Was ist ein Schlaganfall?

Mann greift sich an den Kopf

Schlaganfall: Wenn Hirnfunktionen plötzlich aussetzen

Die Begriffe "Schlaganfall" oder "Hirnschlag" beschreiben ganz allgemein den plötzlichen Ausfall von Hirnfunktionen. Das Ereignis macht sich meist als schlagartige Halbseitenlähmung, Sprach- oder Bewusstseinsverlust bemerkbar.

Wie kommt es dazu?

Es gibt zwei Varianten von Schlaganfällen:

  • Zu etwa 90 Prozent verursacht eine Durchblutungsstörung die Probleme: Ein Blutgefäß, dass die Nervenzellen im Gehirn mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, verstopft. Dadurch gelangt nicht mehr ausreichend Blut zu den Nervenzellen. Hält diese Minderdurchblutung, auch Ischämie genannt, an, stirbt Nervengewebe ab.
  • Seltener ist eine Hirnblutung die Ursache, also das Aufreißen oder Platzen eines Blutgefäßes. Gräbt sich dadurch ausfließendes Blut in die Hirnsubstanz, zerstört es Nerven und legt Hirnfunktionen lahm.

Rein äußerlich lässt sich eine Hirnblutung von einem verstopften Blutgefäße meist nicht unterscheiden. Die Unterscheidung ist allerdings äußerst wichtig, denn je nach Variante weicht die Behandlung deutlich voneinander ab.

Was entscheidet darüber, wie stark ein Schlaganfall ausfällt?

TWHOOKJe nachdem, an welcher Stelle ein Blutgefäß verstopft oder platzt, sind kleinere oder größere Regionen im Gehirn betroffen. Tritt der Schlaganfall in einer kleinen Verästelung der Gefäße tief im Inneren des Gehirns auf, leidet nur ein vergleichsweise kleines Areal von Nervenzellen. Kleine Durchblutungsstörungen in der Tiefe des Gehirns werden häufig gar nicht bemerkt.

Verstopft oder reißt hingegen ein Hauptgefäß auf, kann nahezu eine komplette Hirnhälfte betroffen sein, was schwere Ausfälle zur Folge hat. Besonders gefährlich sind Störungen im Hirnstamm. Da hier auf engem Raum lebenswichtige Zentren liegen, führen "Schläge" in diesem Bereich oft zum Tode oder in ein Koma.

Entscheidend für das Ausmaß der Langzeitfolgen eines Infarktes ist neben dem Ort des Gefäßverschlusses auch die Fähigkeit des Körpers, einen Umgehungskreislauf aufzubauen. Durch die besondere Verbindung der Hirngefäße untereinander können sie Blut in unterversorgte Gebiete umleiten und diesen aushelfen. Sind aber auch solche "Kollateralkreisläufe" verengt oder verschlossen, fällt der Schaden entsprechend größer aus.

Neben dem eigentlichen, direkten Nervenzelluntergang spielen auch Folgeschäden eine wichtige Rolle, die etwa durch Schwellung im Gehirn oder Stoffwechselentgleisungen entstehen. Diese Vorgänge können Mediziner günstig beeinflussen und so den Schlaganfall glimpflicher ausgehen lassen.

In den nächsten beiden Lektionen wollen wir uns die beiden Schlaganfallvarianten etwas genauer anschauen. Zunächst die Gefäßverstopfung.

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Text Besonders gefährlich sind Störungen im Hirnstamm
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aktualisiert am 09.09.2016, erstellt am 18.08.2016
Bildnachweis: W&B / Röper, iStockphoto/nebari

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