Rheuma behandeln mit Kälte

Kältekammer

Blick ins Innere einer Kältekammer ...

Kälte kann Schmerzen lindern. Vielleicht haben Sie schon einmal einen Insektenstich, einen verstauchten Knöchel oder einen Bluterguss gekühlt. Die Kälte tut oft gut, betäubt den Schmerz und wirkt Schwellungen und Entzündungen entgegen. Dass ein Eisbeutel oder kühles Wasser auch bei rheumatischen Beschwerden mitunter helfen, haben Sie vermutlich bereits erfahren. Möglicherweise haben Sie sogar schon mit Ihrem Arzt über Kältetherapie - im Fachjargon Kryotherapie genannt - gesprochen.

Kälte kommt bei der Behandlung von rheumatoider Arthritis eine besondere Rolle zu. Weil sie sich im Kampf gegen Schmerzen und Entzündungen selbst bei akuten Schüben bewährt hat, gibt es mittlerweile verschiedene Behandlungsmethoden zur Auswahl - und das, obwohl die Wirkung wissenschaftlich kaum belegt ist und viele Krankenkassen nicht für diese Art der Therapie aufkommen. Doch die Erfolge sprechen für sich, und eine sinnvolle Behandlungsalternative ist die Methode allemal. Der Berufsverband Deutscher Rheumatologen spricht sich ausdrücklich für den Einsatz von Kältetherapie aus.

Je nach Anwendungsbereich unterscheidet man zwei Formen der Kryotherapie: den lokalen Einsatz von Kälte an den betroffenen Gelenken sowie eine Ganzkörperbehandlung in der Kältekammer. Kältetherapie reicht also vom Eisbeutel aus dem eigenen Kühlschrank über die Behandlung mit gefrorenem Stickstoff in einer Arztpraxis bis hin zum Aufenthalt in Kältekammern, wie sie mittlerweile viele Kliniken, Rehaeinrichtungen oder Therapiezentren anbieten.

TWHOOKWas aber bewirkt die Kälte? Es gibt direkte und indirekte Effekte. Kälte wirkt unmittelbar schmerzlindernd, weil sie die Schmerzrezeptoren blockiert und die Nerven deshalb keine entsprechenden Reize mehr aussenden. Sprich: Die Schmerzbahnen werden durch die Kälte vorübergehend stillgelegt, die Schmerzen erreicht das Gehirn nicht mehr. Dieser Effekt hält oft über Stunden hinweg an, weshalb man im Anschluss an eine Sitzung in der Kältekammer besonders effektiv Krankengymnastik praktizieren kann. Ob Physio- oder Ergotherapie: Bewegungen, die vorher nicht möglich oder nur unter Schmerzen durchzuführen sind, werden durch den Einfluss der Kälte mitunter machbar.

Außerdem reduziert extreme Kälte entzündliche Prozesse im Körper, weil entzündungsvermittelnde Botenstoffe (die Zytokine) vermindert werden. Darüber hinaus regt die Kälte den Stoffwechsel und die Durchblutung der Haut an, entspannt die Muskulatur und stärkt die Körperabwehr. Frühzeitig eingesetzt, kann Kryotherapie den Krankheitsverlauf Rheumatoider Arthritis daher mildern und Spätfolgen wie die Zerstörung der Gelenke hinauszögern.

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Neben ihrer schmerzlindernden, abschwellenden und entzündungshemmenden Wirkung hat die Kälte übrigens noch einen weiteren Vorteil: Im Gegensatz zu Medikamenten hat sie keinerlei Nebenwirkungen. Im günstigsten Fall ersetzt sie sogar Medikamente oder reduziert doch zumindest die benötigte Dosis. So viel die Methode aber auch versprechen mag, hat sie doch ihre Grenzen: Obwohl die Kälte vielen Patienten hilft, sprechen natürlich nicht alle gleich gut darauf an. Und für bestimmte Personen kommt der Gang in die Kältekammer grundsätzlich nicht in Frage: Wer etwa unter Bluthochdruck, Asthma oder Durchblutungsstörungen leidet, für den ist Kryotherapie tabu.

Neben der Ganzkörpertherapie kommt auch Kälte lokal angewandt zum Einsatz. Das können Sie zum Teil selbst zu Hause durchführen. Wickeln sie zum Beispiel zerstoßenes Eis, einen Beutel mit tiefgekühlten Erbsen, Kühlpads oder spezielle Kältebeutel aus der Apotheke in ein dünnes Geschirrhandtuch. Legen sie die Beutel mehrmals täglich im Abstand von etwa drei Stunden auf die betroffenen Gelenke. Die Auflagezeit richtet sich dabei nach deren Größe: Bei Hand- und Fingergelenken sollten es nicht mehr als fünf Minuten sein, Knie- und Hüftgelenk vertragen 15 bis 20 Minuten. Ganz wichtig: Legen sie die Eispackung niemals direkt auf die Haut! Es muss immer eine Stoffschicht zwischen ihr und der Haut liegen, da die Hautoberfläche sonst schweren Schaden nehmen kann. Außerdem sollten Sie die Kältetherapie sofort abbrechen, wenn sich neben dem Kältegefühl auch Schmerz einstellt. Auf jeden Fall empfiehlt es sich, die Anwendung vorher mit einem Arzt zu besprechen – schon deshalb, weil die Methode nicht bei allen Formen von Rheuma gleichermaßen geeignet ist. Außerdem variiert die Temperatur je nach Methode stark: Während ein Eis-Handtuch lediglich 0 bis 4 Grad hat, kühlt eine Kältepackung aus der Apotheke die Gelenke mit bis zu -15 Grad.

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aktualisiert am 17.04.2015, erstellt am 05.02.2014
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