Die Bedeutung von Albträumen

Alptraum

Albträume sind zwar seltsam, aber nichts Abnormes

Einen Albtraum hatte wahrscheinlich jeder schon einmal: ein Sturz in die Tiefe, ein böser Verfolger, der sich nicht abschütteln lässt, ein geliebter Mensch, der plötzlich stirbt. Hin- und wieder solch unangenehme Erlebnisse im Schlaf zu haben fällt natürlich nicht unter Thema Schlafstörungen. Es gibt jedoch Albträume, die immer wieder kehren – und dann sehr wohl eine dauerhafte Beeinträchtigung der Nachtruhe verursachen.

Zunächst einmal: Albträume sind nichts Abnormes. Sie treten meist in der zweiten Nachthälfte auf. Dann dauern die REM-Phasen, in denen wir träumen am längsten. Kinder erleben häufig Albträume, Erwachsene eher selten. Stress ist dann oft eine Ursache, oder ein traumatisches Erlebnis. Aber auch Medikamente wie Blutdrucksenker, Antidepressiva oder Mittel gegen Demenz können für Albträume verantwortlich sein. Ebenso der Entzug von Schlaf- und Beruhigungsmitteln.

Kehrt ein Albtraum immer wieder, wird er zur Belastung. Traumforscher vermuten, dass wir unter Albträumen leiden, wenn wir innerlich mit Problemen hadern, die wir nicht lösen können oder wollen. Der böse Traum ist dann Mahnung oder Erinnerung, sich dem zu stellen. Albträume spiegeln Ängste wieder.

Was tun bei häufigen Albträumen?


Ein erster Schritt, den Traum zu verarbeiten, ist, sich am Tag dieser Angst zu stellen. Therapeuten nennen das Konfrontation. Dabei kann es schon helfen, die Träume aufzuschreiben, ein Bild zu malen oder mit jemandem darüber zu sprechen, am besten gleich nach dem Aufwachen.

Als nächsten Schritt sollte man sich überlegen, wie man im Traum mit der beängstigenden Situation umgehen kann. Das ist nicht einfach, denn normalerweise sind wir nicht in der Lage, einen Traum aktiv zu gestalten. Eine mögliche Strategie: Den Albtraum am Tag regelmäßig durchspielen und sich jede Szene exakt vorstellen, und das etwa zwei Wochen lang, Therapeuten sprechen hier von Einübung. Denken Sie sich Helferfiguren aus, die Ihnen schützend zur Seite stehen. Malen oder schreiben Sie solche Strategien auf. Viele Betroffene können so ihren Albtraum auflösen und wieder ruhiger schlafen. Wenn das nicht gelingt, ist es möglicherweise ratsam, Hilfe bei einem Psychologen oder Verhaltenstherapeuten zu suchen.

Für die Mehrheit dürfte jedoch gelten: Albträume sind unangenehm, aber nur selten ein wirklich gravierendes Problem. Weit mehr Menschen haben zu kämpfen mit Problemen während des Schlafs, die wir in den nächsten Lektionen behandeln werden: nachts aufstehen müssen (weil zum Beispiel die Blase drückt), Schnarchen oder Atemaussetzter (Schlafapnoe). Manchmal liegt man einfach auch nur ungünstig. Nachts richtig liegen ist das Thema der nun folgenden Lektion.

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aktualisiert am 27.01.2016, erstellt am 27.01.2016
Bildnachweis: Plainpicture/noa mar

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