Wie die Psyche unter Rheuma leidet

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Rheumatoide Arthritis kann auch auf das Gemüt gehen

Auf dem ersten Blick scheint es ein rein physisches Problem zu sein: Die Gelenke schmerzen, sind geschwollen und steif. Kein Wunder, dass die meisten Betroffenen ihre Aufmerksamkeit nach der Diagnose zunächst auf medikamentöse Therapien richten. Doch gerade Patienten, die schon länger unter der Krankheit leiden oder besonders schwer betroffen sind, wissen, dass der Schmerz nicht nur von den Gelenken kommt, sondern auch die Psyche beeinflusst. Rheuma und Psyche sind untrennbar miteinander verknüpft: Der körperliche Zustand hat direkte Auswirkungen auf die seelische Gesundheit - und umgekehrt.

Wie alle chronischen Krankheiten ist auch rheumatoide Arthritis für die Betroffenen oft sehr belastend. Das liegt einerseits an den Schmerzen, die sie verursacht. Andererseits aber auch an den Einschränkungen, die damit einhergehen: Nicht selten sind im Krankheitsverlauf Umstellungen im Alltag erforderlich - zum Beispiel, wenn der Beruf aufgrund der Erkrankung nicht mehr ausgeübt werden kann, geliebte Hobbys aufgegeben werden müssen oder schon das Schließen einer Knopfleiste zu einer Herausforderung wird.

Hinzu kommen die sichtbaren Veränderungen der Gelenke, die von leichten Schwellungen bis hin zu einer regelrechten Deformierungen reichen können. Viele Patienten empfinden das als Entstellung - was Scham, eine veränderte Selbstwahrnehmung und erheblichen Leidensdruck mit sich bringt. Umso schlimmer, dass rheumatische Beschwerden von unserer Umwelt oft nicht ernst genommen und als "nicht so schlimm" abgetan werden. Vielleicht ist Ihnen das auch schon passiert. Ärgern Sie sich nicht darüber. Viele Menschen wissen nur wenig über die Krankheit und haben schlichtweg keine Vorstellung von den Schmerzen und Konsequenzen, die sie mit sich bringt. Deshalb neigen sie dazu, das Leiden zu bagatellisieren.

TWHOOKDie psychische Belastung äußert sich in unterschiedlichen Formen. Häufig kommen Depressionen vor. Angst und Hilflosigkeit ob der Krankheit, innerliche Anspannung und die damit verbundene Verschlechterung des Krankheitsbildes münden oft in eine Art Teufelskreis, der Depressionen begünstigt. Außerdem klagen Patienten über Schlafprobleme, Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsstörungen. All diese Probleme bringen eine ungesunde Wechselwirkung mit sich, weil sie sich negativ auf den körperlichen Zustand auswirken.

Studien belegen außerdem, dass dem Ausbruch der Krankheit in mehr als der Hälfte aller Fälle massive Stresserlebnisse vorausgegangen sind. Dass Stress schädlich für den Körper ist und entzündliche Prozesse begünstigt, ist schon länger bekannt und hängt vermutlich mit der Ausschüttung von Cortisol zusammen. Das Hormon wird bei Stress verstärkt abgegeben und schützt den Körper kurzzeitig. Auf Dauer aber macht ein hoher Cortisolspiegel krank. Das Immunsystem wird geschwächt und das Risiko für eine Depression steigt.

Die Verknüpfung von Rheuma und Psyche ist unumstritten. Es lohnt sich, der seelische Seite Beachtung zu schenken. Viele Ärzte empfehlen heute eine begleitende Psychotherapie oder doch wenigstens die Inanspruchnahme von Beratungseinrichtungen. Seien Sie als ehrlich mit sich selbst und horchen Sie in sich hinein: Wie geht es Ihnen mit der Diagnose? Könnte Ihre psychische Verfassung die körperlichen Beschwerden verschlimmern? Fühlen Sie sich überfordert mit Ihrer gesundheitlichen Situation? Dann sollten Sie Hilfe in Anspruch nehmen. Welche Möglichkeiten es dafür gibt, erfahren Sie in der nächsten Lektion.

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aktualisiert am 25.03.2015, erstellt am 05.02.2014
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