Ergotherapie, Logopädie, Neuropsychologie nach einem Schlaganfall

Diese Lektion soll mit einem kleinen Ratespiel beginnen. Im Bild unten ist eine der drei Therapieverfahren zu sehen, um die es jetzt gehen soll. Noch ist das Bild allerdings verdeckt von einer hellblauen Fläche. Klicken Sie mit der linken Maustaste (oder dem Finger) auf die blaue Fläche und es werden nach und nach Bildbereiche sichtbar. Wenn Sie meinen zu wissen, von welchem Verfahren die Rede ist, können Sie auf das entsprechende Feld unten klicken, um Ihre Vermutung zu überprüfen. Falls Sie es garnicht erkennen: Mit einem Klick auf das Feld ganz rechts erhalten Sie die Lösung.

In der Ergotherapie trainieren Patienten Handlungsabläufe, indem sie gemeinsam Essen oder kleine Bastel- oder Geschicklichkeitsaufgaben durchführen. Dabei beüben sie nicht nur ihre Feinmotorik, sondern auch Sensibilität und Wahrnehmung.

Auf die Komplexität neurologischer Ausfälle geht die Ergotherapie also auf vielfältige Weise ein. Sie trainiert motorische, sensorische und psychologische Fähigkeiten. Zudem werden auch konkrete Alltagsleistungen wie Anziehen oder Essenzubereiten geübt, die bei einer Lähmung neu zu lernen sind oder auch bei bestimmten neuropsychologischen Störungen.

Logopäden, also Sprachtherapeuten, spielen eine wichtige Rolle in der neurologischen Rehabilitation, denn das Spektrum von Sprach- und Sprechstörungen nach einem Schlaganfall ist groß. Einige Patienten können keine Sprache mehr produzieren, sie haben keinen aktiven Zugriff mehr auf ihren Wortschatz oder können diesen nicht mehr in Laute überführen. Andere verstehen die eigene Muttersprache nicht mehr, bemerken dies aber kurioserweise kaum und verfallen in Wortsalat oder sinnlose Floskeln. Neben solchen motorischen und sensiblen Aphasien, gibt es zahlreiche Misch- und Zwischenformen, welche die Logopäden zunächst erkennen und dann differenziert behandeln.

Patienten, die Schlaganfälle im Hirnstamm oder dem Kleinhirn erlitten haben, weisen oft Störungen der Sprechmotorik auf, was ihre Artikulation lallend oder gepresst klingen lässt. Auch solche Dysarthrien lassen sich durch logopädisches Training häufig bessern. Das gleiche gilt für Schluckstörungen (Dysphagien), die für Betroffene sehr beeinträchtigend und auch gefährlich sind.

Schlaganfälle stören oft auch psychologische Hirnleistungen wie räumliches oder planendes Denken oder beeinträchtigen das Gedächtnis. Auch die Wahrnehmung oder Handlungsprogramme können durcheinander geraten. Derartige Ausfälle werden im Akutkrankenhaus häufig kaum bemerkt, da Ärzte und Patienten zunächst auf offensichtliche Probleme wie Lähmungen oder Sprachverlust achten. Langfristig aber machen solche kognitiven Defizite den Betroffenen große Schwierigkeiten. Neuropsychologen testen und behandeln sie daher.

Für alle bis hier genannten Maßnahmen brauchen Schlaganfallpatienten Hilfe von anderen. Doch es gibt auch eine Reihe von Möglichkeiten, die ein jeder selbst tun kann – ja muss – um von einem weiteren Hirnschlag verschont zu bleiben. All diese Möglichkeiten lassen sich unter dem Stichwort "gesunder Lebensstil" zusammenfassen. In den nun folgenden Lektionen gehen wir etwas näher darauf ein.

Ihr Fortschritt im Kurs Schlaganfall
80%

aktualisiert am 18.08.2016, erstellt am 18.08.2016
Bildnachweis: Caro Fotoagentur / Seeberg

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