Leben Sie rückenfreundlich

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Der moderne Mensch sitzt zu viel. Deswegen: Öfters mal aufstehen

Die wichtigste Maßnahme, um Ihren Rücken möglichst schmerzfrei zu halten, haben Sie bereits kennengelernt: Bewegung. Wann immer es geht.

Das fängt schon bei ganz simplen Alltagssituationen an. Zum Beispiel morgens selbst zum Bäcker zu gehen, anstatt die Kinder dorthin zu schicken. Oder im Kaufhaus die Treppen hoch zu steigen, anstatt die Rolltreppen zu nehmen. Oder den Kasten Wasser beim Getränkemarkt selbst ins Auto zu hieven, anstatt es einem Verkäufer machen zu lassen.

Aber halt! Hier lauert eine böse Falle. Denn so lobenswert es ist, einen Wasserkasten zu tragen: Heben Sie ihn öfters falsch hoch, belastet das auf Dauer Ihren Rücken mehr als das es nützt. Viele machen das falsch.

Nur eine Situation von vielen im Alltag, in denen wir unserem Rücken unnötig belasten - und damit das Risiko für Schmerzen erhöhen, obwohl es vermeidbar wäre. Deswegen gehen wir das Thema gleich zu Beginn hier in der Gesundheitsakademie an.

Die gute Nachricht ist: Vielfach hilft folgende, einfache Regel, Fehler zu vermeiden:

Wenn Sie häufig schwere Gegenstände heben, die unter Hüfthöhe liegen, achten Sie darauf, die Knie in Richtung Hocke zu beugen. Idealerweise vermeiden Sie es, sich in Richtung des Gegenstands zu drehen. Regelmäßig den Rücken mit schwerer Last zu krümmen und zu verdrehen kann auf Dauer Schmerzen verursachen.

Sie meinen, solche Situationen kommen in Ihrem Leben nicht oft vor? Öfters als Sie denken, sagen wir. Sogar täglich! Lesen Sie selbst:

  • Im Schlafzimmer

    Es geht schon beim Aufstehen los. Die meisten Menschen recken sich morgens mühsam in die Senkrechte. Der Rücken wird dabei gekrümmt. Leichter fällt es Ihnen, sich zunächst zur Seite zu rollen und sich dann mit Hilfe der Arme und Beine aufzurichten.

    Zu kleine Betten und ungeeignete Matratzen sind nicht selten Ursachen für Rückenleiden. Ein Einzelbett sollte mindestens 1 Meter breit sein, ein Doppelbett mindestens 1,80 Meter. Bei den Matratzen kommt es auf den individuellen Körperbau des Schlafenden an. Grundsätzlich gilt: Die Matratze sollte die Wölbung der Wirbelsäule nachformen. Das Gewicht des Körpers verteilt sich idealerweise gleichmäßig auf die Liegefläche. Und wer seine Traummatratze gefunden hat: Diese hält nicht ewig. Üblicherweise wird nach zehn Jahren eine neue fällig.

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  • Im Wohnzimmer

    Der moderne Mensch sitzt zu viel. Die beste Maßnahme, Rückenbeschwerden durch Sitzen zu vermeiden, ist deshalb: Öfters mal aufstehen. Da das jedoch nicht immer so einfach geht, sollte zumindest das Mobiliar stimmen. Leider ist das eher selten der Fall.

    Auf dem Sofa oder dem Sessel wollen viele lümmeln, deswegen sind die meisten Sitzmöbel zu weich. Oft sind die Sitzflächen zu niedrig und zu sehr nach hinten geneigt. Bei Stühlen in der Küche oder im Esszimmer fehlen meistens Armlehnen (die Schultermuskeln entlasten und Verkrampfungen vorbeugen).

    Es ist wahrscheinlich schwierig, Sitzmobiliar zu finden, das sowohl den gesundheitlichen Ansprüchen genügt und gleichzeitig dem Besitzer auch noch gefällt. Aber probieren können Sie es ja mal. Es wird wohl eine Kompromisslösung dabei herauskommen. Deshalb in Sachen Sitzen der wichtigste Tipp: Wechseln Sie möglichst häufig die Sitzposition. Und ja: Lümmeln ist erlaubt!

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  • In der Küche

    Viele Arbeitsplatten in der Küche sind zu niedrig. Wer viel in der Küche arbeitet, beugt sich folglich oft nach vorne und verharrt in dieser Position beim Kochen, Spülen oder Aufräumen. Sie wissen ja: Auf Dauer mag das Ihr Rücken nicht. Nun muss nicht gleich die Küche umgebaut werden. Ein kleiner Hocker oder ähnliches hilft auch. Die Höhe stimmt, wenn die Arbeitsplatte etwa 10 Zentimeter unter dem waagerecht angewinkeltem Ellenbogen liegt.

    Geräte zum Kehren, Wischen und Saugen sollten ausziehbare Elemente haben - damit deren Länge der eigenen Körpergröße angepasst werden kann.

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In der nächsten Lektion zeigen wir Ihnen noch einige Alltagssituationen, in denen Bewegungsfallen lauern. Damit Sie Ihre Wirbelsäule nicht unnötig belasten, sondern schonen. Mit einem Klick rechts unten geht es weiter.

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aktualisiert am 26.06.2017, erstellt am 27.10.2013
Bildnachweis: Digital Vision/ RYF

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