Was Biologika leisten können

Die Körperabwehr - in der Fachsprache das Immunsystem genannt - ist ein hochkomplexes Zusammenspiel diverser Substanzen im Körper, das dazu dient, unerwünschte Moleküle, Viren sowie Bakterien im Körper zu vernichten und damit unseren Organismus zu schützen. Bis heute haben Forscher noch nicht vollständig verstanden, wie die Körperabwehr genau funktioniert.

Aber einzelne Vorgänge konnten sie in den vergangenen Jahren doch schon entziffern. So fanden Wissenschaftler zum Beispiel folgendes heraus: Die chronische Entzündung an den Gelenken bei Rheuma - die ja durch eine fehlerhaft arbeitende Körperabwehr entsteht - wird von ganz bestimmten Signalsubstanzen in Gang gehalten. TNF-alpha und IL-1 heißen diese Signalsubstanzen, auch in der Medizin wird alles abgekürzt. Kaum war dieses Detail bekannt, hatten Forscher die Idee, die Signalsubstanzen zu blockieren, in der Hoffnung, damit auch eine Entzündung zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen.

TWHOOKUm es an dieser Stelle kurz zu machen: Das hat tatsächlich geklappt. Es dauerte zwar ein paar Jahre, aber dann gelang es Forschern Substanzen zu entwickeln, die das Wirken TNF-alpha und IL-1 so beeinflussten, dass Entzündungen an Rheumagelenken nachließen oder ganz verschwanden. Damit war eine neue Klasse von Wirkstoffen geboren, die in der Fachwelt "Biologika" genannt werden. Biologika deswegen, weil diese Präparate mit Hilfe von Gentechnologie hergestellt werden und damit aus Material bestehen, aus dem auch wir Menschen bestehen.

Die folgende animierte Infografik verdeutlicht die Wirkungsweise von Biologika. Klicken Sie mit der Maus auf die beiden Schaltflächen "Ohne Therapie" und "Das bewirken Biologika":

 


Mittlerweile gibt es neun unterschiedliche Biologika, die Ärzte in Deutschland Rheumapatienten verschreiben dürfen. Allerdings gibt es bestimmte Regeln, die Mediziner dabei einzuhalten haben. Natürlich reicht es aus, wenn Ihr Arzt diese Regeln kennt. Aber es schadet nicht, wenn auch Sie zumindest die wichtigste Vorgaben kennen.

Diese lautet: Erst muss ein Patient die Basistherapie mit Methotrexat und Co. ausprobieren. Nur wenn diese nicht wirkt, kommt eine Behandlung mit Biologika infrage. Ärzte dürfen Biologika nur in Ausnahmefällen sofort nach der Diagnose von rheumatoider Arthritis verschreiben.

Weiterhin gilt: Patienten sollten nach Möglichkeit Biologika zusammen mit dem Basistherapeutikum Methotrexat einnehmen. Dann wirken sie offenbar am besten. Nicht erlaubt ist allerdings, Biologika untereinander zu kombinieren.

Einer der Gründe für diese Einschränkungen ist, dass die Therapie mit Biologika viel Geld kostet. Zwar zahlen die Krankenkassen die Behandlung, aber nur in tatsächlich begründeten Fällen.

Ein für Patienten viel entscheidender Grund ist, dass Biologika - auch wenn sie sehr gezielt im Körper wirken - nicht frei von Nebenwirkungen sind. Die reichen von eher harmlosen Hautrötungen und Juckreiz über Kopfschmerzen bis hin zu einem erhöhten Risiko für Infektionserkrankungen. Bestimmte Vorerkrankungen verhindern den Einsatz eines Biologika sogar vollständig - darunter eine Lungenentzündung oder mittelschwere bis schwere Herzschwäche. Die neuartigen Wirkstoffe haben also viele Vorteile, sind zuweilen aber auch mit Risiken verbunden. Ihre Anwendung will also gut überlegt sein.

Damit auch Ihre Behandlung mit Medikamenten möglichst ohne Komplikationen verläuft, haben wir in der folgenden Lektion die wichtigsten Punkte zusammengefasst, die Sie im Rahmen Ihrer Therapie ab jetzt immer beachten sollten.

39.1

Ihr Fortschritt im Kurs rheumatoide Arthritis
Text Biologika werden mit Hilfe von Gentechnologie hergestellt
Geschwindigkeit (empfohlen: 50) 50
Fehlerindex (empfohlen: 0.02) 0.02
Image URL /cmsmultimedia/50/122/78/100896587793.jpg
Time Delay 1000
Variante (delay/ishow) delay

aktualisiert am 28.05.2015, erstellt am 05.02.2014
Bildnachweis: W&B / Röper

Portal-Logos
© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG
schließen