Schlafmittel-Kunde: Was bewirken Baldrian und Co.?

Baldrian

Baldrian: Der Klassiker unter den pflanzlichen Schlafmitteln

Um es gleich vorneweg zu sagen: Schlafmittel können eine große Hilfe sein bei Schlafstörungen. Eine langfristige Lösung sind sie allerdings nie. Schlafmittel kommen also immer nur über einen bestimmten Zeitraum zum Einsatz.

Wirkstoffe gibt es viele, so manchen fällt es schwer, sich da zurechtzufinden. Grundsätzlich lassen sich alle Präparate in zwei Gruppen aufteilen:

  • Pflanzliche Wirkstoffe: bei leichten Schlafstörungen. Sie sind gut verträglich und machen nicht abhängig.
  • Synthetische Wirkstoffe: bei schweren und langanhaltenden Schlafstörungen. Es besteht die Gefahr der Abhängigkeit. Neben- und Wechselwirkungen treten oft auf.

NCHOOKIn dieser Lektion bekommen Sie einen Überblick über die pflanzlichen Mittel, die synthetischen Präparate folgen in der nächsten Lektion.

Der Klassiker ist Baldrian – die beruhigende und entspannende Wirkung der Extrakte aus der Baldrianwurzel wurde in vielen klinischen Studien bewiesen. Sie fördern das Ein- und Durchschlafen, ohne tagsüber müde zu machen. Baldrian entfaltet seine Wirkung
in Form von Tees und Bädern. Sein Aroma ist allerdings sehr ausgeprägt und nicht bei jedem beliebt. Viele Menschen bevorzugen deshalb Fertigpräparate aus der Apotheke. Diese kombinieren die Wirkung des Baldrians meist mit anderen Pflanzenextrakten, die ebenfalls schlaffördernd wirken.

Dazu gehört zum Beispiel die Passionsblume. Der Extrakt aus ihren Blättern und Stielen beruhigt und hilft beim Einschlafen. Sie können sich aber auch selbst einen Tee zubereiten: Für eine Tasse einen Teelöffel Passionsblumenkraut mit siedendem Wasser übergießen und nach zehn Minuten abseihen. Zwei- bis dreimal täglich sowie eine Stunde vor dem Zubettgehen je eine Tasse trinken.

Ein echtes Allround-Talent ist Lavendel. Seine Blüten eignen sich sowohl für die innerliche als auch für die äußerliche Anwendung. Die beruhigende und entspannende Wirkung ist in vielen Studien bewiesen. So hilft ein Vollbad am Abend mit einigen Tropfen Lavendelöl ebenso beim Einschlafen wie ein mit Blüten gefülltes Duftkissen im Bett. Auch angenehm: Ein bis zwei Tropfen Lavendöl auf ein Stück Stoff geben und neben das Kopfkissen legen. Sie können Ihr Schlafzimmer auch mit Lavendel beduften – dafür drei Tropfen Lavendöl in eine Duftlampe oder einen elektrischen Raumbedufter geben. Der Geruch sollte sich etwa 30 Minuten lang entfalten, dann die Beduftung wieder abschalten oder die Duftlampe löschen – sonst wird der Geruch zu intensiv. Vorsicht: Benutzen Sie Öl aus dem echten Lavendel (Lavendula officinalis) – Hybridmischungen (Lavendula hybrida) sind zwar günstiger, aber auch weniger verträglich. Innerlich hilft Lavendel als Tee oder in Fertigpräparaten.

Für die beruhigende Wirkung des Hopfens sind die Zapfen mit den kleinen gelben Drüsenschuppen verantwortlich. Sie enthalten die Bitterstoffe Humulon und Lupulon, die zum Beispiel in Hopfenkissen ihre schlaffördernde Wirkung entfalten. Der Blütenextrakt ist in vielen Kombinationspräparaten enthalten. Für eine Tasse Tee ein bis zwei Teelöffel mit siedendem Wasser übergießen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Über den Tag verteilt zwei bis drei Tassen und vor dem Schlafengehen eine Tasse frischen Tee trinken.

Johanniskraut
ist eher als Stimmungsaufheller bekannt, kann aber auch Schlafstörungen lindern, die aufgrund von depressiven Verstimmungen auftreten. Für antidepressive Effekte empfiehlt sich eine kurmäßige Anwendung über mehrere Wochen mit einem Fertigpräparat aus der Apotheke. Wer gleichzeitig andere Medikamente einnimmt, sollte den Arzt oder Apotheker nach möglichen Wechselwirkungen fragen. Die Einnahme von Johanniskraut erhöht außerdem die Lichtempfindlichkeit der Haut, sie braucht einen höheren Sonnenschutz.

Soviel zu den pflanzlichen Mitteln. In der nächsten Lektion folgen die synthetischen Mittel.

 

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aktualisiert am 27.01.2016, erstellt am 27.01.2016
Bildnachweis: iStock/Gregory Dubus, W&B / Röper

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