Ein Bild machen: Röntgen, CT, MRT, Ultraschall

Röntgengerät

Verborgenes sichtbar machen, darum geht es bei bildgebenden medizinischen Verfahren. Mit ihrer Hilfe können Ärzte der Ursache Ihrer Schmerzen auf die Schliche kommen oder sich vor Operationen ein genaues Bild der Lage verschaffen. Welches Verfahren bei Ihnen zur Anwendung kommt, hängt von Ihren Beschwerden, Ihrer Vorgeschichte und der technischen Ausstattung der Praxis ab. Die vier folgenden Verfahren kommen bei der Diagnose von Rückenleiden am häufigsten zum Einsatz:

  • Röntgen

    Obwohl heute modernere Methoden das Untersuchungsspektrum ergänzen, werden konventionelle Röntgenbilder zu Beginn einer Behandlung bei Rückenschmerzen zuweilen immer noch aufgenommen. Meist entstehen die Bilder im Stehen oder Sitzen sowie in einer Schrägaufnahme im 45-Grad-Winkel, weil sich die Wirbelsäule aus dieser Position heraus am besten beurteilen lässt. Vielleicht wird Ihr Arzt auch noch eine Funktionsaufnahme anfertigen, bei der Sie sich für das Bild nach vorne oder nach hinten neigen müssen.

    Weil beim Röntgen nur die Knochen abgebildet werden, springen Verschiebungen, Krümmungen, Verdrehungen oder Gleitbewegungen der Wirbel sofort ins Auge. Und obwohl Weichteile wie Bandscheiben oder Muskeln nicht direkt sichtbar sind, kann der Arzt trotzdem auf Veränderungen der Weichteile schließen, indem er die Struktur, Stellung und Form der einzelnen Wirbel betrachtet. So geben zum Beispiel verschmälerte Zwischenwirbelräume Hinweise auf Schäden an den Bandscheiben.

    Sie machen sich Sorgen wegen der Strahlenbelastung? In der Tat belastet eine Röntgenaufnahme des Rückens den Körper mit bis zu 1,8 Millisievert, der Maßeinheit von Strahlung. Das ist in etwa soviel, wie jeder Mensch pro Jahr mit Strahlung aus natürlichen Quellen belastet wird. Dementsprechend sollte jede unnötige Strahlenbelastung vermieden werden. Bewahren Sie deshalb bereits angefertigte Aufnahmen (beziehungsweise deren Kopien) immer auf und bringen Sie diese nach einem Arztwechsel mit in die neue Praxis. Hilfreich ist auch ein Röntgenpass, den Ihnen jede Röntgenpraxis auf Anfrage aushändigen muss. In diesem Pass wird jede beim Arzt erstellte Röntgenaufnahme eingetragen.

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  • Computertomografie (CT)

    Eine etwas andere Art des Röntgens ist die Computertomografie, kurz CT genannt. Dabei liegt der Patient auf einer Liege in einer Röhre, die um ihn rotiert und Röntgenstrahlung abgibt. Bei der Diagnose von Rückenschmerzen kommt dieses Verfahren häufig zur Anwendung, denn im Gegensatz zu einer normalen Aufnahme lassen sich mit einer CT Schichtbilder und dreidimensionale Bilder erzeugen, die mehr Informationen liefern und auch Weichteile zeigen.

    Allerdings ist die Strahlendosis bei einer CT um etwa das 10- bis 40-fache höher als bei einer einzelnen Röntgenaufnahme. Unnötige Aufnahmen sollten Sie also tunlichst vermeiden, die Vorteile der Messung mit dem Nachteil der Strahlenbelastung stets gegeneinander aufwiegen.

    Vorteile gibt es viele. Die CT liefert Schichtaufnahmen der zu untersuchenden Körperregion, sodass Ihr Arzt diese anschließend quasi scheibchenweise betrachten kann. Knochengewebe, krankhafte Veränderungen, Brüche, Entzündungen, Wucherungen - all das ist in einer CT gut zu erkennen. Zudem kann mit der sogenannte quantitativen Computertomografie die Knochendichte der Lendenwirbelsäule bestimmt werden, was beispielsweise bei Osteoporose wichtig ist.

