Diese Beschwerden können auftreten

Hitzewallung

Hitzewallungen sind der Klassiker in den Wechseljahren

Erschrecken Sie jetzt nicht von der Liste der möglichen Beschwerden, die auftreten können. Sie ist tatsächlich lang. Aber erstens: Nicht alle betreffen jede Frau. Zweitens: Die Beschwerden treten nur vorübergehend auf. Drittens: Die Beschwerden treten unterschiedlich intensiv auf (häufig nur ganz leicht). Es gibt also Stunden oder Tage, die etwas unangenehm sein können. In der übrigen Zeit machen sich die Wechseljahre nicht bemerkbar.

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  • Hitzewallungen

    Sie kommen wie aus dem Nichts, gerne mitten in der Nacht, dauern nur wenige Minuten und betreffen fast alle Frauen in der ersten Hälfte der Wechseljahre. Hitzewallungen und die damit verbundenen Schweißausbrüche sind harmlos, aber sehr unangenehm und breiten sich meist von der Brust über den Oberkörper bis zum Kopf aus. Meist gehen sie mit Rötungen der Haut und starkem Herzklopfen einher, danach frösteln viele Frauen. Ursache ist eine gestörte Wärmeregulation. Wer auf Kaffee, Alkohol, Zigaretten und scharfe Gewürze verzichtet, kann die Beschwerden etwas eindämmen. Auch Wechselduschen, in die Sauna gehen und Sport treiben helfen. Sport, Sauna und Co. trainieren den Körper im Umgang mit Temperaturschwankungen.

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  • Schlafstörungen

    Leichter Schlaf, Probleme beim Einschlafen, häufiges Aufwachen und stundenlanges Grübeln im Bett – durch die Hormonumstellung leidet der Schlafrhythmus. Weil wenig und schlechter Schlaf auf Dauer zu Erschöpfung und Ausgebranntheit führen, ist das eine unangenehme Begleiterscheinung, die man bei Bedarf behandeln sollte. Wie genau, erfahren Sie später. Als erste Hilfe verzichten Sie abends auf Koffein und schwere Mahlzeiten, treiben Sie tagsüber etwas Sport und versuchen sich vor dem Schlafengehen zu entspannen, etwa mit einem Spaziergang, einem Bad oder einer Runde Yoga.

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  • Herzrasen, innere Unruhe

    Viele Frauen berichten von einer inneren Unruhe, Herzrasen und Nervosität. Ursachen dafür sind wahrscheinlich Hormonschwankungen. Mit Entspannungsübungen, Sport und Auszeiten lässt sich dem vorbeugen. Auch pflanzliche Mittel wie Baldrian können in leichten Fällen helfen.

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  • Brustspannen

    In der Prämenopause treten mitunter hormonell bedingte Schmerzen, Schwellungen, Verhärtungen oder Spannungsgefühle in der Brust auf. Mediziner nennen das Mastodynie. Meist verschwinden diese Beschwerden mit der Menopause. Ausgelöst werden sie vermutlich von einer zu hohen Konzentration des Hormons Östrogen. Diese tritt zeitweise auf, weil die Progesteron-Produktion schneller versiegt als jene von Östrogen.

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  • Menstruationsbeschwerden

    Die Hormonumstellung bringt kräftig durcheinander, was bisher meist geordnet und regelmäßig ablief. In der Prämenopause treten häufig stärkere Blutungen und Schmerzen im Unterleib auf – vor allem, wenn die Pause zwischen zwei Blutungen sehr lang war. Das liegt daran, dass der Körper unter der Wirkung des Östrogens verstärkt Gebärmutterschleimhaut gebildet hat. Auch prämenstruelle Beschwerden (PMS) nehmen in den Wechseljahren oft zu, dazu gehören Unterleibsschmerzen, Wassereinlagerungen, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen.

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  • Vaginale Trockenheit

    Östrogen spielt bei der Speicherung von Feuchtigkeit in der Haut eine wichtige Rolle. Sinkt der Spiegel, werden Haut und Schleimhaut trockener. Viele Frauen leiden deshalb unter einer unangenehmen Scheidentrockenheit. Als Folge kommt es häufiger zu vaginalen Entzündungen, Blasenentzündungen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Östrogenhaltige Cremes und Gleitgele schaffen zuverlässig Abhilfe und sind nebenwirkungsarm. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrem Gynäkologen danach.

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  • Gelenk- und Muskelschmerzen

    Sie sind nicht unbedingt ein klassisches Symptom, aber rund die Hälfte aller Frauen im Klimakterium leidet unter Gelenk- und Muskelschmerzen oder steifen Gelenken. Zum Teil lassen sich diese mit altersbedingten Abnutzungserscheinungen erklären. Allerdings scheint auch der Östrogenmangel eine Rolle zu spielen, weil das Hormon Stoffwechselprozesse in Knochen und Knorpeln beeinflusst. Forscher vermuten, dass ein Mangel Entzündungsprozesse im Gelenk auslösen kann. Außerdem wirkt Östrogen schmerzhemmend. Sinkt die Konzentration, nimmt man Schmerzen im Bewegungsapparat stärker wahr. So oder so: Es gilt, die Ursache solcher Beschwerden zu klären. Dabei kann es nicht schaden, neben dem Orthopäden auch den Gynäkologen über die Schmerzen zu informieren. 

