Chronobiologie: Über Schlaf-Lerchen und Schlaf-Eulen

Schlafendes Baby

Vor allem in jungen Jahren brauchen Menschen viel Schlaf

Wann wir müde werden, ob wir morgens schnell oder eher schleppend aus dem Bett kommen, bestimmt unsere innere Uhr. Wir alle haben eine, sie steuert unseren Schlaf-Wach-Rhythmus, beeinflusst Hormon- und Verdauungssystem und bestimmt, wann unser Gehirn oder unsere Muskeln besonders leistungsfähig sind.

Auf einer Party kann man sehr gut beobachten, wen welche innere Uhr antreibt. Da sind die Eulen, die am Abend erst so richtig aufdrehen und die Feier als letzte verlassen. Dafür brauchen sie am Morgen besonders lange, um wieder in die Gänge zu kommen. Im Übrigen auch, wenn sie nicht feiern und früher zu Bett gehen.

Anders die Lerchen: Die Party scheint sie nicht so richtig in Stimmung zu bringen, sie unterdrücken ein Gähnen und verabschieden sich noch vor Mitternacht. Aber am nächsten Tag sind sie fit, schon am frühen Morgen. Während die Eulen noch im Tiefschlaf liegen, sind die Lerchen schon wieder unterwegs.

Chronotypen nennt man diese beiden "Vögel" – jeder von uns kann sich entweder zu den Eulen oder den Lerchen zählen. Chronobiologie heißt der Forschungszweig der sich mit ihren Bedürfnissen und den Faktoren beschäftigt, die unsere innere Uhr steuern.
Gesteuert wird unsere innere Uhr durch das rhythmische An- und Abschalten von Genen. Taktgeber hierfür ist das Licht. Es ist deshalb wichtig, dass wir so viel Tageslicht wie möglich aufnehmen, gerade im Winterhalbjahr.

Auf einer Fernreise durch Zeitzonen spürt man besonders deutlich, wie abhängig wir von diesem inneren Chronometer sind. Es dauert meist Tage, bis sich der Körperrhythmus an die Zeitverschiebung gewöhnt hat. Eine leichte Form dieses Jetlags erleben manche Menschen auch im Frühjahr und Herbst, wenn die Uhren umgestellt werden. Unsere innere Uhr passt sich dem nur langsam an, bei manchen Eulen-Typen gar nicht.

Besonders problematisch wird es, wenn die Arbeitszeiten stark von der inneren Uhr abweichen, bei Schichtarbeitern beispielsweise. Gerade wenn bei Spät- und Nachtschichten im Dunkeln gearbeitet, hat die innere Uhr große Probleme sich anzupassen. Das hat auch Einfluss auf die Organe, weil die Betroffenen zu anderen Zeiten essen. Schichtarbeiter haben deshalb oft mit Schlafstörungen und Verdauungsproblemen zu kämpfen, ihr Risiko für Diabetes, Herzinfarkt oder Schlaganfall kann erhöht sein.

Soviel zur Chronobiologie. Ein weiteres, ganz wichtiges Thema ist der Schlafzyklus. Der Schlaf findet in mehreren Phasen statt. Für einen gesunden Schlaf sollten diese mehrfach in der Nacht durchlaufen werden. Und wenn nicht? Erfahren Sie in der nächsten Lektion mehr darüber.

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aktualisiert am 27.01.2016, erstellt am 27.01.2016
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