Warum Menschen schlafen

In den nun folgenden Lektionen sollen Sie einige wichtige Grundlagen über den menschlichen Schlaf erfahren. Die Frage, die sich ganz am Anfang stellt, lautet: wozu schlafen?

Halten wir zunächst die Tatsache fest: Der Mensch braucht Schlaf. Die Nacht durchmachen, feiern bis zum Morgengrauen – oder auch lernen oder arbeiten bis die Vögel zwitschern, fast jeder hat das schon mal ausprobiert. Und sehr wahrscheinlich erkannt: In Ausnahmefällen kann der Körper mal auf Schlaf verzichten. Er wird ihn aber so bald wie möglich einfordern. Wir müssen schlafen, sonst sind wir müde, unausgeglichen und weniger leistungsfähig.

Warum wir diese Ruhe brauchen, wissen auch Schlafforscher nicht genau.

Zum Ausruhen? Noch während wir wach sind wird von den Gehirnzellen der Botenstoff Adenosin ausgeschüttet – je mehr, desto müder fühlen wir uns. Später gelangt das Adenosin wieder in die Zellen. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit dem Ent- und Wiederaufladen einer Batterie. Wir werden müde, gähnen, fühlen uns vielleicht schon schläfrig. Gleichzeitig sinkt der Pegel des Stresshormons Kortisol und der des schlaffördernden Melatonins steigt. Je dunkler, desto mehr Melatonin wird ausgeschüttet – auch deshalb sollte man nicht bei Festbeleuchtung schlafen. Wenn wir uns ins Bett kuscheln, sinkt die Körpertemperatur um etwa ein Grad, auch Puls und Atmung verlangsamen sich. Wir schlummern langsam ein – und ruhen.

Nachts geht es im Gehirn hoch her

Doch während wir im wahrsten Sinne abschalten, geht es in unseren Zellen hoch her. Zwar werden viele Körperfunktionen gedrosselt oder wechseln in eine Art Energiesparmodus. Andere wiederum laufen in der Nacht auf Hochtouren. Die folgende Abbildung gibt Ihnen einen Überblick über das Nachtprogramm im Körper. Gehen Sie dem Mauszeiger über die Kreise (oder drücken Sie auf einem Tablett-Computer mit dem Finger darauf), um mehr zu erfahren.

Das Nachtprogramm des Körpes Gehirn Zirbeldrüse Augen und Nase Blutdruck Herz und Lunge Verdauung Muskeln

 

So schüttet der Organismus zum Beispiel schon kurz nach dem Einschlafen Wachstumshormone und andere Botenstoffe aus, um Knochen und Muskulatur aufzubauen. Im Tiefschlaf regeneriert sich das Immunsystem und in den Zellen werden Reparaturvorgänge angestoßen.

Auch das Gehirn schaltet einen Gang zurück – aber nur teilweise. Denn im Schlaf verarbeiten wir Eindrücke und Erlebnisse des Tages und machen sozusagen ein Update unseres Gedächtnisses. Das Gehirn speichert Neues nicht einfach ab, es ordnet es nachts auch ein und verknüpft es mit bereits vorhandenem Wissen. Das funktioniert am besten während wir schlafen und alle äußeren Reize ausgeblendet sind. Wer den ganzen Tag für eine Prüfung lernt, abends die Bücher zur Seite legt und ausgiebig schläft, macht alles richtig.

Ob Sie bis tief in die Nacht hinein pauken oder lieber früh zu Bett, um in den Morgenstunden aus den Federn zu springen, hängt vom Chronotyp ab. Ob Sie zu den Eulen oder den Lerchen gehören, erfahren Sie in der nächsten Lektion.

 

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aktualisiert am 27.01.2016, erstellt am 27.01.2016
Bildnachweis: Getty Images / Visage Stockbyte

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