Wie Laborwerte bei der Diagnose von Rheuma helfen

Was Laborwerte aussagen

Eine Laborantin analysiert die Blutwerte

Die klassischen Anzeichen von Rheuma kennen Sie ja nun. Nur anhand der Symptome lässt sich eine rheumatoide Arthritis allerdings nicht festmachen. Für eine korrekte Diagnose schicken Ärzte auch noch eine Blutprobe zur Analyse ins Labor, um diese nach bestimmten Substanzen untersuchen zu lassen, die typischerweise bei Rheuma gebildet werden

Eine 100-prozentige Aussage "Rheuma ja oder nein" liefern solche Blutwerte - die im Fachjargon "Blutmarker" heißen - aber auch nicht. Zum einem liegt das daran, dass bei manchen Menschen (egal ob krank oder nicht) bestimmte Blutmarker einfach nicht vorhanden sind. Zum anderem lösen Blutmarker auch mal einen Fehlalarm aus. Laut Blutmarker sollte ein Patient also unter Rheuma leiden, tut es aber in Wirklichkeit nicht. So erhalten Mediziner mit Blutmarkern nur eine Einschätzung, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Patient tatsächlich an Rheuma leidet.

TWHOOKDie Angaben werden in Prozent gemacht. Je höher der Wert, desto aussagekräftiger ist ein Blutwert. Ein Markerwert alleine genügt meist nicht. Erst die Analyse aller Werte, zusammen mit anderen Untersuchungsergebnissen, ermöglicht eine korrekte Diagnose. Dennoch sind die Blutwerte ein wichtiges Hilfsmittel - nicht nur bei der ersten Diagnose von Rheuma, sondern auch bei den regelmäßigen Kontrolluntersuchungen. Deswegen stellen wir Ihnen jetzt die vier wichtigsten Blutmarker vor:

  • Antikörper gegen citrullinierte Proteine/Peptide (ACPA)

    Die Bestimmung von sogenannten Antikörpern gegen citrullinierte Peptid/Protein-Antigene im Blut (kurz: ACPA) ist der neueste und aussagekräftigste Labortest. Zwischen 65 und 80 Prozent aller Patienten sprechen auf ACPA an. Auch ist die Rate der Fehlalarme vergleichsweise niedrig. Deshalb hat dieser Labortest in den letzten große Bedeutung für die Frühdiagnostik der rheumatoiden Arthritis gewonnen.

    Der ACPA-Wert erlaubt Ärzten oft auch eine Prognose über den Verlauf der Erkrankung zu geben. Bei Patienten mit hohem ACPA leiden die Gelenke stärker als wenn der Blutmarker nicht nachweisbar ist.

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  • Rheumafaktor (RF)

    Rheumafaktoren sind Antikörper (also Zellen der Körperabwehr), die bei Menschen mit rheumatischen Erkrankungen vermehrt auftreten. Allerdings ist dieser Blutmarker nicht besonders spezifisch. Denn er kommt auch im Blut von Menschen vor, die nicht an Rheuma leiden. Rheumafaktoren treten in erhöhter Konzentration auch bei bestimmten bakteriellen und viralen Entzündungen, bei Lebererkrankungen und Tumoren auf. Sogar bei circa fünf Prozent völlig gesunder Menschen enthält das Blut Rheumafaktoren in niedriger Konzentration, ab dem 60. Lebensjahr sogar bei rund zehn Prozent.

    Der Nachweis des Rheumafaktors liefert also nur ein vergleichsweise schwachen Hinweis dafür, ob ein Patient wirklich unter Rheuma leidet.

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  • Blutsenkungsgeschwindigkeit

    Auch die Blutsenkungsgeschwindigkeit (kurz: BSG) ist eine Untersuchung, die Rheuma weder beweist noch ausschließt. BSG ist auch kein rheumaspezifischer Blutmarker, sondern wird bei vielen verschiedenen Patientengruppen gemessen. Sind die BSG-Werte erhöht, macht das eine Entzündung im Körper wahrscheinlicher.

    Die BSG dient als Hinweis, ob es sich bei der rheumatoiden Athrtitis um eine entzündliche oder eine nichtentzündliche Variante handelt. Die Betonung liegt auf Hinweis: Denn selbst wenn entzündliches Rheuma vorliegt, kann die BSG im normalen Bereich liegen - vor allem zu Beginn der Erkrankung.

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  • C-reaktives Protein (CRP)

    Nutzen und Einsatz der CRP-Bestimmung in der Rheumatologie ähnelt dem der BSG-Bestimmung. CRP gibt ebenfalls Hinweise, ob es sich um eine entzündliche oder nicht-entzündliche rheumatische Erkrankung handelt. Der Vergleich der individuellen CRP-Werte eines Patienten wird für die Verlaufs- und Therapiekontrolle genutzt.

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Zu guter letzt helfen bildgebende Verfahren Ärzten bei der Diagnose der rheumatoide Arthritis. Mehr zu Röntgen & Co. erfahren Sie in der nächsten Lektion. 

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aktualisiert am 07.01.2014, erstellt am 05.02.2014
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