Welcher Sport ist gut für meinen Rücken?

Pause beim Fahrradfahren

Wir haben das Thema in einer vorangegangenen Lektion schon angedeutet: Ja, Sport ist gesund für den Rücken, aber es kommt sehr darauf an, um welchen Sport es sich handelt, wie oft und wie genau dieser ausgeübt wird.

Denn Sport kann auch richtig schlecht für den Rücken sein - wenn er zum Beispiel den Körper einseitig belastet. Überfordert man gewisse Strukturen im Kreuz, schadet das eher. Statt Schmerzen zu lindern, entstehen neue Pein beziehungsweise weitere Schmerzen. Am Beispiel der Bandscheiben ist das leicht zu verstehen. Das sind die Stoßdämpfer, die zwischen den einzelnen Wirbeln sitzen. Sie können sich sicherlich vorstellen, wie anstrengend etwa eine Skiabfahrt auf der Buckelpiste für die Bandscheiben ist. Mehr Belastung geht kaum.

Eine gesunde Sportart trainiert den ganzen Körper einigermaßen ausgewogen. Nur die Rückenmuskeln alleine reichen nicht - schließlich sind ja auch nicht nur die Rückenmuskeln dafür zuständig, die Wirbelsäule zu stützen. Eine gut trainierte Muskulatur am Bauch und im Rumpf ist genauso unerlässlich. Für die Wirbel, für die Bandscheiben, für alle Strukturen der Wirbelsäule.

Welcher Sport gut und welcher weniger gut für den Rücken ist, das verraten wir Ihnen jetzt:

  • Rückenfreundliche Sportarten

    Motorisch ruhige, gleichmäßig ausdauernde Bewegungen sind optimal für Ihren Rücken. Das Gute daran ist, dass man Ausdauersport wie Walking, leichtes Jogging oder einfach nur Spazierengehen ohne Anleitung und besonderen Hilfsmittel so gut wie überall machen kann. Ausreden zählen also nicht; schnüren Sie jetzt die Sportschuhe und traben Sie gleich los. Bevorzugen Sie auf Ihrer Tour aber, wenn immer möglich, einen weichen Untergrund. Ist das nicht machbar (zum Beispiel in der Stadt), investieren Sie Ihrem Rücken zuliebe ein wenig Geld in gute Schuhe.

    Auch Schwimmen, Nordic Walking und Wandern sind geeignete Sportarten. Radfahren ist meist auch eine gute Idee, aber informieren Sie besser vorab Ihren Arzt darüber. Immer gut für Rückengeplagte sind natürlich Gymnastikübungen. Die können Sie alleine absolvieren oder in der Gruppe. Es muss nicht unbedingt spezielle Rückengymnastik sein. Ihr Rücken profitiert auch von Ganzkörpergymnastik, tragen doch vielerlei Muskeln im gesamten Körper zu seiner Stabilisierung bei. Deshalb lernen Besucher eines Rückenschulkurs oder von Krankengymnastik auch stets Übungen für Rumpf und Bauch.

    Ganz wichtig: Bei all den Vorschlägen rückenfreundlicher Sportarten sollte nie der Leistungsgedanke im Vordergrund stehen. Ihr Rücken freut sich vielmehr über eine motorisch ruhige und ausdauernde Ertüchtigung.

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  • Rückenfeindliche Sportarten

    Beim Leistungssport steht - wie der Name schon sagt - der Leistungsgedanke im Vordergrund. Wettkampfsportarten sind deshalb meist ungünstig für einen lädierten Rücken. Ist ja auch klar, erfordert Leistungssport doch oft stundenlanges Trainieren des immer gleichen Bewegungsablaufes. Das wird wahrscheinlich bestimmte Muskelgruppen überlasten. Um Rückenprobleme zu vermeiden, sollte aktiver Wettkampf- oder Leistungssport deshalb immer mit einem rückenfreundlichen Ausgleichssport einhergehen.

    Ebenfalls schlecht für den Rücken: alle Sportarten, die ruckartige Stopp- und Drehbewegungen oder Überstreckungen verlangen und die Rückenmuskulatur einseitig beanspruchen. Dazu zählen etwa Tennis und Squash, aber auch Fußball, Handball, Volleyball oder Basketball sowie Skiabfahrtslauf. Rückenbelastende Sportarten sind durch die gebückte Haltung auch Hockey und Kegeln. Reiten sollte nur, wer kräftige Rückenmuskeln hat, da die Gefahr von Stauchungen sonst sehr groß ist. Beim Golfen ist das Gehen von Loch zu Loch zwar eine positive Belastung für den Rücken, beim Abschlag wird es jedoch kritisch: Die Drehung aus dem Rumpf mit Arm- und Schulterbewegungen kann die Wirbelsäule leicht überdehnen. Lassen Sie sich vom Golfprofi in eine rückenfreundliche Technik einweisen und wärmen Sie sich vor dem Start immer gut auf. Das gilt sowieso für alle Sportarten, um das Risiko von Verletzungen - nicht nur am Rücken - zu vermeiden.

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So, und in der folgenden Lektion sollen Sie in einem kleinem Lernspiel zeigen, dass Sie sich die günstigen und die ungünstigen Sportarten gut eingeprägt haben.

Ihr Fortschritt im Kurs Rückenschmerzen
95%

aktualisiert am 19.09.2013, erstellt am 27.10.2013
Bildnachweis: Glow Images/PBNJ Productions Blend

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