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  • Verlust der Libido

    Es gibt keine Studien, die eindeutig belegen, dass der Mangel an Sexualhormonen für das Abflauen sexueller Lust in den Wechseljahren verantwortlich ist. Tatsächlich scheint es eher an der Einstellung und an der Partnerschaft als an den Hormonen zu liegen, wenn die Libido nachlässt. Viele Frauen fühlen sich in den Wechseljahren weniger attraktiv und begehrenswert, schämen sich aufgrund körperlicher Alterserscheinungen und verbinden Sexualität mit Jugend. In diesem Fall steht die eigene Wahrnehmung der Libido im Weg. Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, bedingt durch vaginale Trockenheit, können die Libido senken.

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  • Kopfschmerzen und Schwindel

    Bedingt durch den Hormonmangel kann es besonders zu Beginn der Wechseljahre zu Kopfschmerzen und Schwindel kommen. Meist verschwinden diese Beschwerden bis zum Eintreten der Menopause. Sport stabilisiert den Kreislauf und beugt so Schwindel vor, Entspannungsübungen, Wärme und Pfefferminzöl auf den Schläfen können bei leichten Kopfschmerzen helfen.

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  • Kribbeliges oder taubes Gefühl in den Gliedmaßen

    Sensibilitätsstörungen in den Armen und Beinen, Parästhesie genannt, treten oft gemeinsam mit Hitzewallungen auf. Sie sind gekennzeichnet von einem tauben, brennenden oder kribbeligen Gefühl und haben keine erkennbare Ursache. Aufgrund des Kribbelns beschreiben viele Frauen das Gefühl als "Ameisenlaufen", weil sich die betroffenen Körperpartien anfühlen wie von Ameisen bevölkert. Meist verschwindet das Gefühl nach einigen Minuten von selbst. Lassen sich andere Auslöser als die Wechseljahre ausschließen (zum Beispiel Diabetes), kann man es als unangenehm aber harmlos einstufen.

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  • Optische Veränderungen

    Die Haut wird trockener, weniger elastisch und faltiger. Reichhaltige Pflege kann diesen Prozess zwar nicht aufhalten, aber verlangsamen. Sie hilft außerdem gegen unangenehme Spannungsgefühle. Manchmal kommt es in den Wechseljahren zu Haarausfall, manchmal bildet sich außerdem ein leichter Flaum auf der Oberlippe. Es gibt einige kosmetische Mittel gegen diese Veränderungen. Wer sehr darunter leidet, sollte sich aber lieber ärztlichen Rat holen.

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  • Abbau von Knochenmasse

    Weil Östrogen am Knochenstoffwechsel beteiligt ist, macht sich der Verlust der Hormons im Skelett bemerkbar. Die Dichte und Stabilität der Knochen nimmt ab, das Risiko für Osteoporose steigt. Es empfiehlt sich daher, den Aufbau von Knochenmasse durch Sport und eine geeignete Ernährung zu unterstützten. Mehr dazu erfahren Sie in der Lektion "Osteoporose: Mehr als eine Unpässlichkeit"

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  • Psychische Beschwerden

    Zu den körperlichen Symptomen gesellen sich bei manchen Frauen psychische Beschwerden. Sie reichen von leichten Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen. Letzteres ist allerdings ein Extremfall. Die meisten Frauen schlagen sich gelegentlich mit einer gewissen Gereiztheit, Nervosität, innerer Unruhe, Konzentrationsschwächen oder Gedächtnisschwächen herum, sind launisch oder fühlen sich überfordert. Manch gestandene Frau verliert die Nerven aufgrund von Dingen, die bisher kein Problem waren. Aufgrund der Kombination von Hormonumstellung und Schlafmangel kommt es außerdem häufig zu Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit.

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Wir betonen an dieser Stelle nochmals: Längst nicht jede Frau muss sich mit all diesen Beschwerden herumschlagen, manchmal treten nur einige auf, manchmal nur in sehr leichter Form. Und es gibt gute Behandlungsmöglichkeiten.

Die Beschwerden können auch Anzeichen einer Krankheit sein. Da stellt sich womöglich die Frage: Sind es die Wechseljahre oder etwas anderes? In der nächsten Lektion behandeln wir dieses Thema.

Ihr Fortschritt im Kurs Wechseljahre
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aktualisiert am 08.04.2016, erstellt am 11.05.2016
Bildnachweis: Jump Fotoagentur/Martina Sandkühler

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