Weitere Diagnosemethoden

Besprechung Diagnose

Nun haben Sie bereits die wichtigsten Diagnosemethoden kennengelernt, vielleicht war Ihnen die ein oder andere sogar schon geläufig. Trotzdem gilt die Faustregel: Je spezieller der Fall, desto spezieller das Vorgehen. Es gibt noch eine Reihe weiterer Methoden, die wir Ihnen jetzt vorstellen möchten:

  • Optische 3-D-Wirbelsäulenvermessung

    Was nach Kino klingt, erobert zunehmend auch die Medizin: Die optische 3-D-Wirbelsäulenvermessung (Optimetrie) ist eine moderne Methode zur räumlichen Analyse von Körperstatik und Wirbelsäulenform. Das Verfahren ist hochkomplex und erfolgt mittels eines berührungslosen Abtastverfahrens, bei dem verschiedene Geräte zum Einsatz kommen. So wirft zum Beispiel ein Projektor ein paralleles Linienmuster auf den Rücken des Patienten, während dieser zugleich mit einer Videokamera aufgenommen wird. Ein Computerprogramm kombiniert zum Abschluss der Messungen alle gewonnenen Daten und errechnet daraus ein dreidimensionales Bild des Rückens. Damit lassen sich etwa Beckenschiefstände, Beinverkürzungen, Wirbelsäulenverkrümmungen oder Haltungsfehler völlig ohne Röntgenstrahlung abbilden - für Kinder, Jugendliche oder schwangere Frauen ist die Methode daher besonders geeignet. Bandscheibenveränderungen oder altersbedingte Verschleißerscheinungen werden allerdings nicht abgebildet. Für ältere Menschen hält sich der Nutzen deshalb in Grenzen.

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  • Knochendichtemessung

    Das Stichwort Osteoporose lässt vor allem Frauen nach den Wechseljahren aufschrecken. Sie sind besonders anfällig für die Krankheit, bei der die Festigkeit der Knochen nachlässt. Aber auch bei älteren Männern kann Osteoporose Rückenschmerzen verursachen, denn die Krankheit macht vor den Wirbeln nicht halt. Außerdem gibt es Erkrankungen, die bei Frauen und Männern mitunter schon frühzeitig eine Osteoporose begünstigen. Anzeichen für Osteoporose können zum Beispiel Rückenschmerzen unabhängig von der Körperhaltung oder ein starkes Ermüdungsgefühl sein. Zuweilen sind die Wirbel derart geschwächt, dass sie zusammensacken oder ohne besonderen Anlass brechen. Größenabnahme, Rumpfverformungen und Bewegungseinschränkungen können die Folge sein. Steht die Diagnose Osteoporose im Raum, bringt eine Knochendichtemessung Klarheit. Diese kann entweder mittels einer Computertomografie oder der so genannten D(EXA)-Messung an der Lendenwirbelsäule und am Oberschenkelhals erfolgen. Das ist eine komplexe Röntgenmethode, die mit energetisch unterschiedlichen Röntgenquellen arbeitet.

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  • Szintigrafie

    Besteht der Verdacht, dass eine entzündliche oder tumorbedingte Veränderung am Skelett die Ursache für Rückenschmerzen ist, wird sich der Arzt möglicherweise für eine Szintigrafie entscheiden. Das ist eine nuklearmedizinische Methode, bei der radioaktive Substanzen in die Blutbahn gespritzt oder inhaliert werden. Diese reichern sich kurzfristig in bestimmten Gewebearten an und senden dabei Gamma-Strahlung ab, die von einer Spezialkamera registriert wird. Ein Computer zeichnet die Daten auf und verrechnet sie. Nach wenigen Stunden nimmt die Radioaktivität ab und die Substanzen verlassen den Körper. Besonders geeignet ist die Methode zur Ortung von rheumatischen Erkrankungen.

    Eine besondere Variante der Szintigrafie ist die Positronen-Emissions-Tomografie (PET). Dabei werden Radiopharmaka eingesetzt, die Beta+-Strahlung abgeben. Diese wird von speziellen Detektoren registriert und zu Schnittbildern zusammengesetzt. Das Verfahren stellt Stoffwechselvorgänge im Körper dar und eignet sich gut zur Tumordiagnostik.

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  • Elektroneurografie und Elektromyografie

    Wenn der Arzt eine bestimmte Erkrankung vermutet, die Symptome jedoch nicht eindeutig sind, kann die Aufzeichnung der elektrischen Muskel- und Nervenaktivität Klarheit schaffen. Eine Elektroneurografie misst die Nervenleitgeschwindigkeit, indem ein Nerv elektrisch gereizt und die Antwort über den dazugehörigen Muskel oder der Haut mit Elektroden abgeleitet wird. Die Leitgeschwindigkeit ergibt sich aus dem Zeitunterschied zwischen Reiz und Antwort und der Entfernung zwischen den Messpunkten. Ist sie verzögert, deutet dies auf eine Schädigung des Nervs hin.

    Die Elektromyografie hingegen untersucht die Tätigkeit eines Muskels. Dafür wird eine feine Nadelelektrode eingestochen und mithilfe bestimmter Bewegungen, Entspannung und Anspannung überprüft, ob der Muskel ausreichend Antrieb erhält.

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  • Laboruntersuchungen

    Eine Blutuntersuchung kann wichtige Hinweise insbesondere auf entzündliche Erkrankungen liefern. Drei Parameter sind dafür besonders wichtig: die Zahl der weißen Blutkörperchen, also der Leukozyten, die bei einer Entzündung erhöht ist; die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG), die angibt, wie lange Blutkörperchen brauchen, um in einem senkrechten Röhrchen nach unten zu sinken; und schließlich C-reaktives Protein (CRP), ein Entzündungsmarker, der sich durch akute Entzündungen drastisch und innerhalb weniger Stunden erhöht. Weitere Laboruntersuchungen sind in der Regel nur notwendig, wenn Ärzte stoffwechselbedingte Erkrankungen wie Osteoporose, Gicht, Nieren- oder Leberfunktionsstörungen vermuten.

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Damit haben wir nun aber wirklich alle in der Rückenmedizin üblichen Diagnoseverfahren vorgestellt - bis auf eine, die wir nun in einem gesonderten Themenblock behandeln: die Untersuchung der Psyche.

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aktualisiert am 24.07.2013, erstellt am 27.10.2013
Bildnachweis: Your Photo Today/Phanie

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