Akute Rückenschmerzen mit Medikamenten behandeln

Akute Schmerzen mit Medikamenten behandeln

Manchmal geht es nicht ohne eine vorübergehende, schmerzlindernde Behandlung. Die Medikation zielt darauf ab, chronischen Rückenpatienten nach Möglichkeit Schmerzen zu nehmen: Schmerzen, die entweder schon länger vorhanden sind oder wieder akut aufflammen. Damit die Betroffenen in der Lage sind, weitere - nicht medikamentöse - Therapien anzugehen. Denn Medikamente sind nur ein Baustein der Rückentherapie. Sie alleine reichen nie aus. Andere, wie ausreichend Bewegung, Physiotherapie, Psychotherapie und überhaupt ein ganzheitlicher Ansatz, sind mindestens genauso wichtig oder wichtiger. In den kommenden Lektionen werden Sie noch einiges dazu erfahren.

Aber fangen wir mit den Medikamenten an. Die Auswahl an Wirkstoffen und Darreichungsformen ist groß. Um einen Überblick zu bekommen hilft es, die Arzneien in zwei Gruppen aufzuteilen: die zur innerlichen und die zur äußerlichen Anwendung.

Äußerlich: Salben, Cremes und Gele

Bei mäßigen Beschwerden kann man oft mit schmerzlindernden Salben oder Gelen auskommen. Rheuma- oder Schmerzgele enthalten unter anderem die gleichen Wirkstoffe wie entsprechende Tabletten, nämlich nicht-steroidale Antirheumatika, kurz NSAR. Zu dieser Wirkstoffgruppe zählen viele schmerzlindernde, abschwellende und entzündungshemmende Substanzen, die Ihnen bestimmt schon einmal auf der Verpackung unterschiedlichster Arzneien begegnet sind - Ibuprofen oder Piroxicam zum Beispiel.

"All diese Stoffe sollen verhindern, dass der Körper sogenannte Prostaglandine produziert", weiß Dr. Sebastian Michael, Apotheker aus Waldheim. Das sind Botenstoffe, die bei Entzündungen oder Verletzungen an der betroffenen Stelle gebildet werden. Weil sie über die Nervenenden im Gewebe Schmerzimpulse verstärken und diese über die Nervenbahnen ins Gehirn leiten, lassen sie uns den Schmerz fühlen. Hier setzen NSAR an: Sie können die Produktion von Prostaglandinen im Gewebe unterdrücken oder hemmen. Das blockiert Entzündungsreaktionen und Schmerzen. Um diesen Effekt zu erreichen, müssen die Wirkstoffe allerdings erst einmal an den Ort des Schmerzgeschehens transportiert werden, was bei Salben und Gelen über die Haut geschieht. "Massiert man diese ein, kann die Aufnahme verbessert werden", rät Michael. Begrenzt bleibt sie aber trotzdem. 

Die natürlichen Schutzmechanismen der Haut erschweren es je nach Lage der Dinge mitunter, dass ausreichende Mengen des Wirkstoffs genau dort landen, wo sie gebraucht werden. Das ist auch der Grund dafür, warum die Wirkung von Salben und Gels nicht unbedingt immer mit jener von Tabletten und Zäpfchen vergleichbar ist.

Wie wirken Salben und Tabletten?

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Trotz der schwächeren Wirkung sollte man aber auch Salben und Gele vorsichtig anwenden und zum Beispiel nicht unkritisch großzügig auftragen.

Andere Mittel zur äußerlichen Behandlung von Sportverletzungen und Schmerzen enthalten Substanzen wie Benzylnicotinat, Nonivamid oder Latschenkiefernöl. Sie fördern die Durchblutung und erzeugen Wärme, was dazu führen kann, dass die sensiblen Nervenfasern dem Schmerz in umliegende Hautbereiche schicken. "Der Schmerz würde sich in diesen Fällen also noch verschlimmern", sagt Pharmazeut Sebastian Michael. Bei akuten Beschwerden ist es deshalb ratsam, eher zu entzündungshemmenden Gelen zu greifen und sich im Zweifel auf den Weg zum Arzt zu machen. Dies insbesondere dann, wenn der Schmerz nicht nachlassen will oder sich stattdessen sogar ausbreitet. Oder wenn neue Beschwerden dazukommen, zum Beispiel Gefühlsstörungen oder Muskelschwäche im Bein.

In der nächsten Lektion geht es um die Mittel zur innerlichen Anwendung.

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aktualisiert am 06.07.2015, erstellt am 27.10.2013
Bildnachweis: W&B, Getty Images/Artem Furmann

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