Was passiert genau im meinem Körper?

Im gebärfähigen Alter steuern Hormone, die im Gehirn und in den Eierstöcken gebildet werden, den Zyklus. Das Follikel-stimulierende Hormon (FSH) regt dazu die Reifung der Eizellen in den Follikeln an, die wiederum Östrogen produzieren. Das Östrogen sorgt für den Aufbau von Gebärmutterschleimhaut und gibt dem Gehirn zu gegebener Zeit den Befehl, den Eisprung auszulösen. In der zweiten Zyklushälfte übernimmt das Hormon Progesteron das Kommando. Es bereitet die Gebärmutter auf die Einnistung einer Eizelle vor und schafft ideale Bedingungen für eine Schwangerschaft. Bleibt die Befruchtung aus, wird die Gebärmutterschleimhaut abgelöst und mit der Monatsblutung abgestoßen. Dieser Mechanismus ist jahrzehntelang für den weiblichen Zyklus verantwortlich und steuert ihn nach den immer gleichen Abläufen.

Mit zunehmendem Alter aber nimmt die Empfindlichkeit der Eierstöcke für die hormonelle Stimulation mit FSH aus dem Gehirn ab. Weil die Eierstöcke ihre Funktion einstellen, geht die Hormonproduktion zunächst zurück und wird schließlich ganz eingestellt. Weibliche Geschlechtshormone wie Östrogen oder Progesteron, die bis dahin einen wesentliche Rolle im weiblichen Organismus gespielt haben, gehen dadurch verloren. Daran muss sich der Körper gewöhnen, die Anpassung dauert Jahre und kann mit Unannehmlichkeiten verbunden sein, zum Beispiel die bereits erwähnten Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen.

Die folgende Infografik zeigt Ihnen die Veränderungen anschaulich im Bild: die Hormonausschüttungen und den Auf- und Abbau der Gebärmutterschleimhaut jeweils für den Zyklus vor den Wechseljahren, in den Wechseljahren und den Zustand in der Postmenopause.

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Zunächst versucht der Körper die nachlassende Funktion der Eierstöcke zu kompensieren – mit der Ausschüttung von übergeordneten Hormonen, den Gonadotropinen. Dadurch geraten die weiblichen Geschlechtshormone aus der Balance, ihre Konzentration verändert sich. So kommt es zu Zyklusänderungen, die sich in unregelmäßigen Blutungen, Zwischenblutungen, Kopfschmerzen und empfindlichen Brüsten äußern können. Die Prämenopause beginnt. Je näher die Menopause rückt, desto größer werden die Abstände zwischen der Periode, der Eisprung findet immer seltener statt. Die Konzentration von Progesteron und Östrogen nimmt sukzessive ab, die typischen Wechseljahresbeschwerden können auftreten. Bis der Körper sich endgültig mit dem neuen Gleichgewicht der Hormone arrangiert hat, vergehen mitunter einige Jahre. Irgendwann bleibt die Periode ganz aus. Die Menopause ist eingetreten.

Neben der ausbleibenden monatlichen Blutung bemerken viele Frauen in den Wechseljahren eine weitere Veränderung an sich: das Körpergewicht nimmt zu. Mehr dazu in der nun folgenden Lektion.

Ihr Fortschritt im Kurs Wechseljahre
32%

aktualisiert am 19.05.2016, erstellt am 11.05.2016
Bildnachweis: Ibelherr, Möhle / WuB

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