Nach Schlaganfall: Medikamente ein Leben lang?

Medikamente, ein Leben lang?

Medikamente spielen bei der Schlaganfalltherapie eine wichtige Rolle

Medikamente sind zwar kein Allheilmittel für Menschen, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben, spielen aber eine wichtige Rolle bei der Therapie.

Den einen Wirkstoff, der allen Patienten dient, existiert nicht. Es gibt eine ganze Reihe von Arzneien. Um herauszufinden, welche die geeigneten sind, müssen Ärzte zunächst das jeweilige Risikoprofil des Patienten ermitteln. Ultraschall der hirnversorgenden Blutgefäße und des Herzens sowie Langzeit-Elektrokardiogramm (EKG) bilden dafür das Basisprogramm.

Im Folgenden erfahren Sie, welche Wirkstoffe zu welchen Zweck dienen. Das müssen Sie nicht auswendig lernen. Ihr Ärzteteam kennt sich bestens aus und wird die richtige Wahl für Sie treffen. Aber einmal davon gehört zu haben kann nicht schaden.

  • Zeigt der Ultraschall ein stärkeres Maß an Arteriosklerose – also verkalkte Blutgefäße –und lässt sich im EKG kein Vorhofflimmern nachweisen, war der Schlaganfall am ehesten durch abgelöste Plaques oder Gefäßgerinnsel verursacht. In so einem Fall soll der Patient fortan Mittel einnehmen, welche die Fähigkeit des Blutes zu verklumpen mindern. Für diese Gruppe von Substanzen haben Forscher sich einen furchtbaren Namen ausgedacht: Thrombozytenaggregationshemmer. Die einzelnen Wirkstoffe selbst sind einfacher auszusprechen: Acetylsalicylsäure (ASS), Clopidogrel oder Dipyridamol.

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  • Bei Gefäßengen am Hals operieren Mediziner oder setzen mitunter auch Gefäßstützen (Stents) in die betroffene Arterie ein, um sie offen zu halten. Nach so einem Eingriff erhält der Patient eine doppelte "Thrombozytenaggregationshemmung". Ja, die Medizinfachsprache erfordert zuweilen große Anstrengung bei der Aussprache. Üblicherweise nach einem halben Jahr wird die Rezeptur aber wieder auf einen Wirkstoff reduziert.

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  • Leidet der Patienten hingegen unter Vorhofflimmern, gilt es Embolien vorzubeugen. Dabei helfen sogenannte Antikoagulantien. Neben dem althergebrachten – und gut wirksamen – Phenprocoumon (Marcumar) stehen die neuen Wirkstoffe Dabigatran, Apixaban, Rivaroxaban und Edoxaban zur Verfügung. All diese Mittel hemmen die Blutgerinnung, wodurch Gerinnsel weniger leicht entstehen. Allerdings geht die gute Wirkung auch mit gewissen Gefahren einher, nämlich einer Blutungsneigung. Vor Operationen muss der Patient die Mittel daher pausieren, beziehungsweise den Operateur unbedingt über die Medikation informieren.

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All diese Mittel muss ein Patient üblicherweise ein Leben lang einnehmen. Darüber hinaus kommen meist aber noch weitere Wirkstoffe auf den Tagesplan, zum Beispiel Blutdruckmittel und Cholesterinsenker. Sie sollen Gefäßrisiken mindern, die bei der Mehrzahl aller Schlaganfallpatienten bestehen.

Wie zu Beginn dieser Lektion bereits gesagt: Medikamente sind wichtig, reichen alleine aber nicht aus. Was Menschen nach einem Schlaganfall sonst noch alles unternehmen sollten, um die Gefahr einen erneuten Schlaganfalls möglichst gering zu halten, erfahren Sie in den nun folgenden Lektionen. Zum Beispiel – wenn möglich – eine Reha zu besuchen.

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aktualisiert am 12.07.2016, erstellt am 18.08.2016
Bildnachweis: Shutterstock/G Stock Studio

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