Schlafprobleme bei Zeitverschiebung und Zeitumstellung

Pilot hält ein Nickerchen

Müde wegen Zeitverschiebung: Für Langstreckenpiloten gehört das zum Berufsalltag

Als 1980 Sommer- und Winterzeit eingeführt wurden, klang das noch nach einer guten Idee. Im Frühjahr wird uns eine Stunde "geklaut", im Herbst bekommen wir sie zurück. Dafür bleibt es im Sommer länger hell, das spart Energie. Doch so mancher leidet unter der Uhrenumstellung. Vor allem bei der Umstellung auf die Sommerzeit fühlen sich viele Deutsche in den Tagen danach müde und schlapp, können nicht einschlafen oder wachen nachts immer wieder auf. Menschen vom Chronotyp "Eule", die gerne lang schlafen, macht das besonders zu schaffen. Es mag nur eine Stunde sein – die innere Uhr gerät trotzdem für einige Tage aus dem Takt.

Es ist möglich, sich auf die Zeitumstellung vorzubereiten. Indem man einige Tage zuvor beginnt, früher ins Bett zu gehen. Wenn das nicht klappt: Locker bleiben und dem Körper Zeit lassen. Nach ein paar Tagen tickt auch die innere Uhr wieder richtig.

Viel stärker wird sie bei Reisen in andere Zeitzonen gefordert. Die meisten Menschen brauchen einige Tage, bis sie sich an die neuen Zeiten gewöhnt haben.

Jetlag nennt sich dieses Phänomen– eine englische Wortschöpfung aus "Jet" für Düsenflugzeug und "lag" für Zeitverzögerung. Wer unter Jetlag leidet, ist tagsüber mitunter hundemüde und mitten in der Nacht topfit – die innere Uhr tickt noch nach den Zeiten des Abflugortes. Besonders stark spürbar ist das bei Reisen Richtung Osten, etwa von Europa nach Asien, weil man auf dem Weg durch mehrere Zeitzonen Stunden verliert. Etwas angenehmer ist ein Flug in die USA, hier bekommt man sozusagen Stunden geschenkt, die innere Uhr gerät nicht so stark aus dem Takt.

Wer nur für zwei, drei Tage in die Ferne fliegt, stellt seine innere Uhr besser gar nicht auf die Zeiten am Ankunftsort um. Für den Körper ist es besser, den Rhythmus der Heimat beizubehalten.

Allgemein gilt: Bei längeren Aufenthalten halten Sie sich an die neuen Zeiten, sobald Sie am Ziel angekommen sind. Das heißt, Sie müssen tagsüber wach bleiben, auch wenn Ihre innere Uhr noch auf Nacht eingestellt ist. Die innere Uhr reagiert stark auf natürliches Licht. Also nichts wie raus – je länger Sie sich an der Sonne aufhalten, desto schneller stellt sich der Organismus auf die neue Zeitzone um. Oft trifft einen die Müdigkeit am Nachmittag wie eine Keule. Dann heißt es: Durchhalten! Wer jetzt schläft, wird nur unnötig lange unter dem Jetlag leiden.

Auch überzeugte Mittagsschläfer müssen jetzt tapfer und wach bleiben. Apropos Mittagsschlaf: Ist der wirklich gesund? Das klären wir in der nun folgenden Lektion.

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aktualisiert am 27.01.2016, erstellt am 27.01.2016
Bildnachweis: Getty/Creative

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