Risikofaktoren-Check-Up: Gewicht, Bewegungsmangel, Sport, Arbeit, Stress, Alter

Mann mit Wasserwaage

Risiko-Berufsgruppe: So mancher Fliesenleger leidet unter Rückenschmerzen

Einen wichtigen Risikofaktor für Rückenschmerzen haben wir bereits öfters angesprochen: Bewegungsmangel. Körperliche Passivität führt zur Degeneration von Muskeln, Bandscheiben und anderen Strukturen im Rücken wie Bänder, Sehnen, Gelenken und Nerven. Die Folge: Schmerzen.

Doch es gibt noch weitere Risikofaktoren, die wir nun etwas genauer unter die Lupe nehmen. Überlegen Sie doch mal beim Lesen, ob Sie sich in dieser Aufflistung wiederfinden. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist hoch.

  • Übergewicht

    Eigentlich ist es klar: Je mehr Kilos wir auf die Waage bringen, desto mehr hat der Rücken zu tragen. Übergewicht stellt nicht nur für die Wirbelsäule, Bandscheiben und Gelenke im Rücken eine große Belastung dar. Auch Hüft-, Knie- und Sprunggelenke werden überlastet. Häufige Folgen sind frühzeitige Abnutzungserscheinungen (Arthrose), die zu Rückenschmerzen und anderen Problemen führen. Besonders die Bandscheiben leiden unter zu viel Gewicht.

    1/6

  • Sport

    Sport ist doch Bewegung, ist doch gut für den Rücken, oder? Richtig. Doch hier gilt die Devise: alles in Maßen. Zudem kommt es darauf an, den Rücken beim Sport nicht einseitig zu belasten. Wer etwa stundenlang immer wieder denselben Bewegungsablauf trainiert, wird wahrscheinlich bestimmte Muskelgruppen überfordern. Alle Sportarten, die die Rückenmuskulatur einseitig beanspruchen, eignen sich nicht so gut für Menschen, die bereits Rückenprobleme haben. Dazu zählen vor allem auch Sportarten, die ruckartige Stop- und Drehbewegungen oder Überstreckungen verlangen, wie etwa Tennis und Squash aber auch Fußball, Hand-, Volley- oder Basketball sowie Skiabfahrtslauf. Rückenbelastende Sportarten sind durch die gebückte Haltung auch Hockey und Kegeln. Reiten sollte nur, wer kräftige Rückenmuskeln hat, da die Gefahr von Stauchungen sonst sehr groß ist. Beim Golfen ist der Abschlag kritisch: Die Drehung aus dem Rumpf mit Arm- und Schulterbewegungen kann die Wirbelsäule leicht überdehnen. Zu guter letzt: Schwimmen. Das ist im allgemeinen eine vorteilhafte Sportart. Aber Brustschwimmen kann durch eine Überstreckung der Halswirbelsäule zu einer Verspannung der Nackenmuskulatur führen.

    2/6

  • Arbeit

    Typische Berufe, die den Rücken strapazieren, sind alle Bürojobs, bei denen man viele Stunden lang sitzt. Aber auch wer oft lange Strecken mit dem Auto oder Lastwagen zurücklegt, ist gefährdet. Das liegt nicht nur am stundenlangen Sitzen, sondern auch an kaum merklichen Vibrationen des Fahrzeugs, die die Wirbelsäule belasten. Ebenfalls gefährdet: Frisöre oder Verkäufer, die die längste Zeit des Tages stehen. Und natürlich jene Menschen, die monotone Arbeiten wie am Fließband verrichten müssen, bei denen ein und dieselbe Bewegung wieder und wieder ausgeführt wird.

    Doch selbst, wenn der Beruf nicht solch einseitige Belastungen mit sich bringt, kann der Rücken leiden. Belastet wird er nämlich auch von körperlich anstrengender Arbeit. Bauarbeiter oder Krankenpfleger kennen das, da sie oft schwer heben oder tragen müssen. Ungünstig für die Wirbelsäule sind zudem Berufe, die eine Art Zwangshaltung erfordern, wie zum Beispiel als Maler, der oft über Kopf arbeitet, oder als Fliesen- und Paketleger, der viel mit gekrümmtem Rücken hockt.

    3/6

  • Stress

    Seelische Probleme suchen sich häufig ein körperliches Ventil. So kommt es, dass psychische Belastungen - etwa durch starken Zeit- und Leistungsdruck im Job, Sorgen in der Familie oder Enttäuschungen im Freundeskreis - sich mitunter durch Rückenschmerzen bemerkbar machen. In vielen Fällen von Rückenleiden ist die psychische Komponente sogar entscheidender als die mechanische.

    Stress ist für viele ein ständiger Begleiter. Für den Rücken ist das problematisch, da sich unter seelischer Anspannung vor allem die Muskeln im Rücken verkrampfen. Bei Dauerstress ist auch der Muskeltonus auf Dauer heraufgesetzt. Die Muskeln verhärten, Sehnen und Bänder verkürzen sich, die Statik der Wirbelsäule verändert sich. Schnell kommt es zu Fehlstellungen und Rückenschmerzen. Auch die stressen uns. Ein Teufelskreis entsteht.

    4/6

  • Alter und Geschlecht

    Rückenschmerzen treffen Menschen fast jeden Alters - vom Schulkind bis zum Rentner. Die Gründe dafür variieren jedoch je nach Alter. Frauen sind über alle Altersgruppen hinweg häufiger betroffen als Männer. Bei der telefonischen Gesundheitsstudie "Gesundheit in Deutschland aktuell" (GEDA) des Robert Koch-Instituts gaben zum Beispiel 20 Prozent der Frauen im Alter von 18 bis 29 Jahren an, fast täglich über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten unter Rückenschmerzen gelitten zu haben. Im Alter von 60 bis 69 Jahren waren es mehr als 40 Prozent der befragten Frauen.

    Auf unser Alter haben wir keinen Einfluss - jedoch darauf, wie alt wir uns fühlen. Indem wir den Körper mit einem gesunden Lebensstil pflegen, können Menschen Schmerzen vermeiden oder hinauszögern - nicht nur am Rücken.

    5/6

  • Zu wenig trinken

    Im Inneren der Bandscheiben befindet sich Flüssigkeit. Belastung und Bewegung pressen die Flüssigkeit aus den Bandscheiben hinaus. Nur bei guter Versorgung des Körpers mit ausreichend Wasser füllen sich die Bandscheiben rasch wieder auf. Ist das nicht der Fall, droht der Verlust ihrer Funktion als Stoßdämpfer.

    6/6

Und? Sind Sie fündig geworden bei den Risikofaktoren? Wahrscheinlich schon, denn irgendwoher muss Ihr Rückenleiden ja kommen. In der letzten Lektion der Selbstanalyse soll es um die Gefahr gehen, dass Rückenschmerzen chronisch werden - oder es schon sind.

Ihr Fortschritt im Kurs Rückenschmerzen
34%

aktualisiert am 24.07.2013, erstellt am 27.10.2013
Bildnachweis: Thinkstock/Stockphoto

Portal-Logos
© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG
schließen