Die richtige Körperpflege

Frau wäscht ihr Gesicht

Eincremen hilft: In den Wechseljahren sinkt der Feuchtigkeitsgehalt in der Haut

Weil der Körper sich während der Wechseljahre verändert, sollte man auch seine Pflegegewohnheiten anpassen. An der Haut zum Beispiel macht sich die Hormonumstellung deutlich bemerkbar. Sie wird trockener, dünner, weniger elastisch und anfälliger für Falten und Verletzungen. Sexualhormone unterstützen die Zellen beim Speichern von Flüssigkeit und sind an der Produktion von Kollagen beteiligt. Sobald ihre Produktion nachlässt, sinkt der Feuchtigkeitsgehalt in Haut und Schleimhaut. Die schlechte Nachricht: Aufhalten kann man diesen biologischen Prozess nicht.

Die gute Nachricht: Durch die richtige Pflege lässt er sich verlangsamen und ausgleichen.

pH-Wert der Haut

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Verwenden Sie vor allem milde, rückfettende Waschlotionen ohne Alkohol. Körperlotionen sollten besonders feuchtigkeitsspendend und fetthaltig sein – und auch im Gesicht darf es fortan etwas feuchter werden. Wer zweimal am Tag  mit reichhaltigen Pflegestoffen cremt, tut seinem Gesicht etwas Gutes. Wichtig sind dabei wenige, aber hochwertige Inhaltsstoffe. Bei der Intimpflege hingegen sollten Sie darauf achten, Produkte zu verwenden, die den Säureschutzmantel der Schleimhaut nicht unnötig angreifen. Normale Seifen oder Duschgele eignen sich hier nicht, verwenden Sie stattdessen lieber spezielle Mittel. Der pH-Wert des Intimbereichs steigt bei Frauen nach der Menopause auf den Wert 7 (also neutral) an, während der bei jungen Frauen zwischen 4 und 5 liegt. Wählen Sie deshalb Produkte mit einem höheren pH-Wert. Auch pH-hautneutrale Waschmittel für Unterwäsche sind sinnvoll, weil sie weniger alkalische Rückstände auf Textilien hinterlassen.

Wichtiger als Cremes und Tinkturen ist allerdings eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Trinken Sie reichlich Mineralwasser, ungesüßte Tees und Saftschorlen, um Ihren Körper in der Zeit der Hormonumstellung zu unterstützen und der Haut Feuchtigkeit zu spenden. Für Sonne hingegen gilt genau das Gegenteil. Hier ist weniger mehr: Weil die Lichtempfindlichkeit der Haut im Alter zunimmt, sollten Sie auf ausgedehnte Sonnenbäder und Solarium verzichten. Cremes mit hohem Lichtschutzfaktor und langärmelige Kleidung schützen vor Sonnenbrand, Hautkrebs und Altersflecken.

Manchmal leiden auch die Haare unter dem Wegfall des Östrogens, verlieren dann an Glanz, Fülle und Spannkraft. Wer färbt, bleicht, häufig zum Glätteisen greift oder nicht auf die Dauerwelle verzichten mag, belastet das Haar zusätzlich. Halten Sie es möglichst natürlich, verwenden Sie nur milde, feuchtigkeitsspendende Shampoos und föhnen sie kühl und mit genügend Abstand. In manchen Fällen hilft östrogenhaltiges Haarwasser, das ein Dermatologe verschreiben kann. Auch Haarmasken mit Keratin oder die Einnahme von Nahrungsergänzungen mit Kieselsäure und Biotin zeigten bei manchen Frauen Wirkung, sind aber wissenschaftlich umstritten. Gesünder ist es, mit speziellen Frisiertechniken, Haarverdichtungspuder- oder Sprays zu arbeiten, um die lichte Stellen optisch kaschieren.

So, jetzt haben Sie so einiges getan für Ihren Körper in den Wechseljahren. Gesund ernährt, mehr bewegt und vieles mehr. Worüber wir noch gar nicht gesprochen haben ist, wie die moderne Medizin im Klimakterium helfen kann. Das haben wir aus gutem Grund getan. Denn die Wechseljahre mit Medikamenten zu begegnen sollte nur dann eine Option sein, wenn andere Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg zeigen. Und dann auch nur, wenn es unbedingt sein muss. Warum, erfahren Sie in der nun folgenden Lektion, in der es um die Hormontherapie geht.

Ihr Fortschritt im Kurs Wechseljahre
84%

aktualisiert am 19.05.2016, erstellt am 11.05.2016
Bildnachweis: F1online, W&B

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