Bei einem Schlaganfall richtig handeln

Im Notfall richtig handeln

Plötzlichen Lähmungssymptomen, Sprach- oder Bewegungsstörungen? Dann sofort den Notarzt rufen

Leider erscheinen Schlaganfälle häufig wie Wölfe im Schafspelz: Plötzlich gleitet die Kaffeetasse aus der Hand. Das Greifen nach der Tasse fällt schwer, da der rechte Arm sich einfach nicht hochheben lassen will. Nach ein paar Minuten ist alles vorbei.

Eine kleine Ungeschicklichkeit. Mal sehen, ob es irgendwann nochmals auftritt. Nicht weiter schlimm.

Doch, das ist schlimm. Solche vorübergehende Ausfälle sind Anzeichen einer kurzzeitigen Durchblutungsstörung im Gehirn.

NCHOOKZunächst abwarten ist nie die richtige Vorgehensweise. Nicht bei Beschwerden, die nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Vorübergehende Funktionsstörungen sind häufig die Vorboten von großen Schlaganfällen. Hinzu kommt: Betroffene wissen zu Beginn ja nicht, ob die Symptome gleich wieder vorübergehen oder nicht. Und schon gar nicht sollten Sie zögern, wenn Beschwerden länger anhalten und/oder intensiver sind.

Bei plötzlichen Lähmungssymptomen, Sprach-, Bewegungs- oder Sehstörungen – auch wenn diese nur kurz anhalten oder nur schwach ausgeprägt sind – gilt es stets, einen Notarzt unter der Telefonnummer 112 zu alarmieren. Wer nicht sprechen kann, sollte durch Klopfen oder andere Geräusche auf sich aufmerksam machen und nicht auflegen. Der Anruf kann zurückverfolgt werden. Ist neben dem Betroffenen eine weitere Person zugegen, kann diese den Anruf übernehmen.

Nennen Sie den Verdacht auf Schlaganfall und schildern Sie die Beschwerden. Warten Sie anschließend auf Rückfragen. Üblicherweise werden Sie nach Ihrem Standort gefragt.

In Deutschland erreicht ein Notarzt den Unfallort üblicherweise innerhalb von 10 Minuten. Sind Sie ein Beistehender, lassen Sie den Betroffenen während dieser Wartezeit möglichst nicht alleine. Sprechen Sie mit ihm und beruhigen Sie ihn.

Wenn er bei Bewusstsein ist, sollten Sie ihn auf dem Rücken und mit leicht erhöhtem Oberkörper (circa 30 Grad, zum Beispiel durch ein Kissen im Rücken) lagern.

Ist der Betroffene bewusstlos oder erbricht er, legen Sie ihn stattdessen in die stabile Seitenlage.

Überprüfen Sie regelmäßig Atmung und Puls! Falls Sie keine Atmung oder keinen Herzschlag feststellen können, beginnen Sie sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen.

Geben Sie dem Betroffenen nichts zu trinken und zu essen, da seine Schluckfunktion gestört sein könnte. Falls Zahnprothesen die Atmung behindern könnten, nehmen Sie diese heraus. Öffnen Sie gegebenenfalls beengende oder einschnürende Kleidung.

Soviel zu den Schlaganfall-Symptomen und den ersten Maßnahmen, kurz und knapp erklärt. Mit diesem Wissen sind Sie für den Notfall schon mal gut gerüstet. Prima! Sie glauben gar nicht, wie wertvoll die Lektüre bis hierhin war. Für Sie und für andere, die vielleicht mal Ihre Hilfe brauchen werden.

In den folgenden Lektionen soll es nun darum gehen, die Hintergründe eines Schlaganfalls zu erklären. Was ist überhaupt ein Schlaganfall, welche Varianten gibt es, wieso kommt es zu den Symptomen, wieso können Lähmungen und andere Beschwerden bestehen bleiben. Zu Beginn lernen wir das Gehirn etwas genauer kennen.

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aktualisiert am 18.08.2016, erstellt am 18.08.2016
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