Wie lange muss der Mensch schlafen?

Erinnern Sie sich noch an die beiden Merksätze zu Beginn des Kurses? Einer lautete:

Den richtigen Schlaf gibt es nicht.

Das gilt auch für die Schlaflänge. Thomas Alva Edison zum Beispiel, der mit der Erfindung der Glühbirne eine epochale Veränderung der Industriewelt einleitete, soll mit zwei Stunden täglich ausgekommen sein und betrachtete jede Minute länger als Zeitverschwendung. Albert Einstein, dessen Relativitätstheorie das physikalische Weltbild maßgeblich veränderte, verbrachte dagegen zehn bis zwölf Stunden im Bett. Beide vollbrachten Höchstleistungen in ihrem Fachgebiet – der eine mit zwei Stunden Schlaf, der andere mit zwölf.

Die meisten Menschen schlafen im Schnitt sieben Stunden. Viele nur fünf oder sechs, manche acht oder mehr Stunden. Allzu kurz sollte die Nachtruhe nicht ausfallen.

Auch wenn sich zum Beispiel immer wieder Politiker mit ihren kurzen Nächten brüsten: Sie haben vielleicht mehr Zeit zu arbeiten, schaden auf Dauer aber ihrer Gesundheit. Probanden, die in Studien nur vier Stunden pro Nacht schlafen durften, hatten schon nach einer Woche einen gestörten Stoffwechsel, erhöhten Blutdruck und einen erhöhten Spiegel des Stresshormons Kortisol. Alles Faktoren, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Thomas Edison mag also mit zwei Stunden pro Nacht ausgekommen sein – gesund war das aber nicht.

Wer wissen will, ob er genug oder zu viel schläft, sollte allerdings nicht die Stunden zählen, die er im Bett verbringt. Sondern überlegen, wie er sich am nächsten Morgen nach dem Aufwachen fühlt. Nur wer alle Schlafphasen in der Nacht durchlaufen hat und sich danach ausgeschlafen und erholt fühlt, hat auch gut und vor allem genug geschlafen.

Weniger Schlaf im Alter

Im Alter ändert sich das Schlafverhalten. Senioren brauchen weniger Schlummerzeit und verlieren die Fähigkeit, stundenlang durchzuschlafen. Es kann passieren, dass sie nachts länger wach liegen, aber das hat in den meisten Fällen keinen Krankheitswert. Allerdings können etwa Wechseljahresbeschwerden wie Schwitzen oder Unruhe, aber auch Rückenschmerzen, Bluthochdruck oder Depressionen Schlafstörungen verursachen. Auch manche Medikamente machen unruhig und können einen ruhigen Schlaf verhindern. Sprechen Sie über solche Schlafstörungen immer mit einem Arzt.

Wenn hin und wieder mal eine schlechte Nacht dabei ist, muss das nicht gleich Anlass zur Sorge sein. Den fehlenden Schlaf holt der Körper in der folgenden Nacht nach. Unterstützen können Sie ihn dabei, indem sie etwas früher zu Bett gehen oder sich einen Mittagsschlaf gönnen. Zu einem normalen Schlafzyklus gehört übrigens auch das Träumen – was es damit auf sich hat, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

In der nächsten Lektion steht ein kurzer Exkurs in die Welt der Träume an. Was weiß die Wissenschaft darüber? Soviel vorab: nicht viel.

Giraffen schlafen kurz

Kurzschläfer: Meist dösen Giraffen nur ein paar Stunden am Tag - im Stehen. In einen Tiefschlaf verfallen sie nur für wenige Minuten

Ihr Fortschritt im Kurs Gesund schlafen
14%

aktualisiert am 27.01.2016, erstellt am 27.01.2016
Bildnachweis: Plainpicture / Matt Walford

Portal-Logos
© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG
schließen