Rheuma-Entzündungen unter Kontrolle halten

Rheuma

Links gesund, rechts rheumatisch: Röntgenaufnahmen von Händen

Die beiden bisher betrachteten Wirkstoffgruppen - NSAR und Kortison - haben beide den Nachteil, dass sie garnicht oder nicht optimal für eine dauerhafte Anwendung geeignet sind. In dieser Lektion erfahren Sie nun, mit welchen Medikamenten Rheumatiker eine Arthritis langfristig behandelt können. Mediziner nennen diese Präparate die "Basistherapie".

Diese Wirkstoffe haben eines gemeinsam: Sie unterdrücken verschiedene Entzündungsmechanismen im Körper - auch an den Gelenken, was die Erkrankung im günstigsten Fall zum Stillstand bringt. Und Medikamente der Basistherapie können über einen sehr langen Zeitraum eingenommen werden. Das heißt aber nicht, dass diese Präparate frei von Nebenwirkungen sind. Zu den möglichen unerwünschten Erscheinungen zählen unter anderem Veränderungen des Blutbildes, Störungen der Nieren- und Leberfunktion, Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit und Kopfschmerzen.

Auch wenn die Aufzählung dem ein oder anderen einen kleinen Schreck einjagen dürfte: Bei dem am häufigsten verwendeten Basistherapeutikum - der Wirkstoff Methotrexat – genügt üblicherweise eine niedrige Dosierung. Das ist einer der Gründe, warum die meisten Patienten Methotrexat ganz gut vertragen. Zudem wird jede Basistherapie beim Facharzt und anschließend von Ihrem Hausarzt sorgfältig kontrolliert. Dazu zählt regelmäßig Leber- und Nierenwerte zu messen, die Lungen und die Mundschleimhaut zu untersuchen und ein Blutbild zu erstellen. Eventuell auftretende Probleme werden somit schnell erkannt. Wichtig ist allerdings, dass Sie Ihrem Arzt von Nebenwirkungen berichten, wenn Sie diese verspüren.

Neben dem Methotrexat stehen noch weitere Präparate als Alternative zu Verfügung. In schweren Fällen oder wenn die Therapie nicht anschlägt, besteht die Möglichkeit, mehrere Basistherapeutika miteinander zu kombinieren.

Sie sollten also keine Angst haben vor der Basistherapie - ganz im Gegenteil. Genau diese Wirkstoffgruppe ist es, die Hoffnung auf einem mildem Verlauf der Erkrankung macht - wenn das Rheuma in einem frühem Stadium entdeckt wird.

Und selbst wenn zum Zeitpunkt der Diagnose das Rheuma schon fortgeschritten ist oder eine Kombination von Basistherapeutika bei Ihnen nicht so anschlägt wie erwünscht, gibt es weitere Behandlungsoptionen - in Form von gentechnisch hergestellten Wirkstoffen, die Experten "Biologika" nennen. Was diese bewirken, erfahren Sie in der nächsten Lektion.

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Ihr Fortschritt im Kurs rheumatoide Arthritis

aktualisiert am 25.03.2015, erstellt am 05.02.2014
Bildnachweis: Corbis/SPL, W&B / Röper

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