Was orthopädische Hilfsmittel bewirken können

Anlegen einer Halskrause

Orthopädische Hilfsmittel dienen dazu, den Alltag trotz Rückenschmerzen besser zu bewältigen. Zu den gebräuchlichsten Hilfsmitteln zählen: Stützmieder und Halskrausen, Schuheinlagen und Maßschuhe sowie Geh- und Greifhilfen.

Anspruch darauf haben gesetzlich Krankenversicherte unter folgender Voraussetzung: Die Hilfsmittel müssen erforderlich sein, um den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen. "Die Kostenübernahme sollten Sie aber unbedingt vorab mit dem Arzt und mit Ihrer Krankenkasse klären", rät Apothekerin Cynthia Milz aus Kulmbach. Oft bleibt zumindest ein Teil der Kosten am Patienten selbst hängen - vor allem, wenn man höherwertige Materialen, besondere Meßmethoden oder spezielle Anfertigungen haben möchte.

Ein Überblick der Hilfsmittel:

  • Mieder - Korsett - Halskrause

    Korsett oder Mieder
    , auch Stützmieder genannt, geben Ihrer Wirbelsäule oder überlasteten Muskulatur mehr Halt. So durchstehen Patienten eine akute Schmerzphase besser, ohne auf Bewegung verzichten zu müssen. Normalerweise empfehlen Mediziner ein Stützmieder oder Korsett (Orthese) nur stundenweise und nicht länger als etwa sechs Wochen zu tragen. Sonst werden die Rücken- und Bauchmuskeln noch schlaffer, wodurch sich die Schmerzen verstärken können.

    Eine Halskrause, auch Halskrawatte genannt, entlastet die Halswirbelsäule. Wann und wie lange eine Halskraus zu tragen ist, wird ein Arzt mit seinem Patienten im Einzellfall besprechen.

    1/4

  • Orthopädische Schuheinlagen sind sinnvoll, wenn Fußfehlstellungen vorliegen. Von unten hinauf kann eine Veränderungen am Fuß auch das Becken, die Wirbelsäule und die Körperhaltung beeinflussen. Haben Sie beispielsweise einen Senk- oder Plattfuß, wird das Fußgewölbe durch Einlagen in seine natürliche, gesunde Stellung angehoben. Die Einlagen beheben damit zwar nicht die Fehlstellung an sich, aber sie korrigieren diese, solange die Füße auf den Einlagen stehen. Der Nachteil: Die Fußmuskeln können geschwächt werden.

    "Damit der Fuß genau an der richtigen Stelle gestützt oder entlastet wird, werden orthopädische Einlagen für jeden Patienten einzeln angepasst", erklärt Cynthia Milz. Es gibt verschiedene Materialien: Das Innere der Einlagen besteht häufig aus Kunststoff oder Kork und wird von Leder oder einem anderen Kunststoff ummantelt. Schuh und Einlage müssen zusammenpassen - für Sportschuhe braucht man andere als für feinere Ausgehschuhe. Nehmen Sie zum Ausmessen der Einlagen am besten die Schuhe mit, die Sie am häufigsten tragen. So können Material und Dicke richtig angepasst werden.

    Sensomotorische Schuheinlagen stützen das Fußskelett nicht passiv, sondern stimulieren durch kleine Druckpolster gezielt Muskelgruppen am Fuß. Diese Stimulationen sollen die Haltung verbessern. Dahinter steckt die Theorie, dass unser Fuß eigentlich ein Wahrnehmungsorgan für die Haltung ist. Mit gezielten Nervenreizen durch diese Einlagen soll die Haltung des Fußes sowie des Haltungs- und Bewegungsapparates verändert werden.

    Sensomotorische Einlagen sind in Deutschland noch ein relativ junges Hilfsmittel bei Rückenproblemen und anderen Leiden. In Frankreich und den Niederlanden hingegen sind sensomotorische Einlagen wesentlich weiter verbreitet. Auch wenn sich viele Patienten durch die Verwendung dieser Einlagen subjektiv besser fühlen, konnten Studien ihre Wirksamkeit nicht beweisen. Sensomotorische Einlagen zahlen Krankenkassen üblicherweise nicht. Für Diagnose und Anpassung bei spezialisierten Orthopäden schwanken die Kosten zwischen 400 und 800 Euro. Dazu kommen nochmal 200 bis 300 Euro für die Maßanfertigungen der Einlagen.

    2/4

  • Maßschuhe werden vom Arzt verordnet, wenn krankhafte Veränderungen der Fußform das Tragen von normalen Konfektionsschuhen unmöglich macht. Auch Beinlängenunterschiede werden mit Maßschuhen oder Schuherhöhungen korrigiert - sonst droht ein Beckenschiefstand, der Einfluss auf die ganze Wirbelsäule nimmt. Fachmann für die Anpassung und Herstellung ist der Orthopädieschuhmacher. Mittlerweile gibt es ein reichhaltiges Angebot an Modellen, die es optisch ohne Probleme mit Konfektionsschuhen aufnehmen können.

    3/4

  • Gehhilfen, Greifhilfe

    Eine schmerzende Wirbelsäule oder betroffene Gelenke können auch durch Abstützen entlastet werden. Dafür stehen viele Gehhilfen bereit. Klassiker sind etwa der Gehstock, eine Unterarmgehstütze und der Rollator. Bei fehlender Hand- oder Armkraft kommen eventuell auch Achselstützen zum Einsatz. Wenn Bücken nur noch unter Schmerzen möglich ist, gibt es zudem Greifhilfen mit langem Stil, mit denen man die belastende Bewegung umgehen kann.

    4/4

Von dem nächsten Therapieverfahren verspricht sich so manch einer Wunder. Doch eigentlich sollten sie - wann immer es geht - vermieden werden. Die Rede ist von Operationen.

Ihr Fortschritt im Kurs Rückenschmerzen
77%

aktualisiert am 18.09.2013, erstellt am 29.10.2013
Bildnachweis: Mauritius/Simone Fichtl

Portal-Logos
© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG
schließen