Die Rolle von Omega-3-Fettsäuren bei Rheuma

Makrelen

Makrelen enthalten viel Omega-3-Fettsäuren

Selbst wenn man die Zufuhr von Arachidonsäure über die Nahrung reduziert, so ist der Körper doch in der Lage, sie aus Linolsäure selbst herzustellen. Diese körpereigene Arachidonsäure kann durch die Zufuhr von mehrfach ungesättigten Fettsäuren, sogenannten Omega-3-Fettsäuren vermindert werden. "Omega-3-Fettsäuren sind der direkte Gegenspieler von Arachidonsäure und deshalb für die Ernährung von an rheumatoider Arthritis erkrankten Menschen besonders bedeutsam", sagt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Omega-3-Fettsäuren - allen voran die Varianten Eicosapentaensäure (EPA) und Decosahexaensäure (DHA) - vermindern die Produktion von Arachidonsäure. Damit nicht genug: EPA und DHA sind außerdem Ausgangssubstanz für entzündungshemmende Eicosanoide wie Resolvine. Forscher haben mittlerweile gezeigt, dass nicht die Menge von Arachidonsäure allein, sondern auch auf ihr Verhältnis zu den entzündungshemmenden Stoffen EPA und DHA über die Ausprägung einer rheumatoider Arthritis mitbestimmen kann.

Ein wichtiges Ernährungsziel ist daher die Einstellung auf eine gute Balance zwischen Arachidonsäure und Omega-3-Fettsäuren. Wenn das Verhältnis stimmt und nicht übermäßig viel Arachidonsäure im vom Rheuma betroffenen Gewebe vorhanden ist, können EPA und DHA ihre Wirkung voll entfalten: Sie hemmen den Stoffwechsel von Arachidonsäure und produzieren entzündungshemmende Stoffe. Experten empfehlen 350 Milligramm Arachidonsäure sowie 6300 Milligramm EPA pro Woche.

Sie können noch folgen? Prima, denn den theoretischen Teil haben wir jetzt hinter uns, kommen wir zur Praxis. Dass Sie mit einer lactovegetabilen Ernährung (also auf Fleisch verzichten, aber nicht auf Milchprodukte) eine günstige Versorgung mit Arachidonsäure erzielen können, wissen Sie noch aus der vorangegangenen Lektion. Die entsprechende Versorgung mit EPA und DHA erreichen Sie über den Verzehr von fettem Meeresfisch. Das ist auch der Grund dafür, warum zweimal die Woche Fisch auf Ihrem Speiseplan stehen sollte. Um auf die empfohlenen 6300 Milligramm EPA zu kommen, müssten sie allerdings reichlich viel davon essen - etwa vier Portionen Thunfisch oder drei Heringe pro Woche.

Da vergeht Ihnen der Appetit? Verständlich, die meisten Menschen essen nicht gerne so viel Fisch. Deshalb werden in den ersten Monaten einer Ernährungstherapie oft Fischölkapseln verordnet. Durch die tägliche Einnahme solcher Kapseln lässt sich eine Anreicherung mit EPA im Körper erreichen und die Dosis kann nach und nach auf etwa 300 Milligramm täglich verringert werden. Dafür reichen, abhängig von der Sorte, ein bis zwei Portionen Fisch in der Woche aus. Mit Abstand am meisten EPA enthält übrigens Hering, gefolgt von Thunfisch, Makrele und Lachs. Ebenfalls geeignete Lieferanten sind Rotbarsch, Scholle, Heilbutt und Forelle.

Unterstützt werden kann die Zufuhr von EPA durch die Verwendung von pflanzlichen Speiseölen, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind. Dazu zählen vor allem Raps-, Walnuss-, Weizenkeim-, Soja und insbesondere Leinöl. Verwenden Sie diese Öle zum Kochen, Braten und für Salate. Auch der Verzehr von Nüssen und Leinsamen ist (in Maßen) ratsam.

In der letzten Lektion des Themas Ernährung wird es um Radikalfänger gehen. Was es damit auf sich hat? Mit einem Klick rechts unten erfahren Sie es.

52.9

Ihr Fortschritt im Kurs rheumatoide Arthritis

aktualisiert am 25.03.2015, erstellt am 05.02.2014
Bildnachweis: Stockfood Munich GmbH/Klaus Arras, W&B / Röper

Portal-Logos
© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG
schließen