Hormonersatztherapie in den Wechseljahren

Gespräch mit Ärztin

Beratung beim Arzt: Hormontherapie nur nach sorgfältiger Abwägung der Pros und Contras

Sie wissen bereits, dass die meisten Beschwerden in den Wechseljahren mit einem Mangel an Östrogen zusammenhängen. Da liegt der Gedanke nahe, dieses Defizit durch die künstliche Gabe von Hormonen zu beseitigen. Eine solche Behandlung gibt es tatsächlich. Mediziner nennen sie Hormonersatztherapie (HET). Sie hilft auch gut gegen Schweißausbrüche, Hitzewallungen, Scheidentrockenheit und Schlafstörungen.

TWHOOKDennoch ist die Methode umstritten, weil sie das Risiko für Schlaganfälle, Herzinfarkte, Brust- und Eierstockkrebs sowie Lungenembolien erhöhen kann. Das haben mit der US-amerikanischen "Woman’s Health Initiative" und der britischen "One Million Study" zwei große medizinische Studien vor gut 15 Jahren gezeigt.

Obwohl die Aussagekraft der beiden Untersuchungen heute differenzierter betrachtet werden, haben sie doch zu einem Umdenken geführt: Statt wie früher schon bei leichten Beschwerden oder gar präventiv Hormone zu verordnen, geschieht dies heute nur bei ausgeprägten Beschwerden und nach sorgfältiger Abwägung. Eine Hormontherapie kann eine wirksame Therapie sein. Aber deswegen ist sie nicht automatisch für jeden geeignet. Die meisten Ärzte sind sehr vorsichtig geworden.

So wenig wie möglich, so viel wie nötig

Unter anderem spielen genetische Veranlagungen bei der Bewertung des Risikos eine Rolle, aber auch Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Übergewicht, Brustkrebs und Arteriosklerose. In jedem Fall muss eine Hormontherapie individuell auf jede einzelne Frau abgestimmt sein. Es gilt, Risiken und Nutzen genau abzuwägen und dem Grundsatz "so wenig wie möglich, so viel wie nötig" zu folgen. Das bedeutet, dass Frauen die Hormone so niedrig dosiert und so kurz wie möglich einsetzen sollten. Ärzte müssen regelmäßig überprüfen, ob es der Hormone überhaupt noch bedarf. Falls nicht, wird die Dosis schrittweise reduziert.

NCHOOKHormonpräparate gibt es als Tabletten, Gel, Creme, Zäpfchen, Pflaster, Nasenspray oder Spritzen mit jeweils unterschiedlichen Dosierungen. Generell unterscheidet man zwischen einer Monotherapie und einer Kombinationstherapie. Bei der Monotherapie werden nur Östrogene verschrieben, bei der Kombinationstherapie Östrogenen und Gelbkörperhormone (Gestagenen). Normalerweise verordnen Ärzte die Kombination, weil Östrogene alleine das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut so stark anregen, dass das Risiko für Gebärmutterkörperkrebs steigt. Nur wenn eine Frau keine Gebärmutter mehr hat, sind Östrogene allein eine Behandlungsoption.

Manchmal geht es aber auch einfacher: Frauen, die lediglich unter einer trockenen Scheide leiden, kommen mit östrogenhaltigen Mittel – die als Creme in die Scheide eingeführt werden – zur lokalen Behandlung meist gut zurecht. Von den Hormonen solcher Mittel gehen nur sehr geringe Mengen in den Kreislauf des Körpers über – was die Nebenwirkungen und das Risiko reduziert.

In der nächsten Lektion wollen wie eine weitere Therapiemöglichkeit mit Medikamenten besprechen. Es geht um pflanzliche Mittel.

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aktualisiert am 19.05.2016, erstellt am 11.05.2016
Bildnachweis: W&B / Röper, Getty Images/Westend61

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