Tai-Chi, Qigong, Yoga und Pilates: Rückentraining der sanften Art

Frau übt Qi Gong

Es sind Jahrhunderte alte Techniken aus Asien: Tai-Chi, Qigong und Yoga. In China nennt man Tai-Chi und Qigong "Übungen der Verjüngung". Yoga hat seinen Ursprung in Indien und lässt sich mit "Vereinigung von Körper und Seele" übersetzen.

Sowohl Yogaübungen als auch die Bewegungsabläufe von Tai-Chi und Qigong werden meist langsam und meditativ ausgeführt. Somit haben auch ältere Menschen üblicherweise keine Probleme mit diesen sanften Trainingsmethoden.

Der Rücken profitiert nicht nur von dem entspannenden Effekt. Die Übungen - regelmäßig trainiert - stärken auch bestimmte Muskelgruppen, korrigieren Haltungsfehler und können Verspannungen auflösen.

Auch Pilates kräftigt die Rückenmuskulatur, Muskeln in Bauch und Beckenboden. Alle vier Bewegungstechniken lernen Sie im Folgenden etwas genauer kennen.

Tai-Chi

Langsame, fließende Bewegungen zeichnen Tai-Chi aus, das bei uns auch die Bezeichnung "chinesisches Schattenboxen" trägt. In China ist Tai-Chi ein Volkssport. Hierzulande wird es vor allem zur Vorbeugung von Rückenschmerzen und Herz-Kreislauf-Leiden immer beliebter. Tai-Chi wirkt entspannend, fördert die Koordination, Beweglichkeit und Konzentration.

Die Methode besteht aus vielen verschiedenen Stilen und Übungen. Die richtige Grundstellung, aus der ein Übender in möglichst ununterbrochenem Bewegungsfluss immer neuen Formen ausführt, ist besonders wichtig: Das Becken wird in eine gesunde Stellung gebracht, die Wirbelsäule aufgerichtet. Der Körper sollte in der Vorstellung wie ein Baum mit der Erde verwurzelt sein. Besonders älteren Menschen geben Tai-Chi-Übungen so mehr Standsicherheit.

Die Grundtechniken sollten Sie sich am besten von einem erfahrenen Trainer zeigen lassen, um Haltungsfehler von Anfang an zu vermeiden. Besuchen Sie einen Kurs etwa an Volkshochschulen oder an einem Gesundheitszentrum, um Tai-Chi richtig zu erlernen. Allerdings müssen Sie dafür täglich zwischen 15 und 60 Minuten üben.

Eine erste Vorstellung, ob Tai-Chi für Sie als sanftes Training für den Rücken geeignet sein könnte, erhalten Sie in einem Übungsvideo der Apotheken Umschau.

Qigong

Diese Übungsform hat ihren Ursprung in der Traditionellen Chinesischen Medizin. In dieser Heilkunst hat sich Qigong sowohl zur Krankheitsvorbeugung als auch zur Behandlung bestimmter Leiden seit nahezu 3000 Jahren etabliert. Mittlerweile nutzt auch die westliche Medizin Qigong als ergänzende Therapie bei Rücken- und Kopfschmerzen sowie Gelenkproblemen.

Qigong beruht auf Bewegung, Atmung und Vorstellungskraft. Alle Bewegungen werden langsam und konzentriert ausgeführt, was zu Entspannung von Geist, Körper und Atmung führen soll - also einer vollkommenen inneren Ruhe. Die Lehre der Traditionellen Chinesischen Medizin besagt, dass nur in solch einem Zustand die natürliche Lebensenergie (das "Qi") ungestört durch den Körper fließt, und dadurch krankheitsbedingte Blockaden verschwinden.

Eine Einführung in Qigong sowie eine Grundübung zeigt eine Videoserie der Apotheken Umschau. Gefällt Ihnen die Übungsmethode, erlernen Sie sie am besten in einem Kurs.

Yoga

Mittlerweile gibt es wissenschaftliche Hinweise dafür, dass Yoga mit seinen Körperübungen (Asanas) und Atemtechniken (Pranayama) gegen Stress, Rückenschmerzen und einige weiteren Leiden hilft. Die Asanas trainieren Kraft, Flexibilität, Gleichgewichtssinn und Ausdauer. Dabei geht es nicht um Leistung, sondern um die innere Harmonie. Die Atemtechniken dienen der Entspannung. Zudem ist Meditation oft ein Bestandteil von Yogakursen. Auch dadurch üben Yoga-Praktizierende, sich gezielt zu entspannen - und zwar nicht nur während der Meditation, sondern auch im Alltag.

Yoga sollten Sie unbedingt unter Anleitung eines qualifizierten Lehrers lernen. Es gibt mittlerweile Kurse, die auf spezielle gesundheitliche Probleme und/oder verschiedene Altersgruppen zugeschnitten sind. Informieren Sie sich an Yogaschulen, Volkshochschulen, Gesundheitszentren oder bei Ihrer Krankenkasse über Angebote.

Einen kleinen Schnupperkurs bietet eine Videoreihe der Apotheken Umschau.

Pilates

Pilates ist ein systematisches Ganzkörpertraining, das vor allem die Beckenboden-, Bauch- und Rückenmuskulatur stärkt. Alles Muskeln, die eine wichtige stützende Funktion für die Wirbelsäule haben. Pilates kann Verspannungen in der Muskulatur lösen und die Haltung verbessern. Zudem erlernen Pilates-Trainierende eine bessere Bewegungskontrolle und Koordination. Das senkt das Verletzungsrisiko.

Wie bei allen hier vorgestellten Trainingsmethoden gilt auch bei Pilates: Am besten ein Kurs besuchen, um Fehler zu vermeiden.

Auch für Pilates gibt es bei der Apotheken Umschau ein Einführungsvideo.

Und jetzt haben Sie es auch schon fast geschafft. Die letzte Lektion steht an. Um nochmals zu betonen, wie wichtig Bewegung für Sie als Rückenpatient ist, zeigen wir Ihnen ein weiteres Gymnastikvideo. Diesmal geht es darum, die Gelenke und die Wirbelsäule zu stärken.

Ihr Fortschritt im Kurs Rückenschmerzen
100%

aktualisiert am 04.10.2016, erstellt am 16.10.2013
Bildnachweis: W&B/Michael Hughes, W&B/MOS Promotion/Jörg Jovy

Portal-Logos
© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG
schließen