Die Schmerzen von Rheuma lindern

Mann nimmt Tablette ein

Es gibt gute Schmerzmittel, doch diese dürfen nur zeitlich begrenzt eingenommen werden

Rheumatoide Arthritis entsteht, weil eine Entzündung den Gelenken zu schaffen machen. Das verursacht Schmerzen. Man sollte meinen, dass ein ideales Medikament sowohl Entzündung und Schmerzen bekämpft.

Was meinen Sie: Wie stehen die Chancen, dass es solch ein Medikament mal geben wird?

Schlecht, Wundermittel gibt es nur in der Fantasie

... Wundermittel gibt es in der Tat nicht. Aber klicken Sie mal auf die nächste Antwort.

Was heißt hier „geben wird“? Solch ein Mittel gibt es bereits

... genau so ist es. Nicht nur eines, sondern gleich mehrere Varianten davon. Sie werden in der Gruppe der "nichtsteroidalen Antirheumatika" zusammengefasst - kurz NSAR. Drei bekannte Wirkstoffe sind Azetylsalizylsäure, Ibuprofen und Diclofenac. Insgesamt gibt es rund 20 Substanzen in dieser Gruppe. Angesichts der Wirkung erstaunt es nicht, dass NSAR die wohl am häufigsten verschriebene Wirkstoffgruppe bei Rheuma sind.

Leider gibt es einen Haken bei der Sache: Wegen der zum Teil gefährlichen Nebenwirkungen dürfen Rheumatiker diese Arzneien nicht uneingeschränkt einnehmen. Zudem lindern NSAR nur die Beschwerden, haben aber keinen Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung selbst. Nebenwirkungen und reine Symptomlinderung sind die Gründe dafür, dass NSAR alleine für die Therapie von Rheuma nicht ausreichen.

Üblicherweise bekommen Patienten Wirkstoffe aus dieser Arzneigruppe zu Beginn einer Therapie und bei akuten Schüben verschrieben. Sobald eine Schmerzlinderung eintritt, wird der Arzt versuchen, die Dosis zu verringern.

Setzt die Wirkung von anderen Rheumamedikamenten ein (die Sie in den nächsten Lektionen noch kennenlernen werden), können Patienten auf NSAR mitunter vollständig verzichten.

Über Wirkung und Nebenwirkungen von NSAR

So wirken NSAR: NSAR greifen in die Produktion der sogenannten Prostaglandine im Körper ein. Prostaglandine haben unterschiedliche Funktionen: Einige schützen Schleimhäute im Magen und Darm, Gelenken und Bronchien. Andere verstärken Entzündungen. Bei der Produktion von Prostaglandinen kommt ein Enzym namens Cyclooxygenase (kurz: COX) zum Einsatz. Genau dieses Enzym hemmen NSAR. Dadurch verlieren Prostaglandine ihre Wirkung. Unter anderem lassen Entzündungen nach. Nun sind Entzündungen das Hauptproblem bei rheumatoider Arthritis. Lassen sie durch die Einnahme von NSAR nach, verbessert sich der Zustand eines Rheumatikers.

Aber wie schon in der letzten Lektion beschrieben: NSAR lindern nur die Symptome, sie haben keinen Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung. Setzt ein Patient NSAR ab, kehren die Entzündungen an den Gelenken zurück. Und NSAR absetzen, das ist für viele Rheumatiker irgendwann mal ein Thema wegen der Nebenwirkungen, über die Sie jetzt mehr erfahren.

Grundsätzliche NSAR-Regeln

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Nebenwirkungen

Sie haben oben gelesen, dass Prostaglandine Schleimhäute schützen. Was wird aus diesem Schutz, wenn die Wirkung von Prostaglandinen durch die Einnahme von NSAR nachlässt? Nun, auch der Schutz der Schleimhäute lässt nach. Im Magen führt das ganz konkret zu Schäden in der Magenschleimhaut, was wiederum Entzündungen bis hin zu Blutungen verursachen kann. Beides sind ernste Komplikationen. Zwar gibt es vorbeugende Arzneimittel gegen Magenbeschwerden, die Ärzte in Kombination mit NSAR verschreiben. Sie hemmen die Magensäurebildung und verhindern dadurch Schäden an der Magenwand. Aber die richtige Balance zwischen NSAR und Magenschutzwirkstoff zu finden und langfristig aufrecht zu erhalten ist ein schwieriger Akt. Seit einiger Zeit gibt es spezielle Varianten von NSAR (sogenannte COX-2-Hemmer), die sanfter zu den Schleimhäuten sind. Aber dafür belasten diese Substanzen (wie übrigens die beiden konventionellen NSAR-Substanzen Diclofenac und Ibuprofen auch) mitunter den Kreislauf und die Nieren - was nicht minder gefährlich ist.

Magenfreundlich essen

Neben der Medikamenteneinnahme nach Vorgabe des Arztes können Sie auch durch eine magenfreundliche Ernährung potenziellen Nebenwirkungen entgegenwirken. Vermeiden Sie Speisen und Getränke, die Ihnen schwer im Magen liegen oder die Sie nicht vertragen. Welche Mahlzeiten das genau sind, variiert von Mensch zu Mensch. Oft handelt es sich um fett gebratene, stark gewürzte oder scharf angebratene Gerichte. Bekannt ist auch, dass Paprika, Pfeffer, Senf, Zwiebeln, Kohl, Gurken, Nüsse Zitrusfrüchte, Süßigkeiten und alkoholische Getränke eher belastend sind.

Zum Thema Rheuma und Ernährung werden Sie in einer späteren Lektion noch einiges erfahren. Hier im Medikamenten-Themenblock geht es jetzt weiter mit einem Wirkstoff, den viele kennen und so manchem etwas unheimlich ist: das Kortison.

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Ihr Fortschritt im Kurs rheumatoide Arthritis

aktualisiert am 17.04.2015, erstellt am 05.02.2014
Bildnachweis: W&B, W&B / Röper, W&B/Marcel Weber

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