    Das Verfahren bringt auch Erleichterungen mit sich: Weil es Weichteile darstellt, hat es einige Varianten des klassischen Röntgens abgelöst. Während früher zur Darstellung von Rückenmark, Bandscheiben oder des Gelenkspalts der Wirbelgelenke oft ein Kontrastmittel in diese Regionen gespritzt wurde, können diese nun mittels CT oder MRT einfach sichtbar gemacht werden - und das völlig schmerzfrei. Denn Röntgenaufnahmen mit Kontrastmittel, wie Myelografien oder Diskografien, sind eher unangenehm für den Patienten, gehen mit einer örtlichen Betäubung einher und können Entzündungen oder Blutergüsse an der Einstichstelle nach sich ziehen.

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  • Die Magnetresonanztomografie (MRT)

    Sicherlich haben Sie Bekannte, die schon einmal "in die Röhre" mussten? So wird die Magnetresonanztomografie - auch Kernspintomografie oder kurz MRT genannt - umgangssprachlich gerne beschrieben.

    Diese Methode kommt ohne Röntgenstrahlung aus. Stattdessen nutzt sie die Tatsache, dass sich die Wassermoleküle im Körper wie winzige Magnete verhalten und deshalb auf Magnetfelder reagieren. Bei der MRT werden diese Moleküle mit Radiowellen angeregt und senden daraufhin Energie aus. Aus diesen Einzelsignalen errechnet ein Computer ein Bild, das insbesondere im Bezug auf Weichteile und Körperflüssigkeiten sehr aussagekräftig ist. Und noch einen Vorteil hat die MRT: Im Gegensatz zu Röntgen und CT können beliebige "Schnitte" in jeder Ebene und in jedem Winkel durch den Körper gelegt werden. Somit werden Weichteile, Gefäße und Hohlräume genau und kontrastreich sichtbar. Der Arzt kann präzise eingrenzen, welche Bilder er sehen will. Das Verfahren ist unübertroffen zur Darstellung von Muskeln, Bändern und Bandscheibengewebe - und eignet sich daher bestens zur Beurteilung von Bandscheibenvorfällen.

    Die MRT gilt als sichere und unschädliche Methode, allerdings ist die Anwendung sehr teuer. Ein weiterer Nachteil: Die Bilder werden oft in riesigen, röhrenförmigen Apparaten angefertigt. Viele Patienten empfinden das als unangenehm und beklemmend. Inzwischen gibt es aber auch offene Kernspintomografen, die auch Patienten mit Platzangst gut aushalten. Allerdings müssen Sie während der Messzeit ganz still liegen, zudem kann die Prozedur sehr laut sein. Doch das Durchhalten lohnt sich: In 10 bis 30 Minuten ist alles vorbei - und Sie werden ein sehr genaues Bild Ihres Rückens und seiner Beschwerden haben.

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  • Ultraschall (Sonografie)

    Ultraschalluntersuchungen gelten als harmlos und sind weit verbreitet. Sicher haben auch Sie schon Ihre Erfahrungen damit gemacht. Sei es während einer Schwangerschaft oder bei der Untersuchung von Organen wie Herz, Leber oder Nieren. Sehr gut geeignet ist diese Methode zur Beurteilung von Gewebe und Gelenkweichteilen, weil sie nach folgendem Prinzip funktioniert: Schall bestimmter Wellenlängen wird von einem Gerät in den Körper geschickt. Die Frequenz ist für das menschliche Gehör lautlos. Aber dort, wo verschiedene Gewebearten aneinandergrenzen, wird der Schall zurückgeworfen, also reflektiert. Dieses Echo wird von dem Gerät registriert und auf einem Monitor in Form von Graustufen in ein Bild umgewandelt. Muskeln und Sehnen, aber auch Schleimbeutel, Zysten oder Blutergüsse sind dadurch gut zu erkennen. Gerade nach Operationen oder Verletzungen kann eine Ultraschalluntersuchung deshalb sinnvoll sein. Allerdings können die Schallwellen keine Knochen durchdringen und deshalb nicht in die tiefer gelegenen Wirbelsäulenstrukturen eindringen. Zur Untersuchung von diesen Regionen ist Ultraschall daher nicht geeignet.

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Manchmal reicht dem Arzt aber auch der Blick ins Innere noch nicht aus, um genau zu verstehen, warum der Rücken eines Patienten schmerzt (schon garnicht, wenn das Leiden eine psychische Ursache hat). Die moderne Medizin hält noch ein paar weitere Diagnosemethoden für Rückenschmerzgeplagte parat, von denen die nun folgende Lektion handelt.

Ihr Fortschritt im Kurs Rückenschmerzen
47%

aktualisiert am 24.07.2013, erstellt am 27.10.2013
Bildnachweis: Mauritius/Fancy

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