Wann synthetische Schlafmittel helfen

Medikamente aus der Apotheke

Bei Fragen rund um Medikamente gilt wie immer: Ihr Apotheker berät Sie gerne

Synthetische Schlafmittel können kurzfristig helfen, schwere Schlafprobleme in den Griff zu bekommen. Grundsätzlich gilt allerdings: Die Medikamente sollten so kurz wie möglich und in möglichst niedriger Dosis genommen werden. Die Therapie muss begleitet werden von schlafhygienischen und gegebenenfalls psychotherapeutischen Maßnahmen.

Und vor allem sollte eine Behandlung nur in Absprache mit einem Arzt erfolgen.

Diese Vorsicht hat ihre Gründe. Über einen längeren Zeitraum genommen wirken diese Mittel immer schlechter, es kommt zum Gewöhnungseffekt und nicht selten zur Abhängigkeit. Deshalb dürfen die Arzneien nicht länger als drei bis vier Wochen eingenommen werden.

Neben- und Wechselwirkungen
– etwa Sturzgefahr, Schwindel, Depressionen und Kopfschmerzen – sind nicht nur für ältere Menschen ein Grund, ganz auf diese Medikamente zu verzichten.

Synthetische Präparate wirken lange nach und man fühlt sich auch am nächsten Tag noch schläfrig und müde – der sogenannte Hangover-Effekt. Ältere Menschen reagieren empfindlicher auf diese Schlafmittel und brauchen eventuell eine geringere Dosis.

Zu den synthetischen Schlafmitteln gehören:

 

  • Benzodiazepine

    Sie wirken schlaffördernd und angstlösend, können aber sehr schnell abhängig machen und bei älteren Patienten das Sturzrisiko erhöhen. Man sollte diese Medikamente keinesfalls länger als einen Monat nehmen.

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  • Nichtbenzodiazepinhypnotika

    Ihre Wirkung ähnelt den Benzodiazepinen. Das Abhängigkeitsrisiko ist etwas geringer, ältere Menschen müssen mit erhöhter Sturzgefahr rechnen.

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  • Antihistaminika

    Diese Mittel werden eigentlich bei Allergien eingesetzt, haben da aber oft den Nachteil, dass sie sehr müde machen. Vor allem bei Einschlafproblemen lässt sich dies nutzen, allerdings verliert sich der Effekt nach wenigen Tagen. Bei Prostatabeschwerden und grünem Star sind sie gar nicht geeignet, sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

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  • Sedierende Antidepressiva

    Wer unter einer Depression leidet, kämpft auch oft mit Schlafproblemen. Sedierende Antidepressiva wirken deshalb stimmungsaufhellend aber auch schlaffördernd. Allerdings verursachen sie manchmal schwere Nebenwirkungen und es dauert mehrere Wochen, bis die richtige Dosis gefunden ist.

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  • Niedrigpotente Neuroleptika

    Sie werden zunehmend bei Älteren eingesetzt. Nachteil: Sie wirken nur kurz und verursachen Nebenwirkungen wie Bewegungsstörungen, Zungenkrämpfe oder Gewichtszunahme.

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Die Auswahl dieser Arzneimittel und ihre Wirkungsbereiche weisen schon darauf hin, welch großen Anteil die Psyche bei Schlafstörungen hat. Der Zusammenhang von Schlafstörungen und Psyche wird das Thema der nun folgenden Lektionen sein.

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aktualisiert am 13.11.2015, erstellt am 27.01.2016
Bildnachweis: mauritius images / Cultura

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