungen haben keinerlei negativen Auswirkungen auf Schmerz, Krankheitsaktivität oder Gelenkveränderungen.

Unter fachkundiger Anleitung lernen Sie also, welche Bewegungen Ihnen gut tun und welche nicht. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, sollte die Physiotherapie ein fester Bestandteil Ihres Therapieplans werden. Nicht nur, wenn Sie beim Therapeut sind. Eine Reihe von Übungen eignen sich auch für zu Hause. Halten Sie sich daran und arbeiten Sie mit - es geht ja schließlich um Ihre Gesundheit.

Das bewirkt die Physiotherapie

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Die Übungen kann man in zwei Gruppen unterteilen: aktiv und passiv. Passive Maßnahmen sind zum Beispiel Streckung, Vibrationen, Dehnungen oder Lagerung. Bei der Lagerung geht es um die schmerzarme Positionierung, bei Streckung werden Muskeln und Gelenke durch Kraft auseinandergezogen. Passive Maßnahmen kommen vor allem bei Krankheitsschüben zum Einsatz. Die Übungen beruhen dann in der Regel auf schmerzlindernde Verfahren und Techniken zur Muskellockerung. Entscheidend ist, dass der Physiotherapeut Ihren Körper auch ohne Ihr Zutun bewegen kann, was ihn während eines Krankheitsschubs mobil hält und einer Versteifung entgegenwirkt.

Bei aktiven Übungen hingegen ist Ihre aktive Mitarbeit gefragt. Solche Übungen müssen Sie selbständig oder mit Hilfestellung des Therapeuten ausführen. Das kann ziemlich anstrengend sein, aber auch sehr wirkungsvoll. Im Gegensatz zu passiven Übungen kommen aktive nur bei niedriger Krankheitsintensität zum Einsatz. Die Übungen erfolgen frei oder gegen einen Widerstand, häufig kommt das sogenannte isometrische Training zum Einsatz. Diese Methode dient dem Krafttraining. Sie basiert auf dem Prinzip, dass die Muskeln gegen einen Widerstand - etwa Druck oder Zug - gearbeitet wird. Das kann die Hand das Therapeuten ebenso sein wie ein Gummiband, ein Seil, ein Handtuch oder eine Wand. Überhaupt: Je nach Therapieziel kommen bei der Physiotherapie durchaus auch Geräte und Hilfsmittel zum Einsatz.

Da es bei der Krankengymnastik immer auch um den Wechsel zwischen Lockerung und Spannung geht, gehen in der Praxis passive und aktive Übungen meist fließend ineinander über. Aus den Grundformen der Übungen sind unterschiedliche Behandlungstechniken entstanden, die je nach Therapieziel eingesetzt werden.

In der nächsten Lektion wird aus der hier vorgestellten Theorie Praxis. In einem Video zeigen wir Ihnen einige Übungen, die Rheumatiker geeignet sind.

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Ihr Fortschritt im Kurs rheumatoide Arthritis

aktualisiert am 17.04.2015, erstellt am 05.02.2014
Bildnachweis: W&B, Mauritius/Tetra Images, W&B / Röper

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