Erste Maßnahmen in der Klinik

Erste Maßnahmen im Krankenhaus

CT des Gehirns: Erste Maßnahme in der Klinik bei einem Schlaganfall

In der Klinik angekommen, geht es zunächst vor allem um eins: Herauszufinden, welche Variante eines Schlaganfalls beim Patienten vorliegt. Ist ein Blutgefäß im Gehirn verstopft oder liegt eine Blutung vor?

Das Ganze muss schnell gehen, denn nach wenigen Stunden ist das betroffene Hirngewebe so lädiert, dass eine Lyse-Behandlung mehr schadet als nutzt.

Daher steht prompte Diagnostik an erster Stelle. Zunächst muss ein Neurologe die Symptome beurteilen. Das ermöglicht, Rückschlüsse auf den Schädigungsort und über das Ausmaß der Schädigung zu ziehen. Darauf folgt innerhalb weniger Minuten eine Computertomografie des Gehirns – also eine dreidimensionale Aufnahme mit Hilfe von Röntgenstrahlen. Diese erlaubt, eine Blutung im Gehirn sicher zu diagnostizieren. Ein verstopftes Blutgefäß – Fachleute sprechen vom ischämischen Schlaganfall – ist im Frühstadium hingegen nicht immer eindeutig zu erkennen.

  • Ischämischer Schlaganfall

    Das Ziel der Akuttherapie eines ischämischen Schlaganfalls, besteht darin, das verstopfte Blutgefäß im Gehirn wieder frei zu bekommen. Das ist mit speziellen Medikamenten oder in bestimmten Fällen auch mechanisch möglich.

    Die Behandlung mit Medikamenten nennen Ärzte "Lysetherapie". Dabei setzen sie Substanzen ein, die eine Verstopfung in einem Blutgefäß auflösen können. Da die eingesetzten Wirkstoffe aber stark in die Blutgerinnung eingreifen, ist die Behandlung nicht ohne Risiken. Vor allem in bereits abgestorbenem Gewebe können gefährliche Blutungen auftreten. Deshalb dürfen Ärzte den Wirkstoff nur innerhalb der ersten vier Stunden nach dem Hirninfarkt verabreichen.

    Seit einigen Jahren nutzen Mediziner auch die Möglichkeit, mit einem Katheter das Blutgerinnsel direkt aus dem verstopften Hirngefäß zu holen. Das hat sich bei großen, halsnahen Arterien besonders bewährt. Allerdings muss dafür der Gefäßverschluss direkt nachgewiesen werden, was weitere schnelle Diagnostik erfordert – üblicherweise in Form einer Angiografie.

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  • Blutung

    Bei der Behandlung einer Blutung im Gehirn wollen Ärzte natürlich möglichst schnell die Blutung zum Stillstand bringen– falls möglich und noch nicht von selbst geschehen. Daneben gilt es, durch die Blutung verursachten Schäden möglichst zu vermeiden oder zumindest gering zu halten. Denn tritt Blut aus den Gefäßen in das Hirngewebe aus, drückt der so entstehende Bluterguss auf das umliegende Gewebe, was im ungünstigsten Fall noch gesund Gehirnteile schädigt. Dies kann lebensgefährlich für den Patienten werden. Zudem schädigen die im Blut enthaltenen Stoffe teilweise die Gehirnzellen. Bei größeren Blutungen müssen Ärzte deswegen das Blut mittels einer Operation beseitigen. Um den Druck auf das Gehirn zu reduzieren, öffnen Neurochirurgen den knöchernen Schädel, um eine Entfernung des Blutes möglich zu machen beziehungsweise dem Hirngewebe Platz zum Ausweichen einzuräumen.

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Nach den ersten Maßnahmen kommt der Patient zur weiteren Beobachtung und Behandlung auf die Stroke Unit. Dort stellen die Ärzte seinen Blutdruck und Stoffwechsel optimal ein. So soll sich das Gehirn gut erholen. Unter anderem erhält der Patient nun Medikamente, die er teilweise sein Leben lang einnehmen muss. Welche das sind und was diese bewirken, darum geht es in der nächsten Lektion.

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aktualisiert am 11.07.2016, erstellt am 18.08.2016
Bildnachweis: Getty Images/Choul Jib Lee, TongRo Images

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